KAV-Pflegehäuser öffnen Gastrobetriebe für externe Besucher

Die neun Pflegehäuser des Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) sind alle mit einem eigenen Kaffeehaus-Betrieb und teils Schanigarten ausgestattet. Bis jetzt wurden diese großteils nur von den Bewohnern und deren Angehörigen genutzt oder galten als Insider bei Anrainern. Jetzt setzt man auf Transparenz und will mehr externe Besucher in den Gastrobetrieben willkommen heißen. Versorgt werden die Besucher mit Kaffee, Kuchen und kleinen Hauptspeisen. Einige der Betriebe locken auch mit Spezialitäten wie selbstgemachtem Speiseeis (Pflegewohnhaus Liesing) oder Wein und Speck aus dem Burgenland (Pflegewohnhaus Baumgarten).

Besseres Miteinander von Jung und Alt
Das Zusammenkommen von verschiedenen Generationen steht hierbei im Vordergrund. „Unsere Pflegewohnhäuser sollen nicht ausschließlich den Betagten zur Verfügung stehen – wir wollen Jung und Alt noch mehr zusammenbringen“, so Susanne Drapalik, Direktorin der KAV-Teilunternehmung Pflegewohnhäuser.
Die meisten Kaffeehäuser haben täglich von morgens bis zum frühen Abend geöffnet. Im Zuge von Führungen besteht auch die Möglichkeit, sich über die pflegerischen, medizinischen und therapeutischen Angebote der Häuser informieren zulassen.

Pflegwohnhaus Baumgarten (14., Seckendorfstr. 1): MO-FR 7-18 Uhr: SA, SO und Feiert. 10-18 Uhr
Pflegewohnhaus Simmering (11., Dittmanng. 5): MO-SO 9-17 Uhr
Pflegwohnhaus Liesing (23., Haeckelstr. 1A): MO-FR 7.30-18 Uhr; SA,SO u Feiert. 7.30-18 Uhr
Pflegewohnhaus Donaustadt (22., Langobardenstr. 122a): MO-FR 9.30-18 Uhr; SA,SO u Feiert. 9.30-18 Uhr
Pflegewohnhaus Innerfavoriten (10., Bernhardtstalg. 32): MO-FR 9-17 Uhr; SA,SO u Feiert. 9-17 Uhr
Pflegewohnhaus Meidling (12., Stüber-Gunther-Gasse 2): MO-FR 10-18 Uhr; SA,SO u Feiert. 10-18 Uhr
Pflegewohnhaus Leopoldstadt (2., Engerthstr. 154): MO-FR 11-17 Uhr; SA,SO u Feiert. 11-17 Uhr
Geriatriezentrum Floridsdorf (21., Bentheimstr. 5): MO-SO 10-18 Uhr
Pflegewohnhaus Rudolfsheim-Fünfhaus (15., Kardinal-Rauscher-Platz 2): MO-SO 9-18 Uhr

Neues Tageszentrum für Obdachlose

Seit Mai diesen Jahres findet sich das erste Tageszentrum für Obdach- und Wohnungslose nördlich der Donau. Sieben solcher Zentren gibt es in Wien bereits. Mit dem „NORD_light“ eröffnet die Volkshilfe eine weitere Sozialeinrichtung als Rückzugsort für Betroffene.
„Hinsehen wo andere wegsehen. Das ist das Credo der Volkshilfe und unser zentraler Ansatz der Wohnungslosenhilfe“, so Rudolf Hundstorfer, Präsident der Volkshilfe Wien.

Sicherer Ort für Männer und Frauen
Insgesamt stehen 4 Ruheräume, einer davon speziell für Frauen zur Verfügung. Gerade in Sommermonaten sind die Aufenthaltsräume mit Ventilatoren gekühlt und sind ein Rückzugsort vor der Hitze. Das Tageszentrum bietet außerdem Waschmaschinen, Essen und Getränke sowie Sanitärräume. Diese haben für Frauen und Männer jeweils getrennte Bereiche. Weiters werden Handtücher, Hygieneartikel, Bettwäsche und Kleidung zur bereit gestellt. Die persönlichen Gegenstände können in Spinden verstaut und Wertsachen beim Personal hinterlegt werden.

