Hietzing: Ein Dorf im Bezirk, das weit mehr als „nur“ eine Schule ist

Voiced by Amazon Polly

1.100 Schüler und 140 Lehrer „leben“ in der Bergheidengasse

Früher hat man ,Knödelakademie‘ zu uns gesagt“, lacht Professorin Renate Sponer beim WBB-Rundgang in der Bergheidengasse. Denn der korrekte Name ist in der Tat recht lang: „Höhere Bundeslehranstalt für Tourismus und wirtschaftliche Berufe“. Zeigt aber klar den Weg.

Gern genommen

„Wir bilden Manager im ­Tourismusbereich aus, plus Top-Fachkräfte in der Gas­tronomie und im Hotelgewerbe, die sehr begehrt sind“, betont Anita Petschning, die seit 1993 an der Schule ­unterrichtet und seit 2011 Direk­torin ist. Das kann ­Birgit Führer, Bereichsleiterin der Hotelfachschule, nur unterstreichen: „Für jeden Absolventen gibt es drei bis vier Jobs, die angeboten werden. Das ist schon einzigartig.“

Keine Grenzen

Von nichts kommt nichts … Der „Planet“ Bergheidengasse zieht nicht erst seit gestern seine Umlaufbahn im ganzen Stadtgebiet: „Wir feiern im Oktober 2020 unser dreißigjähriges Jubiläum“, ­erzählt Direktorin Petschning. Weist aber gleichzeitig zurück, „nur“ eine Hietzinger Lehranstalt zu sein. „Wir haben auch viele Schüler aus den Bezirken 10, 11, 14, 16 und aus Niederösterreich. Das ist insofern erfreulich, weil uns die soziale Durch­mischung sehr wichtig ist.“ Schulgeld ist keines zu bezahlen, nur Ausgaben wie für Uniformen fallen an: „Unsere Schule ist für jeden leistbar und daher haben wir Schüler aus allen Gesellschaftsbereichen“, ­betont Petschning.

Gemütliche Lounge

Beim WBB-Besuch fällt neben der guten Stimmung – trotz ­des leicht hektischen Maturastresses an diesem Mai-Montag – die Gemütlichkeit vieler Räume auf. Da gibt es Restaurant- und Barbereiche wie „im echten Leben“ und sogar eine eigene Theaterhotel-Lounge, auf die man besonders stolz ist. Sie dient als Kommunikationszentrum für Schüler und Lehrer, als Ort der Begegnung, der sich nicht wie ein Schulraum anfühlt.

Gutes Image

Diese Behaglichkeit ist wohl mit ein Grund, warum der Zulauf in die Bergheidengasse ungebrochen ist. „Heuer nehmen wir erstmals mehr Schüler auf als uns verlassen“, kann Frau Direktorin stolz sein. „Vieles läuft über ­Mundpropaganda, zufriedene Eltern und Wirtschaftspartner. Ein eigenes Budget für Werbung und Marketing können wir uns nicht leisten.“ Dafür sorgen die Professoren schon selbst mit viel Engagement. Und wo soll die Schule in 20 Jahren stehen? „Dann soll die digitale Welt bei uns noch wichtiger geworden sein und wir noch mehr Wert darauf gelegt haben, die Schüler nicht nur fachlich, sondern auch als Menschen kom­pletter auszubilden.“

Hans Steiner

1.100 Schüler und 140 lehrer „leben“ in der bergheidengasse
mehr als „nur“ eine Schule ist