Leopoldstadt: Ausmalen gegen den Gestank

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Ab dem ersten November nimmt sie für eine Woche ­Urlaub – aber nicht, um auszuspannen: „Ich werde ausmalen, damit es nachher nicht stinkt“, sagt Andrea Dominguez-Dittrich. Die Besitzerin der exquisiten Weinbar „Contor“ am Karmelitermarkt will ihr Lokal wirklich rauchfrei haben. 
Den ­Anteil ihrer rauchenden Gäste schätzt sie auf „mindestens zwei Drittel“. Die Nichtraucherin sieht das bevorstehende Rauchverbot mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Ich bin zwar froh, nicht mehr wie ein Tschick zu stinken, aber ich fürchte auch Geschäftseinbußen.“
Bei Tanja und Andreas muss Dominguez-Dittrich diesbezüglich keine Angst haben. „Für uns wird es ab November angenehmer“, sagt Andreas, selbst 14 Jahre lang ­Raucher. Tanja, ebenfalls Ex-Raucherin, stößt ins selbe Horn, nur kräftiger: „Mich hat es hier abgestoßen, weil es auch im Nichtraucherraum gestunken hat.“ Die beiden wollen ab dem 1. November öfter ins Lokal kommen.
 Ernst bringt es auf 40 Camel pro Tag. Er will trotz Rauchverbots wieder hier einkehren, aber vielleicht früher gehen. „Gesünder wird es wohl ­werden“, urteilt er.
„Contor“-Chefin Dominquez-Dittrich scheint die Psyche der Wiener Raucher zu kennen: „Zwei, drei Monate Trotzphase und dann ­kommen sie wieder.“