Das ganze Jahr geöffnet
Das Tageszentrum hat von Mai bis November von 10:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten öffnet ein Winternotquartier an der selben Adresse. Der Aufenthalt ist jeder Person ab 18 Jahren erlaubt. Außer der Bereitschaft, die Hausordnung einzuhalten, gibt es keine weiteren Bedingungen. Alkohol ist in „sozial verträglichen Mengen“ erlaubt. Dazu zählen keine Spirituosen oder Getränke in Glasflaschen. Auch Tierbesitzer sind im NORD_light willkommen.

Den Betroffenen zu neuen Perspektiven verhelfen
Die Wiener Wohnungshilfe und die Volkshilfe ermöglichen obdachlosen Menschen mit dieser Anlaufstelle eine neue Perspektive und Hoffnung darauf, wieder selbstbestimmt wohnen zu können.
„Es gibt leider auch im Jahr 2019 noch immer Menschen für die saubere Bettwäsche und Hygieneartikel einen Luxus darstellen. Das ist nicht nur sehr traurig – sondern auch eine Mahnung an uns als Gesellschaft die sozialen Verantwortungen wahrzunehmen und von Obdachlosigkeit betroffene Personen nicht ihrem Schicksal auf der Straße zu überlassen“, so Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher der Donaustadt, welcher das Projekt ebenfalls unterstützt.

Floridsdorf: wohnpartner-Boccia- und Schachturnier

Am 30. August findet in Floridsdorf zum 8. Mal das wohnpartner-Bocciaturnier statt. Bis zu 20 Teams kommen auf vier Bahnen zusammen und werden von Profis mit Tipps und Tricks tatkräftig unterstützt. Das Turnier ist daher auch für Anfänger geeignet. Zusätzlich findet auch ein Schachturnier, jeweils für Erwachsene und Kinder statt. Der Fokus des Nachmittags liegt auf einem freundschaftlichen Miteinander, einer guten Nachbarschaft und Spaß am Spiel. Auch ein Buffet und ein Sing along mit dem 1. Wiener Gemeindebauchor sind Teil des Programms.
Veranstaltet wird das Event von wohnpartner mit Unterstützung von der Wiener Wohnen Haus- und Außenbetreuung, Wiener Wohnen und den BewohnerInnen.

vollständiges Programm:
Boccia-Turnier
Kinder-Crossboccia
Schachturnier (auch für Kinder)
Simultanschach
Sing along mit dem 1. Wiener Gemeindechor

 

Anmeldung unter: 01/24503 21085 (Deadline: Donnerstag 29.08.2019)
Datum: 30.8.2019
Uhrzeit: 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort: Seitenstraße 21-55
1210 Wien
im Hof der Stiegen 143-148, Zugang über Ruthnergasse 5

 

 

Neue Marktordnung bringt mehr Besucher

Die neuen Kernöffnungszeiten auf den Wiener Märkten zeigen erste positive Auswirkungen: immer mehr Menschen kaufen am Markt ein – speziell Berufstätige am Nachmittag.

Eine Frequenzzählung zeigte, dass die Besucherzahlen im letzten Jahr auf rund 360.000 pro Woche gestiegen sind. Das ist die höchste Frequenz die je erreicht wurde. „Mit der neuen Marktordnung und den Kernöffnungszeiten ist es uns gelungen, elf Prozent mehr BesucherInnen auf den Markt zu bringen. Die Wiener Märkte sind fit für die Zukunft und begeistern immer mehr Menschen“, so Märkte-Stadträtin Ulli Sima. Seit der neuen Regelung kaufen Kunden häufiger nach 15 Uhr ein, weil sie um diese Zeit nicht mehr nur auf Supermärkte angewiesen sind.

 

Wiens Besucherlieblinge

Der Brunnenmarkt ist mit 72.674 Besuchern der am stärksten besuchte Markt noch vor dem Naschmarkt und dem Rochusmarkt. Märkte gibt es in Wien bereits seit dem Jahr 1208. Heute arbeiten etwa 4.000 Menschen auf 17 Märkten. Neuen Schwung bringen Events wie das „Marktkino“ oder die „Mottomärkte“ am Naschmarkt.

