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Richtung 90 und kein bisschen leise

Als Künstler prägte Arik Brauer mehrere Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, von Austropop bis Phantastischen Realismus. Mit 89 gibt er ein Tondokument neu heraus. Auf klassischem Vinyl.

Jedes Mal, wenn Arik Brauer eine seiner einzigartigen musikalischen Produktionen vorbereitet, dann ist das an und für sich schon ein Garant für eine gelungene sowie durchdachte Konzeption. Wenn es dann gar sein letztes Werk werden könnte, wird die Sache in ­vielerlei Hinsicht noch um ­einiges spannender. Er hat uns in sein privates Museum in Währing eingeladen und uns einen intimen Einblick in seine Welt gewährt. Vom Vinyl kommt Österreichs großer Maler und Musiker schnell auf die „Schrecken der Perfektion“ und erklärt, warum er der EU alles Gute wünscht.

Malerei jeden Tag

Das Malen auf der Staffelei wird Arik Brauer niemals loslassen, und Brauer will auch keinen der anderen Stile in der Malerei neu erfinden oder radikal umkrempeln. Das zu machen, was er kann und immer wollte, ist für Brauer das größte Geschenk: „Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.“

Zeitzeuge

Als echter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, das er oftmals auch als Motiv für seine, dem „Phantastischen Realismus“ zugeschriebenen Werke ­verwendet, wohnt ihm eine absolut positive Euphorie des europäischen Staatenbundes inne, welche jedoch von einem Hauch der ehrlichen Ratlosigkeit ob der Entwicklung der gesamten Menschheit ­umspannt wird.

„Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger ­Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie! Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umweltzerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann leider nicht gut gehen“, so Arik Brauer.

Einen spannenden TV-Beitrag zu Arik Brauer gibt es auf W24 zu sehen. 

Wir verlosen zehn exklusive Exemplare von „Von Haus zu Haus“!
(10 x 2 Vinyl-Platten Sonderedition)

© Arik Brauer



Benedikt Hesoun zu Besuch bei Arik Brauer in dessen Privatmuseum in Wien Währing.

Arik Brauer bereitet eine neue Schallplatte vor, vom Vinyl kommt der 89-Jährige schnell auf die Schrecken der Perfektion. Im  Interview erklärt Österreichs großer Maler und Musiker aber auch, warum er der EU alles Gute wünscht.

© Stefan Joham


Im Frühjahr 2018 wird die Vinyl-Edition der Musikproduktion „Von Haus zu Haus“ veröffentlicht.

Es wird  nur noch dieses eine Werk veröffentlicht. Die Musik selbst interessiert mich aber in immer höherem Maße, ich höre viel Klassik und guten Jazz , Stücke aus meiner Jugend (Arik Brauer ist Jahrgang 1929, Anm. d. Red.) z.B. Mahalia Jackson!

Das einzige, wozu ich mein ganzes Leben lang keine Verbindung aufbauen konnte, ist Musik aus elektronischen Geräten. Perfektion ist ja etwas Unmenschliches. Auch die Natur ist nicht perfekt, sie braucht dieses leichte Variieren, um Neues hervorzubringen. Das sieht man ja auch in der Architektur früherer Zeiten; ein völlig gerader Turm im mathematischen Sinne war lange gar nicht möglich. Und er hat auch etwas Langweiliges.

Die Übergabe kreativer Techniken an den Computer führt zwangsläufig dazu, dass sich der Mensch nicht mehr darinnen wiederfindet. Es geht ja um eine Kombination. Das, was uns am menschlichsten macht, sollten wir anstreben und das ist nun einmal die Kunst. In jedem Gegenstand vom einfachen Esslöffel bis zum Wolkenkratzer müsste immer noch etwas Menschliches enthalten sein. Die Automaten helfen ja nicht nur, sie führen und auch ständig unser Unvermögen vor. Je perfekter das ist, desto ohnmächtiger sind wir.

Hat damit auch die aktuelle Begeisterung für Vinyl, immerhin kommerziell eines der wenigen Wachstumsfelder der Musikbranche, zu tun?

