Wien: Neues Konzept für Verkehrsknotenpunkte

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Experten der Sucht- und Drogenkoordination Wien und der Suchthilfe Wien haben gemeinsam mit der Magistratsdirektion „Organisation und Sicherheit“, den Wiener Linien, dem Fonds Soziales Wien (FSW), den ÖBB und der Polizei ein Konzept erstellt, das Probleme an bestimmten Verkehrsknotenpunkten entschärfen soll. Hierfür werden diese Organisationen alle sechs Wochen Jours Fixes abhalten, an denen die Lage an den jeweiligen Standorten bewertet werden. Hierfür wurde ein Ampelsystem erarbeitet, das vier Indikatoren umfasst: Fläche des Standortes, Unterschiede im Nutzungsverhalten, eventuell bestehende Nutzungskonflikte, Frequenz sowie Beschwerdelage. Je nach Bewertung wird ein Standort als „rot“, „gelb“ oder „grün“ bewertet. 

So ist z.B. die Umgebung der U6-Station Josefstädterstraße als „rot“ bewertet, der Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf erhielt „gelb“ und etwa der Stephansplatz ist in „grün“ eingefärbt. Insgesamt wurden rund 40 Plätze einer Bewertung unterzogen. „Davon sind zehn bis 15 Prozent rot gekennzeichnet“, sagt Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen.

Kontrollierter Alkoholkonsum

Für die einzelne Verkehrsknotenpunkte wird nun ein individueller Maßnahmenmix erstellt. Darunter fallen etwa erhöhte Polizeipräsenz, stärkere sozialarbeiterische Betreuung oder Erweiterung von Tageszentren insbesondere für kontrollierten Alkoholkonsum. An den nun festgeschriebenen Problemplätzen werden die involvierten Organisationen regelmäßige Begehungen durchführen, wobei die Initiative hierfür von den einzelnen Institutionen ergriffen werden wird.

Ein Raum für alle

Lochner spricht sich  für eine Kombination von sozialen, medizinischen, aber wenn notwendig auch repressiven Maßnahmen aus und stellt abschließend fest: „ Der öffentliche Raum ist für alle da.“.