 

Nähre Informationen:

https://www.wien.gv.at/freizeit/einkaufen/maerkte/

Wiener Märkte –App

Neues Frauenhaus in der Wiener Innenstadt

Seit Juli findet man in der Wiener Innenstadt das „Stadt Wien Frauenzentrum“, welches die erste allgemeine Anlaufstelle für alle Wienerinnen bietet. Frauen können an fünf Tagen der Woche juristische und psychologische Beratung bei Scheidungen, Gewalt in der Familie, finanzielle Probleme oder bei der Vereinbarung von Familie und Beruf in Anspruch nehmen. „Gerade in schwierigen Situationen ist es wichtig, sofort zu handeln und Frauen mit Beratung und Weitervermittlung an die richtigen Stellen zu helfen“, so Stadträtin Kathrin Gaal.

 

Vertraulich, anonym und kostenlos

Erstberaten werden die hilfesuchenden Frauen, von erfahrenen Juristinnen, einer Sozialarbeiterin und einer Psychologin, vor Ort. Dies ist persönlich oder telefonisch unter der Nummer des bisherigen Frauentelefons (01/408 70 66) möglich. Für die weiterführende Beratung wird ein Termin vereinbart. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der Anonymität.

 

Zentrale Anlaufstelle

Dank seiner zentralen Lage in der Rathausstraße 2 im 1. Bezirk ist die Einrichtung auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. Das Gebäude ist barrierefrei und niederschwellig zugänglich und verfügt außerdem über eine Kinderspielecke.

Zusätzlich zu den Beratungen werden Workshops und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen angeboten.

 

Öffungszeiten:

Mo, Di, Mi: 9-17 Uhr

Do: 9-18 Uhr

Fr: 9-16 Uhr

An Feiertagen geschlossen

Adresse: 1., Rathausstraße 2 1010 Wien

Telefon: 01/408 70 66

Weitere Informationen: https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/beratung/frauenzentrum/

Halbe Million für bessere Nachbarschaft

Ab dem 19. August gibt es eine neue Möglichkeit, Nachbarschaftsprojekte, die das Miteinander in Wien verbesseren sollen, zur Förderung einzureichen. Im Juli wurde der „Fördertopf für innovative und soziale Nachbarschaftsprojekte“ vorgestellt. Mit 500.000 Euro aus dem Sozialbudget sollen ab August neue Projekte der Bewohner Wiens gefördert werden, welche das Zusammenleben in den Grätzln stärken.

 

Unabhängige Jury entscheidet über Förderungen

Diese können auf der Website des Dachverbandes für Wiener Sozialeinrichtungen (www.dachverband.at) eingereicht werden. Das ist auch in Form eines Videos möglich. Die Projekte müssen mindestens zu zweit entwickelt werden und sollen „innovativ“ und für eine „Verstärkung des Zusammenhalts im Grätzl“. Eine unabhängige Expertenjury entscheidet schließlich, welchen Projekten eine Förderung zugesagt wird.

Pro Projekt können höchstens 20.000 Euro Fördergelder erhalten werden. Kleine Vorhaben sollen gezielt 2.000 bis 5.000 Euro Unterstützung erhalten. „Der Fördertopf ist so eingerichtet, dass nicht nur wenigen, ausgewählten Spitzenprojekten Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, sondern allen Wienerinnen und Wienern die Partizipationsmöglichkeit zur Verfügung steht“, so SPÖ-Gemenderätin Gabriele Mörk.

 

Jeder kann mitmachen

Grünen-Gemeinderätin Ursula Berner:„Das wichtigste für mich ist im Zusammenhang mit der neuen Förderung für soziale Projekte, dass jeder und jede einfach aktiv werden kann. Wir wollen alle motiviere, sich für ein gutes Miteinander einzubringen.“

Bier – mehr als nur ein Männergetränk

Heute, am 02.08., wird der jährliche internationale Tag des Bieres gefeiert. Auch bei Frauen ist diese Tradition ein Muss. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass dies kein modernes Phänomen ist, sondern Bier und Frauen schon immer zusammen gepasst haben.

