Währing: Ist das Wachzimmer doch noch zu retten?

Voiced by Amazon Polly

Erfahren haben das Anrainer und Bezirkspolitiker über einen Aushang an der Wachzimmer-Türe. Entsprechend verärgert war man über das „überraschende“ Ende. Die Schließung der im „Polizeiwohnhaus“ untergebrachten Inspektion war 2014 zwar gemeinsam mit der Sperre der Inspektion Schulgasse angekündigt worden, aber im verbleibenden Wachzimmer in der Martinstraße war für alle Polizisten einfach kein Platz mehr.

Nun ist alles anders

Die Polizisten aus Gersthof sollen in die Inspektion in der Schulgasse 88 übersiedeln. Freilich nur unter lautem Protest der Anrainer, die auch Unterschriften gegen die Schließung gesammelt haben. Eine Gersthoferin meint dazu kopfschüttelnd: „Es gibt jetzt bis Pötzleinsdorf und Neustift keine Sicherheits-Versorgung mehr für die Bürger!“

Protest der Parteien

Der Währinger FP-Klub­obmann Georg Köckeis befürchtet „das Entstehen eines Sicherheitsvakuums“. Robert Zöchling, der grüne Vize-­Bezirksvorsteher kritisiert: „Ich finde die Vorgangsweise um die Sperre unerträglich!“ Zum FP-Protest meint er: „Die FPÖ hätte ja, als sie den Innenminister gestellt hat, die Schließung verhindern können.“ Andreas Höferl, der neue SP-Chef von Währing, warnt vor einem Sicherheitsmanko in Gersthof und Pötzleinsdorf: „Anstatt in Polizeistationen zu investieren, wird das Geld für Polizeipferde verschwendet!“ Höferl initiierte auch eine Petition zur Erhaltung der Inspektion in Gersthof – Unterschriften unter: www.openpetition.eu

Wie es dazu kam

Die Schließung der Polizei­inspektion geht auf das Jahr 2014 zurück. Damals verhandelte die Stadt Wien mit dem Innenministerium unter der damaligen Ministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Schließung von 16 Dienststellen in Wien. Der Grund, der vom damaligen Polizeivizepräsidenten Karl Mahrer genannt wurde: Bevölkerungsrückgang in der betroffenen Umgebung und menschenunwürdige ­Unterbringung der Polizisten. Mahrer, jetzt VP-Nationalrat, hält die Sperre nach wie vor für gerecht, weil durch seine Initiative „GEMEINSAM.SICHER“ ein eigener Grätzlpolizist für den Bereich Gersthof und Pötzleinsdorf geschaffen worden ist. Mahrer und der VP-Bezirksparteiobmann Johannes Schreiber fordern, dass dieser Grätzlpolizist weiterhin als Ansprechpartner für die Bevölkerung erhalten bleiben soll. Franz Brauchart, Polizeigewerkschafter (FCG), kritisiert das Vorgehen der Landespolizeidirektion. Ähnlich sieht das Harald Segall von der sozialdemokratischen Polizeigewerkschaft: „Die Schulgasse ist für die Polizisten sicher ein schönerer Arbeitsort. Dennoch sinkt mit einer Schließung die Sicherheit und der Service für die Anrainer.“