Zunächst denkt man, dass ist nur so eine Modeerscheinung. Aber auch bei diesen Moden steckt oft ein echtes Bedürfnis dahinter. Vielleicht geht es da ebenfalls einfach um die eigene Tätigkeit, darum aktiv zu werden. „Ich leg mir Musik auf“, klingt nicht nur anders als „ich schalte ein“, es hat auch eine andere Qualität, als einen Knopf zu drücken. Ich glaube aber nicht, dass man die Geschichte oder auch die Kunstgeschichte zurückkurbeln kann. Es hat sich aber mittlerweile doch einiges als falsch herausgestellt. Die Euphorie für den Fortschritt wie wir sie in den 1950er und 1960er Jahren noch hatten, wurde deutlich eingebremst.

Und die Kunst wäre das Heilmittel gegen diese Angst in den Städten?

Die Kunst wurde ja systematisch abmontiert im letzten Jahrhundert. Seit der Erfindung der Fotografie ergab sich eine neue Fragestellung an die Malerei und die wurde unterschiedlich beantwortet von der bildenden Kunst. Was die Malerei betrifft, ist sie für viele Fachleute eine Kunst der Vergangenheit und von gestern. Ich halte das für vollkommen falsch. Für mich stellt sie eine Entfaltung des Menschen dar, die sich mit dem Erlernen einer Sprache vergleichen lässt: Es geht um die Ausdrucksmöglichkeiten und das Erfinden von Neuem. Einen Baum mit allen Blättern, die er hat, zu malen, kann der Mensch nicht, das schafft nur der Fotoapparat. Aber das soll der Mensch auch gar nicht können, er braucht nur im Stande sein, den Ausdruck des Baums, die Stimmung, zu erfassen.

Dazu kommt, dass auch die physische Bearbeitung von Material einen Urtrieb darstellt, der zurückgeht bis zum steinzeitlichen „Nestbau“. Die Arbeit mit den modernen Materialien – auch wenn es da kreative Leistungen gibt – beantworten dieses Bedürfnis nicht. Wenn sie nur einen Knopf drücken und etwas ist nicht mehr grün, sondern in Sekunden rot, dann geht das nicht nur zu schnell. Es fehlt auch was. 

Im Frühjahr 2018  kommt als Tondokument  Ihr „Von Haus zu Haus“ als Vinyl-Edition heraus. Wie steht es mit der Malerei?

Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.

Hat sich dabei etwas geändert an Technik oder Farben?

In meinen Augen schon, wobei ich nicht weiß, ob das auch Betrachtern auffallen würde. Ich gehöre aber zu den Malern, die ihr Leben lang das Gleiche gemacht haben. Im Gegensatz zu denen, deren berühmtestes Beispiel wohl Picasso darstellt, die sich immer neu erfinden. Das allein kann aber auch kein Qualitätsmerkmal sein. Auch Breughel hat stets das Selbe gemacht, Mozart auch.

Was fasziniert einen nach Jahrzehnten an der Staffelei noch?

Man vertieft die Sache, die man hat und an die man glaubt. Wenn man das kann. Deshalb hält man daran fest.

Freut Sie als Dialekt-Pionier („Sie hab‘n a Haus baut“) die Rückkehr wienerischer Texte in die Popmusik?

Die letzten Jahrzehnte wurde viel auf Englisch gesungen, weil die jungen Leute das auch weitaus besser können als in meiner Generation. Mir waren die Texte ja oft peinlich, weil man gemerkt hat, das ist jetzt kein „native English“. Vor allem aber soll man die Sprache ja nicht nur als Verständigungsmittel betrachten, sondern auch in ihr denken und träumen. Es wäre also eine Sünde, ein musikalisch vorgetragenes Gedicht, was für mich ein Lied immer war, in einer Fremdsprache zu machen. Dazu kommt, dass der Dialekt eine starke Potenz hat. Nicht nur das Wienerische, sondern jeder Dialekt.

Aber zu viel Zucker im Tee ist auch ungesund… Als ich die Chansons in Paris geschrieben habe, das war noch in den 1960er Jahren, bin ich draufgekommen, dass der Wiener Dialekt mit der deutschen Sprache das Gleiche macht wie die französische Sprache zuvor mit dem Latein: Sie lässt Buchstaben weg um des besseren Sprachflusses wegen. „I hob an Huat“ klingt viel besser als „Ich/habe/einen/Hut“.