Im Jahr 2009 haben bei einer Umfrage 74 Prozent der Teilnehmenden angegeben, Bier sei ihrer Meinung nach ein Männer Getränk. Doch diese Zahlen sind längst überholt. So gaben im Jahr 2019 nur noch 28 Prozent der Befragten diese Antwort. Bereits 4 von 5 Frauen geben an regelmäßig Bier zu trinken. Auch die Probierfreudigkeit nimmt deutlich zu. Aus einer aktuellen Umfrage geht außerdem hervor, dass Frauen das kleine Bier (0,33 l) im Lokal und das Biertrinken in Gesellschaft bevorzugen.

 

Mehr weibliche Biersommeliers als männliche

Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft der Sommeliers für Bier Rimini, Italien, werden erstmals 2 Damen im österreichischen Nationalteam vertreten sein. Währenddessen steigt der Frauenanteil bei den aktuellen Ausbildungszahlen im Beriech Biersommelier stetig an. Bereits 41 Prozent aller österreichischen in dem Beriech Tätigen sind weiblich. Die Jugendsommerliers führen mit mittlerweile 80 Prozent weiblicher Absolventinnen.

 

Bierkränzchen statt Kaffeekränzchen

Frauen und Bier haben sich seit jeher gut verstanden. Hildegard von Bingen war die erste Naturforscherin und Ärztin, welche die Wirkung von Hopfen wissenschaftlich beschrieb. Zudem war Bierbrauen Jahrhunderte lang eine Frauenangelegenheit. Ein Braukessel als Mitgift zur Hochzeit und Treffen mit anderen Frauen nach dem Brauen um Bier und Brot zu verkosten waren keine Seltenheit. „Schlussendlich ist auch die Seele des Bieres, der Hopfen, weiblich. Denn für die Bierherstellung werden nur die weiblichen Hopfenpflanzen verwendet“, so Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

 

 

90 und kein bisschen leise

Als Künstler prägte Arik Brauer mehrere Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, von Austropop bis Phantastischen Realismus. Mit 89 gab er ein Tondokument neu heraus. Auf klassischem Vinyl.

Jedes Mal, wenn Arik Brauer eine seiner einzigartigen musikalischen Produktionen vorbereitet, dann ist das an und für sich schon ein Garant für eine gelungene sowie durchdachte Konzeption. Wenn es dann gar sein letztes Werk werden könnte, wird die Sache in ­vielerlei Hinsicht noch um ­einiges spannender. Er hat uns in sein privates Museum in Währing eingeladen und uns einen intimen Einblick in seine Welt gewährt. Vom Vinyl kommt Österreichs großer Maler und Musiker schnell auf die „Schrecken der Perfektion“ und erklärt, warum er der EU alles Gute wünscht.

Malerei jeden Tag

Das Malen auf der Staffelei wird Arik Brauer niemals loslassen, und Brauer will auch keinen der anderen Stile in der Malerei neu erfinden oder radikal umkrempeln. Das zu machen, was er kann und immer wollte, ist für Brauer das größte Geschenk: „Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.“

Zeitzeuge

Als echter Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, das er oftmals auch als Motiv für seine, dem „Phantastischen Realismus“ zugeschriebenen Werke ­verwendet, wohnt ihm eine absolut positive Euphorie des europäischen Staatenbundes inne, welche jedoch von einem Hauch der ehrlichen Ratlosigkeit ob der Entwicklung der gesamten Menschheit ­umspannt wird.

„Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger ­Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie! Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umweltzerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann leider nicht gut gehen“, so Arik Brauer.

Einen spannenden TV-Beitrag zu Arik Brauer gibt es auf W24 zu sehen. 

Wir verlosen zehn exklusive Exemplare von „Von Haus zu Haus“!
(10 x 2 Vinyl-Platten Sonderedition)

© Arik Brauer



Benedikt Hesoun zu Besuch bei Arik Brauer in dessen Privatmuseum in Wien Währing.

Arik Brauer bereitet eine neue Schallplatte vor, vom Vinyl kommt der 90-Jährige schnell auf die Schrecken der Perfektion. Im  Interview erklärt Österreichs großer Maler und Musiker aber auch, warum er der EU alles Gute wünscht.

© Stefan Joham


Im Frühjahr 2018 wurde die Vinyl-Edition der Musikproduktion „Von Haus zu Haus“ veröffentlicht.

