Wien: Neuer Ankerplatz nicht so dringend

Im Vorjahr war das Thema noch heiß umkämpft, jetzt ist die zusätzliche Schiffsanlegestelle für Touristenschiffe offenkundig kein so dringendes Anliegen mehr: „Wir sind derzeit gut unterwegs. Wenn die neue Anlegestelle erst in ein paar Jahren kommt, ist das kein Beinbruch“, sagte Hafen-Wien-Geschäftsführer Fritz Lehr im Gespräch mit dem WIENER BEZIRKSBLATT.

ein kompromiss 
Im vergangenen Jahr war noch von drei zusätzlichen Ankerplätzen die Rede, im Herbst kam es dann zu einer Einigung: Der Wiener Hafen reduzierte sein Vorhaben auf dringenden Wunsch des Bezirks auf einen einzigen Platz unterhalb der Brigittenauer Brücke – jedoch unter der Bedingung, dass die Interessen der Anrainer berücksichtigt würden. Bezirksvorsteher Hannes Derfler forderte die Erstellung eines Verkehrsgutachtens für die erforderliche Zufahrt von Autobussen. Dieses liegt allerdings noch nicht vor.

Wo ein zusätzlicher Anlegeplatz nun gebaut wird, steht noch in den Sternen. „Denkbar wäre dies etwa auch im 
zweiten Bezirk gleich nach der Reichsbrücke“, sagt Hafen-Chef Lehr. Eine Anlegestelle in Floridsdorf hingegen wäre weit weniger sinnvoll. 
Der Wiener Hafen selbst konnte seinen Umsatz im ­Vorjahr um 2,3 Prozent auf 58,1 Millionen Euro steigern. Kräftig zugelegt haben die ­Investitionen, die im Vorjahr 18,7 Millionen Euro betrugen – mehr als doppelt so 
viel wie 2016. Stadtrat Peter Hanke: „Der Wiener Hafen konnte seine Position als ­starker Wirtschaftsstandort ausbauen.“ Hans-Paul Nosko