Währing: Neue Zonen kaum angenommen!

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Politiker nutzen die Coronakrise zur Profilierung und blicken bereits Richtung Wahl. Etwa mit der ­Debatte um die ­Bundesgärten-Öffnung oder der Schaffung von temporären Begegnungszonen.

Die grüne Verkehrsstadträtin, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, hat sich im Rathaus mit der umstrittenen Einführung von temporären Begegnungszonen zur Erleichterung für Fußgänger während der Ausgangssperren im Zuge der Coronakrise gegen die SPÖ durchgesetzt. Nicht zuletzt, um damit auch gegen die Sperre der Bundesgärten zu protestieren. Deshalb hat die Zustimmung der SPÖ auch ein paar Tage gedauert.

IM GRÜNBEZIRK NÖTIG?
Im ersten Schritt wurden in drei Bezirken solche Zonen eingerichtet. Darunter auch im Grün-Bezirk Währing. Hier wurde die Schopenhauerstraße zwischen dem Ebner-Eschenbach-Park und dem Vilma-Degischer-Park als Begegnungszone auserwählt. „Währing besitzt zwar viel Grünraum, aber es gibt Grätzel, die sehr eng sind und wo die Menschen keinen größeren Park in der Nähe haben. Dort ist es sinnvoll, Straßen zu öffnen“, meinte Bezirks­vor­steherin Silvia ­Nossek.

KEIN ANSTURM
Die Begegnungszone in der Schopenhauerstraße ist nun seit drei Wochen in Betrieb. Der erwartete Ansturm auf die freien Straßenflächen blieb allerdings aus. Zum Glück, sagen Kritiker und begründen dies mit einem höheren Ansteckungsrisiko. „Bleib zu Hause“ wäre der sicherere Weg, um gesund zu bleiben. Das dürften auch viele Währinger so sehen.

NOCH VERLÄNGERT
Bei einem einstündigen Lokalaugenschein wurden in der Schopenhauerstraße gerade einmal ein Jogger und eine Spaziergängerin mit Hund entdeckt. Mittlerweile gibt es 20 solcher Straßenzüge in Wien und die Kritik wird ­lauter. Manche gehen in ihrer Wortwahl noch weiter und verlangen „den Begegnungszonen-Schwachsinn sofort zu stoppen“, weil dort gähnende Leere herrsche. Die Zonen werden aber jetzt sogar um zwei Monate verlängert. ­Befürchtung: Das wird eine Dauerlösung …