Es wird  nur noch dieses eine Werk veröffentlicht. Die Musik selbst interessiert mich aber in immer höherem Maße, ich höre viel Klassik und guten Jazz , Stücke aus meiner Jugend (Arik Brauer ist Jahrgang 1929, Anm. d. Red.) z.B. Mahalia Jackson!

Das einzige, wozu ich mein ganzes Leben lang keine Verbindung aufbauen konnte, ist Musik aus elektronischen Geräten. Perfektion ist ja etwas Unmenschliches. Auch die Natur ist nicht perfekt, sie braucht dieses leichte Variieren, um Neues hervorzubringen. Das sieht man ja auch in der Architektur früherer Zeiten; ein völlig gerader Turm im mathematischen Sinne war lange gar nicht möglich. Und er hat auch etwas Langweiliges.

Die Übergabe kreativer Techniken an den Computer führt zwangsläufig dazu, dass sich der Mensch nicht mehr darinnen wiederfindet. Es geht ja um eine Kombination. Das, was uns am menschlichsten macht, sollten wir anstreben und das ist nun einmal die Kunst. In jedem Gegenstand vom einfachen Esslöffel bis zum Wolkenkratzer müsste immer noch etwas Menschliches enthalten sein. Die Automaten helfen ja nicht nur, sie führen und auch ständig unser Unvermögen vor. Je perfekter das ist, desto ohnmächtiger sind wir.

Hat damit auch die aktuelle Begeisterung für Vinyl, immerhin kommerziell eines der wenigen Wachstumsfelder der Musikbranche, zu tun?

Zunächst denkt man, dass ist nur so eine Modeerscheinung. Aber auch bei diesen Moden steckt oft ein echtes Bedürfnis dahinter. Vielleicht geht es da ebenfalls einfach um die eigene Tätigkeit, darum aktiv zu werden. „Ich leg mir Musik auf“, klingt nicht nur anders als „ich schalte ein“, es hat auch eine andere Qualität, als einen Knopf zu drücken. Ich glaube aber nicht, dass man die Geschichte oder auch die Kunstgeschichte zurückkurbeln kann. Es hat sich aber mittlerweile doch einiges als falsch herausgestellt. Die Euphorie für den Fortschritt wie wir sie in den 1950er und 1960er Jahren noch hatten, wurde deutlich eingebremst.

Und die Kunst wäre das Heilmittel gegen diese Angst in den Städten?

Die Kunst wurde ja systematisch abmontiert im letzten Jahrhundert. Seit der Erfindung der Fotografie ergab sich eine neue Fragestellung an die Malerei und die wurde unterschiedlich beantwortet von der bildenden Kunst. Was die Malerei betrifft, ist sie für viele Fachleute eine Kunst der Vergangenheit und von gestern. Ich halte das für vollkommen falsch. Für mich stellt sie eine Entfaltung des Menschen dar, die sich mit dem Erlernen einer Sprache vergleichen lässt: Es geht um die Ausdrucksmöglichkeiten und das Erfinden von Neuem. Einen Baum mit allen Blättern, die er hat, zu malen, kann der Mensch nicht, das schafft nur der Fotoapparat. Aber das soll der Mensch auch gar nicht können, er braucht nur im Stande sein, den Ausdruck des Baums, die Stimmung, zu erfassen.

Dazu kommt, dass auch die physische Bearbeitung von Material einen Urtrieb darstellt, der zurückgeht bis zum steinzeitlichen „Nestbau“. Die Arbeit mit den modernen Materialien – auch wenn es da kreative Leistungen gibt – beantworten dieses Bedürfnis nicht. Wenn sie nur einen Knopf drücken und etwas ist nicht mehr grün, sondern in Sekunden rot, dann geht das nicht nur zu schnell. Es fehlt auch was. 

Im Frühjahr 2018  kam als Tondokument  Ihr „Von Haus zu Haus“ als Vinyl-Edition heraus. Wie steht es mit der Malerei?

Ich stehe in der Früh auf und male. Jeden Tag. Ich kann sagen, ich lebe malend.

Hat sich dabei etwas geändert an Technik oder Farben?

