Ottakring: Der Bezirksvorsteher im Interview

Bezirksvorsteher Franz Prokop im großen WBB-Interview

Bauprojekte haben das ­Bezirksjahr 2018 geprägt. Zufrieden damit?

Wir konnten vieles umsetzen, etwa das Jahrhundertprojekt Johann-Nepomuk-Berger-Platz und den daran anschließenden Teil der Neulerchenfelder Straße. Die Sanierung der Straße geht 2019 weiter, indem der Abschnitt hin zum Gürtel in Angriff genommen wird. Hier planen wir eine Begegnungszone.

Die erste in Ottakring?

Nicht ganz, da 2004 schon der Brunnenmarkt von allen Verkehrsteilnehmern benützt werden konnte – bis wir ihn 2010 zur Fußgängerzone ­gemacht haben.

Gibt es im Brunnenmarkt-Grätzel neue Pläne?

Hier arbeiten wir ständig an kleineren Verbesserungen und sind sehr stolz auf das neue Sonnenuhr-Gebäude Ecke Neulerchenfelder Straße / Brunnengasse sowie die ­Begrünung im Bereich der Gaullachergasse.

Wird der Grünzug Wattgasse angenommen?

Ja, ich bin sicher, dass die Straße damit wesentlich aufgewertet wurde. Unser Prinzip bei jeder Sanierung ist ja, neue Bäume zu pflanzen und Verweilplätze zu schaffen.

Das Hin und Her um das Café Schuhmeier war ­aber weniger ­erfreulich?

Allerdings – wobei das ­Ergebnis sich wirklich sehen lassen kann. Wir mussten viel Druck machen, damit die ­Sanierung und der Schani­garten noch vor dem Winter fertig wurden. Weniger glücklich bin ich jetzt mit dem Eck ­gegenüber dem Café: ein ­unansehnliches Gebäude.

Das nicht zu ändern ist?

Nicht leicht, da es ein Privathaus ist. Aber wir haben jetzt eine Über­prüfung veranlasst.

Welches war das Aufregerprojekt des Jahres?

Eindeutig die Gallitzinstraße, wobei ich Verständnis für die Sorgen und die Kritik habe. Aber man muss auch Verständnis für unsere Entscheidungen haben. Wir sorgen dafür, dass geförderte Wohnungen, ein Kindergarten, begrünte Dächer und andere ökologische Maßnahmen ­umgesetzt werden.

Zum Abschluss: Wie soll ­Ottakring 2028 aussehen?

Wie ein vielfältiger, mehr­sprachiger Bezirk mit großen Chancen. Ich will, dass im ­öffentlichen Raum weitere 1.000 Bäume gepflanzt werden und die Wohnungsnot auf ein ­Minimum gelindert wird.