Wien erhöht Strafen bei illegalem Abriss

(C) Pixabay: Die Novellierung der Wiener Bauordnung soll das Wiener Stadtbild erhalten.

In Wien findet sich so manch architektonische Perle. Nicht weiter verwunderlich – denn in der reichen Geschichte der Stadt haben viele berühmte Baumeisterinnen und Baumeister das Stadtbild geprägt.

Um eben dieses wichtige bauliche Erbe zu erhalten, ebnete die rot-pinke Koalition den Weg zu einer Bauordnungsnovelle.

Strafen bei illegalem Abriss erhöht

Die neue Bauordnung der Stadt Wien erhöht den Strafrahmen bei illegalem Abriss von Gebäuden. Die Höchststrafe beträgt damit 300.000 Euro, die Mindeststrafe 30.000 Euro. So sorgte 2019 der illegale Abriss des Gasthaus Sperl auf der Wieden für Furore. Die neuen Eigentümer des Biedermeierhauses in der Mommsengasse rissen trotz eines aufrechten Baustopps in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Gebäude ab. Die Strafe für den Abriss betrug etwas über 20.000 Euro.


„Nach dem Schutz von Gründerzeithäusern und der Einführung der Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“ ist diese kleine Bauordnungsnovelle ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen, denn das Bild und das Lebensgefühl der Stadt muss in seiner bekannten und beliebten Form gewahrt werden. Wien darf nicht durch Spekulanten und private Investorengruppen seinen Charakter verlieren. (…) Eine Novelle zum Wohle des Stadtklimas und der Lebensqualität.“ zeigt sich Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaàl über die bevorstehende Umsetzung erfreut.

Gegen kleinteilige Versiegelung

In den letzten Jahren haben Immobilienentwickler zunehmend Kleingarten- und Gartensiedlungen und Gebiete der Bauklasse I für sich entdeckt. Gewerblichen Bauträger nutzten dabei oft verschiedene baurechtliche Möglichkeiten um hier Mehrparteienhäuser zu errichten. Mit der Novelle sagt die Stadtregierung „der kleinteiligen Versiegelung den Kampf an“, zeigt sich Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaàl überzeugt.

Zusätzlich erweitert die Stadt den Planungszielekatalog um den Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes zu festigen.

Beschluss der Neuerungen

NEOS Wohnbausprecherin Selma Arapović freut sich: „Wir wollen mit der Novellierung der Bauordnung den Charakter von Einfamilienhausgebieten und des Grünraumes schützen. Zudem stellen wir den illegalen Abbruch von vor 1945 errichteten Bauten unter höhere Strafen. Wichtig ist auch, dass durch die Erweiterung des Planungszielkatalogs die Bedeutung des UNESCO Weltkulturerbes für Wien noch deutlicher betont wird!“

Der Wiener Landtag soll am 24. November die Novellierung der Bauordnung beschließen.