Bei all der Nostalgie heute: Wäre da eine Zusammenarbeit mit einer der aktuellen Bands nicht reizvoll?

Mich haben schon ein paar Gruppen angesprochen, die Chansons von mir vortragen, und das mal besser, mal weniger gut tun. Aber ich finde immer, dass die Jungen lieber was Eigenes erfinden sollen, als bei etwas zu „hitchhiken“, was ein anderer gemacht hat. Das gilt vor allem bei den Texten. Wobei leider manche von mir immer noch Aktualität besitzen

Wenn Sie sich doch noch hinsetzen würden, um ein Lied zu schreiben, was wäre so ein Thema?

Vermutlich die Thematik, die momentan ganz Europa in seinen Grundfesten erschüttert, und an der man gar nicht vorbeischreiben kann.

Wie zuversichtlich blicken Sie in die Zukunft bei solchen Herausforderungen?

Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie. Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umwelt-Zerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann nicht gut gehen!

Traumhaus nahe Alter Donau

Premiumbauträger Glorit lädt zu Open-House-Event

Der Architektur- und Immobilien-Profi im Großraum Wien hat drei Einzelhäuser am Bruckhaufen fertiggestellt. Zwei Häuser (4 Zimmer; 138 und 140 Qua­dratmeter Wohnfläche inkl. Vollunterkellerung, Garten und Pkw-Stellplatz) können ab 953.900 Euro pro­visionsfrei und rasch ­bezogen werden.

Die exklusiven Häuser im 21. Bezirk sind durch die Nähe zur U1 (Arbeiter­strandbadstraße) und U6 (Neue Donau), zur Alten Donau (Freizeitparadies, Zugang zum Wasser in der Nähe) sowie zur UNO und Vienna International School bestens angebunden. Die ­Häuser befinden sich auf Eigengrund in idyllischer Grünruhelage und punkten mit exklusiver Ausstattung. Neugierig geworden? Am 19. und 20. Jänner bittet Glorit jeweils von 14 bis 17 Uhr zum Open-House-Event in die Birneckergasse 23. Treffpunkt ist im ­Musterhaus 1.


Ansprechpartner: Walter Danninger, walter.danninger@glorit.at, Tel.: 0699/14 91 45 17
Weitere Infos: www.glorit.at

Ein Zubau für das Schulzentrum

Beim „Tag der offenen Tür“ in der Linzer Straße 232 (Penzing) am 17. Jänner können Interessierte die Erweiterung schon begutachten.

Im Februar ist es ja dann so weit: Die „inklusive Schule“ bekommt einen Zubau für zwei mehrstufig geführte Integrationsklassen. Sowohl jene für die 6- bis 10-Jährigen als auch jene für die 10- bis 14-Jährigen waren bisher im Stammhaus ­untergebracht – und bekommen nun ein eigenes ­Gebäude, wie Schuldirektorin Karin Stepanek freudig informiert.

Der Bedarf an mehr Platz war zuletzt gestiegen, der Lernraum 14 versuche jeden Tag, „den Schülern Flügel wachsen zu lassen“, wie es die engagierte Direktorin ausdrückt.

Penzing: Nach Durchhänger geht’s aufwärts

Manch einer hörte nach den ersten Herbst-Runden das Gras wachsen. Die Kampfmannschaft von Austria XIII Auhof Center leistete sich Umfaller wie gegen Slovan (2:3 nach 2:1-Führung bis Minute 89), um dann gegen Titelanwärter Elektra (2:2 nach 2:0-Führung) bärenstark zu sein. Das Hin und Her führte zum passablen Tabellen-Platz 6.

Aufpassen

Ähnlich war die Herbstsaison im Nachwuchs. Lange Zeit pickten die Burschen hinten drinnen, bis starke Runden gegen Schwechat, Mauerwerk und Red Star folgten. Am Ende landete man auf Platz 10 mit 45 ­Punkten. Für die Frühjahrssaison heißt das: Bis zu Platz 8 ist alles möglich, aber auch hinten heißt es aufpassen. Mauerwerk ist zwar 21 Punkte hinten, aber traditionell in der Rückrunde stärker.