In meinen Augen schon, wobei ich nicht weiß, ob das auch Betrachtern auffallen würde. Ich gehöre aber zu den Malern, die ihr Leben lang das Gleiche gemacht haben. Im Gegensatz zu denen, deren berühmtestes Beispiel wohl Picasso darstellt, die sich immer neu erfinden. Das allein kann aber auch kein Qualitätsmerkmal sein. Auch Breughel hat stets das Selbe gemacht, Mozart auch.

Was fasziniert einen nach Jahrzehnten an der Staffelei noch?

Man vertieft die Sache, die man hat und an die man glaubt. Wenn man das kann. Deshalb hält man daran fest.

Freut Sie als Dialekt-Pionier („Sie hab‘n a Haus baut“) die Rückkehr wienerischer Texte in die Popmusik?

Die letzten Jahrzehnte wurde viel auf Englisch gesungen, weil die jungen Leute das auch weitaus besser können als in meiner Generation. Mir waren die Texte ja oft peinlich, weil man gemerkt hat, das ist jetzt kein „native English“. Vor allem aber soll man die Sprache ja nicht nur als Verständigungsmittel betrachten, sondern auch in ihr denken und träumen. Es wäre also eine Sünde, ein musikalisch vorgetragenes Gedicht, was für mich ein Lied immer war, in einer Fremdsprache zu machen. Dazu kommt, dass der Dialekt eine starke Potenz hat. Nicht nur das Wienerische, sondern jeder Dialekt.

Aber zu viel Zucker im Tee ist auch ungesund… Als ich die Chansons in Paris geschrieben habe, das war noch in den 1960er Jahren, bin ich draufgekommen, dass der Wiener Dialekt mit der deutschen Sprache das Gleiche macht wie die französische Sprache zuvor mit dem Latein: Sie lässt Buchstaben weg um des besseren Sprachflusses wegen. „I hob an Huat“ klingt viel besser als „Ich/habe/einen/Hut“.

Bei all der Nostalgie heute: Wäre da eine Zusammenarbeit mit einer der aktuellen Bands nicht reizvoll?

Mich haben schon ein paar Gruppen angesprochen, die Chansons von mir vortragen, und das mal besser, mal weniger gut tun. Aber ich finde immer, dass die Jungen lieber was Eigenes erfinden sollen, als bei etwas zu „hitchhiken“, was ein anderer gemacht hat. Das gilt vor allem bei den Texten. Wobei leider manche von mir immer noch Aktualität besitzen

Wenn Sie sich doch noch hinsetzen würden, um ein Lied zu schreiben, was wäre so ein Thema?

Vermutlich die Thematik, die momentan ganz Europa in seinen Grundfesten erschüttert, und an der man gar nicht vorbeischreiben kann.

Wie zuversichtlich blicken Sie in die Zukunft bei solchen Herausforderungen?

Wenn wir von der Politik sprechen, dann sehe ich aus meinem Leben heraus die EU als einen Jahrtausend-Fortschritt an. Ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen Staaten, der nicht einem Krieg diente, das gab es noch nie. Ich bin auch zuversichtlich, dass die Menschen diese lange Friedenszeit wieder erkennen werden und sich auch Europa wieder konsolidieren wird. Wie man hingegen mit der Umwelt-Zerstörung umgehen will, dazu reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Alle Probleme gehen doch irgendwie von dieser Explosion der Bevölkerung aus. Seit ich lebe, in diesen lächerlichen Jahrzehnten, hat sich die Menschheit verdreifacht. Und jetzt soll sie sich wieder verdreifachen? Das kann nicht gut gehen!

Einblicke in die Wiener Künstlerwelt

Von 2014 bis Ende 2017 hat der Künstler Salvatore Viviano (am Bild links mit Michael Edinger vom Magazin am Getreidemarkt 11, dem ehemaligen Standort) ein radikales Konzept umgesetzt. Direkt ums Eck vom Galerienviertel hat der Sizilianer, den es über Paris vor zehn Jahren nach Wien verschlagen hat, die One Work Gallery (OWG) geschaffen. Auf zehn Quadratmetern wurde jeweils nur ein Werk ausgestellt. Junge Künstler aus Wien waren ebenso zu sehen wie Bilder internationaler Superstars. Das „Büro“ hinter der Galerie bestand aus einem Doppelbett. Über die Zeit hat Viviano Tagebuch geführt, die amüsanten Erinnerungen sind  jetzt als OWG Diary (Harpune Verlag) erschienen.

