Jetzt wird es im Wiener Straßenverkehr langsam unübersichtlich. In Währing etwa hat man eine Tempo-30-Zone beschlossen, bei der nur Schienenstraßen ausgenommen sind. In der Döblinger Hauptstraße gilt hingegen Tempo 30 trotz Straßenbahn. Als Ausgleich sozusagen gilt dafür in der Gymnasiumstraße im 19. Bezirk Tempo 50, überquert man aber die Bezirksgrenze zum 18. ­Bezirk, so gilt wiederum Tempo 30. In diesem Bereich müssen sich dann sogar die Autobusse der Wiener ­Linien an die Tempo­reduktion halten.

Unübersichtlich

Selbst besonnene Autofahrer schalten in diesem Verkehrsschilderwald bisweilen ab. Und der Polizist an der Kreuzung kann über so manche Tempo-30-Zone im WIENER BEZIRKSBLATT-Gespräch nur noch den Kopf schütteln. Seine Erklärung: „Dann ­fahren die Leute halt Tempo 50 statt 60. Aber strafen muss ich dann ­trotzdem.“

Dass in den Tempo-30-Zonen in Währing jetzt tatsächlich auch mit Radarpistolen ­gemessen wird, ist nicht neu. Das aktuelle Aufmarschgebiet der Tempo-Kontrolleure: die Gym­nasiumstraße und die Gentzgasse zwischen Gürtel und Aumannplatz. Hier wurde eine Tempo-30-Zone eingerichtet, angeblich zur ­Sicherheit für Schulkinder und ältere Leute. Allerdings gibt es hier zwar Schutzwege und Ampeln, aber weder eine Schule noch ein Altersheim.

sinnentleert

Schule und Altersheim gibt es freilich sehr wohl in der äußeren Gentzgasse. Hier gilt aber nach wie vor Tempo 50! Wie sinnvoll das ist, darf man sich getrost fragen. Gerhard Krause

Tempo 30 wird in jedem Bezirk anders interpretiert