Es war ein im wahrsten Sinn des Wortes schicksalshafter Abend an diesem 10. 10. 2010. Denn bei der Bezirksvertretungswahl lieferten sich die ÖVP, die Grünen und die Sozialdemokraten einen nie dagewesenen Dreikampf um die Spitzenposition im vierten Bezirk.

Vorsprung ausgebaut

Am Ende stand das Ergebnis fest: Fünf Stimmen war die SPÖ vor den Grünen, von der ÖVP trennten sie vierzehn Stimmen. Mit dem hauchdünnen Vertrauensvorsprung ausgestattet, machten sich Leo Plasch und sein Team sofort an die Arbeit. Und dafür bedankten sich die Wiedner fünf Jahre später. Dieses Mal wurde die SPÖ mit großem Abstand Erster, er hätte als „Bezirkskaiser“ ­sicher noch länger weitermachen können. Doch Plasch entschloss sich für geregelte Verhältnisse und eine geordnete Übergabe. Am 22.  10. verabschiedete er sich nach 35 Jahren – die letzten acht als Bezirksvorsteher – aus dem Wiedner Amtshaus.

Seine Nachfolgerin Lea Halbwidl ist keine Unbekannte. Die 36-Jährige war schon bisher als Stellvertreterin an Plaschs Seite, im letzen Jahr wurde intensiv an der Übergabe gefeilt. Mit Plasch teilt Halbwidl die Leidenschaft für die Jugend- und Bildungspolitik, sie möchte die Wieden zum kinderfreundlichsten Bezirk machen. Mit den Schulsanierungen der letzten Jahre und der Schaffung von neuen Betreuungsangeboten wurde dafür schon einiges geleistet.

Zeit für die Familie

Für Plasch selbst geht es in den politischen Ruhestand. Dem Bezirksvorsteher, der den Südtiroler Platz revitalisierte und dafür sorgte, dass auch das neue Wien Museum auf der Wieden entsteht, wird aber auch im Ruhestand nicht langweilig. „Ich werde viel Zeit mit meiner großen Familie verbringen“, erzählt Plasch. Und auch für eine weitere ­Leidenschaft soll künftig mehr Platz sein: das Reisen. „Meine letzte große Reise war nach Afrika, das hat mich sehr fasziniert. Dorthin oder auch nach Südamerika zieht es mich.“

Das WIENER BEZIRKSBLATT wünscht dem frischgebackenen Pensionisten alles Gute und viel Gesundheit für die künftigen Jahre!