 

Hietzing: Für Schutzzone in Adolfstorgasse

Bezirkschefin will historische Gebäude im Bezirk erhalten

Die neue Bauordnung wird zwar von ÖVP-Kreisen kritisiert, hat aber auch ihr Gutes, wie die Vorsitzende des Bau-Ausschusses Dorothea Drlik ­betont: „Die vorgesehene ­Novelle gibt uns die Möglichkeit, Schutzzonen für einzelne historische Gebäude zu verordnen.“ Womit willkürliche Abrisse und das Zubetonieren mit unpassenden Bauten ­bekämpft werden können.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, soll in Ober St. Veit vorgebaut werden. „Die Bezirksvertretung hat einstimmig die Verordnung einer Schutzzone für die historischen Villen im Bereich Adolfstorgasse beschlossen“, so Vorsteherin Silke ­Kobald. Für viele, die den skandalösen Abriss des Gründerzeithauses in der Hietzinger Hauptstraße ­100–102 noch vor Augen haben, sinnvoll. „Ich hoffe, dass das Rathaus den Intentionen des Bezirks folgt.“

H. Steiner

Hietzing: Rapid kommt zum Benefiz-Matcherl

Eine höchst kreative Idee kann Gemeinderat Gerhard Schmid anlässlich des 80. Geburtstags von ­Ex-Bundespräsident Heinz Fischer umsetzen. Zwischen März und Mai 2019 kommt Rapid zum Benefiz-Match auf den ASV-13-Platz.

Kicker-Fan

„Heinz Fischer ist Rapid eben­so verbunden wie dem ASV 13, wo er als Stürmer ­gespielt hat“, ­erzählt Schmid dem WIENER BEZIRKSBLATT. „Wir freuen uns sehr. Die Besucher werden um eine Spende ­gebeten, die den Projekten seiner Frau Margit bei der Volkshilfe zugutekommen wird.“ Den Rapid-Gutschein für das Match haben Präsident Krammer und Vorstand Peschek schon übergeben.

 

Floridsdorf: Ernte im Frühling

Auf einem Areal zwischen der Prager Straße und der Katsushikastraße (21.) liegt das Wohnbauprojekt „Florasdorf am Anger“. Im Zuge der Planung einer Lärmschutzwand wurde nun eine „Grünwand“ errichtet. 
Auf den knapp 500 Quadratmetern Wandfläche wurde auch viel Essbares eingepflanzt. Dies soll die Bewohner in der warmen Jahreszeit zum Pflücken und Naschen einladen.

 

Rudolfsheim-Fünfhaus: Auszeichnung für Mietervertreter

Elf Mietervertreter wurden im Rathaus für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Von offizieller Seite gratu­lierten Gemeinderat Kurt Stürzen­becher, Wiener-Wohnen-­Vizedirektor ­Daniel Milovic und Alexander Lehner vom Wohnpartner-Team.

Unter den Geehrten ist ­Wolfram Mack, der seit ­Jahren die Wohnsiedlung Schmelz betreut. Als Grund für die Auszeichnung gibt das Wohnservice an: „Während der derzeit laufenden Renovierung fungiert Mack als Schnittstelle zu Wiener Wohnen. Außerdem ist er maßgeblich am sozia­len und kulturellen Leben in der Wohnsiedlung beteiligt und organisiert Feste. Auch im Gartenverein ist er ­ehren­amtlich aktiv.“

 

Döbling: Baustart mit Verzögerungen beim Casino Zögernitz

Dabei wurden ein Stein mit einem Meter Durchmesser, in dem die „Blume des Lebens“ eingraviert ist, sowie Edelmetalle und Edelsteine in das Fundament eingebettet. „Wir glauben an die positive Energie, die dadurch auf die Menschen und Gebäude und das gesamte Umfeld der Döblinger Hauptstraße gebündelt werden“, erklärt Projektentwickler Hermann Rauter.

