Texas

SXSW 2019: Die Vorzeichen der Zukunft

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Rasante Veränderungen und der technologische Fortschritt bringen Licht und Schatten mit sich. Das WIENER BEZIRKSBLATT hat sich beim größten Innovationsforum der Welt umgesehen.

Jährlich treffen beim „SXSW Conference & Festival“ in der texanischen Hauptstadt Austin die neuesten Innovationen aus Technologie, Unterhaltung und Gesellschaft aufeinander. Auch heuer war die Stadt am Colorado River, die am schnellsten wachsende Metropole der USA, Schauplatz zahlreicher spannender Ankündigungen.

So kündigten der ehemalige Chef von Walt Disney, Jeffrey Katzenberg, und die ehemalige eBay-Chefin, Meg Whitman, den Start von Quibi an. Gemeinsam mit Regisseuren wie Steven Spielberg wird das Milliarden-Projekt, ein Zusammenschluss aus Hollywood und Silicon Valley, Kurzfilme für das Handy in höchster Qualität produzieren und will damit das Mediennutzungsverhalten in den nächsten Jahren revolu­tionieren.

Gemischte Realität

Großes Thema war auch der Einsatz von „Mixed Reality“ im Alltag der Menschen. Die Technologie ermöglicht in teilweise erstaunlicher Qualität die Projektion von Echtzeitinformationen in den Raum. Anwendungsbeispiele sind etwa die Echtzeitanzeige im öffentlichen Nahverkehr oder die Verbesserung der Trainingsergebnisse bei Sportlern. Auch für das Thema „Virtuelle Realität“ mit den allseits bekannten Brillen etabliert sich ein neuer Markt. Mit sogenanntem „Location-Based Entertainment“, also Vor-Ort-Unterhaltung, wird das virtuelle Erlebnis in eigene kinoähnliche Erlebnisse verwandelt. Ein Boom, der mit etwas Verspätung auch in Wien ankommen dürfte. Mit neuen Produkten, etwa der HoloLens 2 von ­Microsoft, gibt es in diesem Bereich große Fortschritte.

HoloLens 2 Trailer:

Virtual Reality mit dem Positron Voyager:

Vertonte Inhalte

„Der Ton macht die Musik“, lautet ein altes Sprichwort. Mit dem Anstieg von Voice Assistants wie Siri, Google Assistant oder Alexa werden auch vertonte Inhalte immer wichtiger. Während mit dem rasanten Aufstieg von Podcasts, Hörbüchern und ­Audionachrichten gerade eine Renaissance des Hörens stattfindet, setzen auch Marken auf die Sonifizierung der Welt. Mastercard zeigte in Austin beispielsweise Melodien, musikalische Logos und Kartentransaktionsgeräusche, die auf dutzende Länder rund um den Globus abgestimmt waren.

Gefährliche Trends

Neben den vielen positiven Ideen und Produkten für die Zukunft schwang bei SXSW heuer auch ein warnender Unterton mit. Die Futuro­login Amy Webb etwa malte düstere Szenarien hinsichtlich der Totalkontrolle durch ­moderne Technologien von Staaten ebenso wie großen Tech-Konzernen. Auch Forderungen nach dem Ende des De-facto-Monopols dieser Firmen wurden laut. So bezeichnete etwa die demokra­tische Senatorin Elizabeth Warren die Frage zum Eigentum der Algorithmen als entscheidend für die Zukunft der westlichen Demokratien.

(c) Amy E. Price/Getty Images for SXSW

Alpenrepublik vor Ort

Auch eine österreichische Delegation mit mehreren ­innovativen Unternehmen war heuer wieder zu Gast in Austin. Musikalisch war die Alpenrepublik durch den fulminanten Auftritt der heimischen Senkrechtstarterin Mavi Phoenix im EU-Haus vertreten.

(c) Kyle Weeks

Weitere Informa­tionen unter: www.sxsw.com

Fergus Sweeney