Praterstern: Tageszentren und medizinische Angebote

Der Praterstern bietet seit ­einigen Wochen ein völlig anderes Bild: „Er ist leer, das Alkoholverbot wird eingehalten“, konstatiert Leopoldstadt-Chefin Uschi Lichtenegger. Laut Polizei kam es seit Einführung des Verbots zu 78 Anzeigen. 57 Getränke wurden beschlagnahmt. Wichtig wären nun bessere Angebote für die Menschen, die sich früher dort aufhielten, so die Bezirksvorsteherin.

Für alle da

Dies weiß auch der frisch bestellte Leiter der Wiener Sucht- und Drogenkoordination Ewald Lochner: „Das Alkoholverbot allein ist keine Lösung.“ Sein Plan: zum einen der Ausbau niederschwelliger medizinischer Angebote für Suchtkranke. Um diese in Tageszentren vermitteln zu können, soll dort ein mäßiger Alkoholkonsum erlaubt werden, wie dies bereits im „Stern“ in der Darwingasse ­gestattet sei. 
Auch sollen Obdachlose in Wohnstätten vermittelt, wenn möglich auch in Arbeitsverhältnisse integriert werden. Für Staatsbürger anderer Länder sei auch eine Unterstützung für eine Rückkehr in ihr Heimatland möglich. Eines ist für Lochner allerdings klar: „Der Forderung ‚Die müssen weg‘ widerspreche ich. Der öffentliche Raum ist für alle da.“
Hans-Paul Nosko