Einsprüche

Nach langem Hin und Her, nach Protesten von Anrainern und Verzögerungen durch den Denkmalschutz sind nun alle rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt, wie der neue Bezirkschef Daniel Resch (VP) und sein SP-Kollege Thomas Mader erklärten. Damit konnte mit dem Bau der 46 Eigentumswohnungen inklusive Dachterrassen und Spielplatz begonnen werden. Die Grünanlagen und der Baumbestand rund um das historische Gebäude des Casino Zögernitz, in die auch die Wohnungen eingebettet sind, bleiben erhalten.

Casino bleibt

Die Fertigstellung des Neubaus ist im Februar 2020 geplant, die Sanierung des Altbaus wird im Sommer des gleichen Jahres abgeschlossen sein. Zudem entstehen Garagen, eine Etage ist für Kunden der Geschäftsstraße oder Besucher des Casinos ­reserviert.Gerhard Krause

 

Liesing: Eine Sargfabrik wird mit Kultur neu belebt

In der ehemaligen Sargfabrik Atzgersdorf wurden bis vor wenigen Jahren tatsächlich noch ­Särge erzeugt. Heute tummeln sich hier unterschiedlichste lokale und internationale Kultur­formate. Anfang des Jahres wurde das Areal an den Immobilienentwickler Soravia verkauft, der die Nutzung als Veranstaltungsort wie bisher beibehalten und um Gastronomieflächen, Büros, Werkstätten und Proberäume ergänzen will. Bis dahin nutzt der Verein „F23.wir.fabriken“ den Ort.

Kultur ist Austausch

Gerald ­Bischof setzt sich dafür ein, dass auch langfristig eine kulturelle Nutzung sichergestellt ist. „Es braucht Orte wie diese Sargfabrik, wo ein kultureller und sozialer Austausch stattfinden kann.“ Angrenzend an die Sargfabrik ist ein Bauträgerwettbewerb für rund 740 geförderte Wohnungen geplant, außerdem entsteht in unmittelbarer Nähe ein Bildungscampus mit Kindergarten, Volksschule und Mittelschule. „Immer mehr Menschen zieht es in die einwohnerstärksten Bezirke, wo es – verglichen mit dem Wachstum – auch eine kulturelle Entwicklung des Angebots ­geben muss“, ist Bischof überzeugt.

 

Leopoldstadt: Mehr Platz in der Bierinsel

Die „Gösser Bier­insel“ am Ende der Prater Hauptallee ist ein echtes Wiener Beisl mit reichhaltigem Speisenangebot, gemütlichen Gasträumen und einem tollen Garten. Da speziell die WC-Anlagen in die Jahre gekommen sind, wird nun großzügig umgebaut. Von 7. Jänner bis 28. Februar bleibt das Lokal geschlossen. 
„Nach dem Umbau werden wir drinnen über 130 bis 140 Plätze verfügen“, verrät Karin Graf, stv. Geschäftsführerin der Bierinsel. Derzeit sind es knapp 100 plus ca. 300 Plätze im Garten.

Rauchfrei?

Die Raucher werden ent­weder im derzeitigen Extra­zimmer untergebracht – oder der Innenbereich wird komplett rauchfrei. Graf: „Auf jeden Fall bleibt’s bei uns so gemütlich wie bisher.“

Hans-Paul Nosko

 

Favoriten: Neues Gesicht der Keplergasse

 Umgestaltung mit breiteren Gehsteigen

Auf Wunsch der ­Bevölkerung wird die Kepler­gasse umgestaltet. Sie erhält breitere Gehsteige und wird durch bauliche Maßnahmen verkehrs­-
beruhigt. Am Humboldtplatz wird vor dem Denkmal beim Humboldttempel der Gehsteig erweitert, um für Gedenkveranstaltungen entsprechend Platz zu schaffen. Auf der gegen­überliegenden Straßenseite erfolgt eine weitere bau­liche Maßnahme: eines von 25 Lichtzeichen zur Erinnerung an die im Novemberpogrom 1938 mutwillig zerstörten Syna­gogen. Durch den Ausbau wird die Achse zwischen dem Sonnwendviertel und der Favoritenstraße gestärkt und für Fußgänger attraktiver gestal­tet. Der erste Abschnitt ist 2018 im Bereich des Humboldtplatzes fertiggestellt worden. Den Rest nimmt man in Angriff, wenn klar ist, wie es mit dem Polizeikommissariat Keplergasse weitergeht.

