Währing: Bauprojekt am Friedhof scheintot

Massive Kritik gab es bereits vor drei Jahren am Bauprojekt Pötzleinsdorfer Höhe. Gebaut sollte nämlich auf dem Areal der Gärtnerei des Neustifter Friedhofs in unmittelbarer Nähe der Gräber werden. Nach vielen Protesten wurde jedoch vor zwei Jahren der Planung für „Leistbares Wohnen“ von der grün-roten Mehrheit im Bezirk und der rot-grünen Regierung im Rathaus der Vorzug gegeben.

Friedhofsruhe

Seither ist es freilich recht ruhig geworden. Die gemeinnützige EBG erhielt damals durch den Wohnfonds zwar ein vorteilhaftes Baurecht zu einem sehr günstigen Grundstückspreis für die Errichtung von 70 geförderten Mietwohnungen, mit dem Bau wurde aber bis heute nicht begonnen. Die 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen zwischen 55 und 102 m2 sind so konzipiert, dass jede einen Freiraum in Form von Balkon, Terrasse oder Eigengarten hat. Kein Wunder, dass binnen weniger Wochen im Jahr 2016 bereits 2.000 Bewerbungen beim Bauträger eingelangt waren.

Verlassene Baustelle

Zwei Jahre später ist man von einem Baubeginn freilich noch weit entfernt, obwohl eine Baubewilligung vorliegt. Der Grund: Die MA 22 muss noch ein Gutachten erstellen, ob hier nicht doch ein ­„schützenswertes Gebiet“ vorliegt, wie dies von den ­Anrainern und der Opposition stets behauptet, und von der MA 22 auch auf Tafeln am Friedhof festgehalten war. Für die EBG und für die 2.000 Wohnungswerber wäre es freilich „höchst wünschens­wert“, wenn das Gutachten endlich fertig wäre.

Gerhard Krause