 

Rudolfsheim-Fünfhaus: Nie vergessen! Moshe Jahoda verewigt

Ein sehr bewegender ­Spätnachmittag in der ­Turnergasse/Ecke Dingelstedtgasse. Gedacht wurde eines „Sohns des Bezirks“, dessen Schicksal viele bis heute berührt. Jenes von Moshe Jahoda …

Fürchterliches Leiden

Als Hans Jahoda wurde er am 11. Mai 1926 in der Geibelgasse geboren. Sein Opa war Ehrendiener im Turnertempel, er selbst sang im Chor. Der junge Mann erlebte Schreckliches: die Verfolgung der Juden, die Vernichtung des Turnertempels während des Novemberpogroms und als 13-Jähriger die Flucht nach Palästina. Seine Eltern und seine Schwester wurden 1943 im KZ ­Au­schwitz ermordet.

„Für Moshe Jahoda war es wichtig, unermüdlich auf die Notwendigkeit des Lernens aus der Geschichte hinzu­weisen“, betonte Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal, der Jahoda persönlich kennenlernen durfte. Bis zu seinem Tod 2016 war er als Berater des Projekts „Herklotzgasse 21“ und des Mahnmals Turnertempel seinem Heimatbezirk verbunden.

Hans Steiner

 

Brigittenau: WAF Brigittenau ist in der Wiener Liga angekommen

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg:

Im Sommer stieg WAF ­Brigittenau als Meister der zweiten Landesliga gemeinsam mit ASV 13 in die Wiener Liga auf. Allerdings: Die Hietzinger liegen nach dem Ende des Herbstdurchgangs auf dem letzten Tabellenplatz, die Brigittenauer sind Siebenter von 
16 Vereinen.

Heimstärke

WAF-Obmann Peter Schrimpl bleibt trotzdem ­Realist: „Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt.“ Die derzeitige Platzierung zu ­halten, wäre ein Erfolg. Die ­Unsicherheit dabei: Es können bis zu vier Vereine aus der Wiener Liga absteigen. 
Trotzdem ist Schrimpl optimistisch: Im Frühjahr spielt sein Verein öfter zu Hause als auswärts – und in den Heimpartien wurden bislang 15 der 20 Punkte geholt.
Blendend unterwegs war im Herbst der Nachwuchs, der mit 13 Punkten Vorsprung die Tabelle der B-Liga anführt. Schrimpl: „Hier ist unser Ziel ganz klar der ­Aufstieg in die A-Liga.“

Hans-Paul Nosko

 

Brigittenau: Einkaufen und verweilen

Benannt wurde die Wallensteinstraße nach dem Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg. 1869, als die Benennung erfolgte, gehörte sie noch zur Leopoldstadt.
Heute herrscht hier täglich außer Sonntag geschäftiges Treiben: Vom Herrenanzug bis zum Pelzmantel, vom Bilderrahmen bis zum hochwertigen Möbel, hier und in der näheren Umgebung ist alles zu bekommen, was man für das tägliche Leben braucht –und einiges mehr. 
Und wer Gebrauchsgegenstände loswerden will, kann beim regelmäßig stattfindenden Hofflohmarkt des Wallensteinviertels mitmachen.

Gute Infrastruktur

Ganz anders verhält es sich mit dem Wallensteinplatz. Dominiert wird dieser von einer riesenhaften roten Toilette-Anlage. Daneben finden sich Bänke zum Ausruhen, im Sommer ein Wasserspiel, und an der Ecke zur Jägerstraße das Café und Kabarett Vindobona, das seinem Publikum regelmäßig teils Heiteres, teils Nachdenkliches bietet. 
Nicht nur die geschäftliche, auch die verkehrstechnische Infrastruktur ist hier hervor­ragend: Straßenbahnen und Autobusse befahren und ­queren die Wallensteinstraße – alles Gründe, warum sich 
seit ­einiger Zeit immer mehr junge Menschen in dem Grätzel niederlassen.

Geschäftige Wallensteinstraße ruhiger Wallensteinplatz