Wir verlosen drei Exemplare des Buches!

© Harpune Verlag


Nachbar der Woche

Name | Salvatore Viviano

Beruf | Künstler

Alter | 38, mehr oder weniger

Was ich an meinem Bezirk mag | Die Galerie war direkt an der Grenze von 1. und 6. Bezirk. Ich liebe es mich im Labyrinth der Gassen im 1. Bezirk zu verlaufen. Am 6. Bezirk schätze ich die Kunstszene, die Kaffeehäuser und die wunderbar interessanten „hässlichen“ Geschäfte.

Was ich an meinem Bezirk nicht mag | Die manchmal zu konservative Stimmung im 1. Bezirk. Manche Menschen das Geld und eine konservative Einstellung Eleganz bedeuten. Das ist falsch. Eleganz bedeutet Dekadenz und eine offene Einstellung gepaart mit dem richtigen Verhalten am richtigen Ort. Am 6. Bezirk: Zu viel „Hippie Style“.

Was mir wichtig ist | Respekt, Stil, kulturelle Vielfalt und Ehrlichkeit. Dann gutes Essen und Trinken.

Worauf ich stolz bin | Auf mich selbst.

Lebensmotto | „Seitdem ich ein kleines Mädchen bin hatte ich immer das gleiche Ziel: Die Welt zu beherrschen“  – Madonna

Von ganz galanten Mannsbildern

Insgesamt elf heimische Promis offenbarten vor der Linse von Fotograf Andreas Hochgerner ihre ganz eigene Interpretation des Gentleman. Entstanden ist eine beeindruckende Serie von kraftvollen Schwarz-Weiß-Bildern, die nun in der Lounge des Wiener Fitness-Tempels John Harris offiziell aus der Taufe gehoben wurden (zu sehen bis Ende Jänner 2019).

Die Damenwelt zeigte sich entzückt angesichts der geballten Ladung an Kavalieren im eleganten Society-Fitnessclub in der Wiener City. Dabei stand nicht das Training im Mittelpunkt, denn die Herren standen Modell für Andreas Hochgerners Foto-Serie „Gentleman“. Darunter nicht nur so augenscheinliche Ehrenmänner wie Daniel und Papa Harald Serafin oder Entertainer Alfons Haider, sondern auch etwas rauere Exemplare, wie Ur-Wiener mit Meidlinger Charme Roman Gregory, ein messerscharfer Sternekoch Juan Amador oder Thaibox-Ikone Fadi Merza. Nebst Starwinzer Leo Hillinger, Musical-Publikumsliebling Uwe Kröger, Ballett-Legende Kirill Kourlaev, Musicaldarsteller Drew Sarich und Bandleader Josef „Pepi“ Schütz ließen sie sich von Hochgerner in außergewöhnlichen Posen und Settings portraitieren.

Mit seiner aktuellen Portrait-Serie möchte Andreas Hochgerner aufzeigen, dass es auch in der heutigen Zeit noch genügend Gentlemen gibt: „Nicht sein Aussehen, sondern vor allem seine Einstellung und sein Handeln anderen und auch sich selbst gegenüber, machen für mich aus einem Mann einen Gentleman“, so der Fotograf, dessen besondere Leidenschaft der Natürlichkeit des Augenblicks, dem Einfangen des Moments sowie dem Zusammenspiel von Licht, Schatten und der individuellen Facetten der Persönlichkeiten gilt.

 

Erfolgreiches erstes Benefizkonzert der Kristin Lewis Foundation

Am Freitag, den 21. September fand in der Minoritenkirche das erste Benefizkonzert von Kristin Lewis International zu Gunsten der Ausbildung und Förderung junger Künstler statt. Kristin Lewis, internationaler Opernstar mit Wohnsitz in Wien, brillierte mit Verdi Arien aus Il Trovatore, Un Ballo in Maschera und La Forza del Destino begleitet von der jungen Philharmonie Wien unter dem Dirigat von Michael Lessky.

Zu ihren musikalischen Gästen zählten das junge österreichische Geigentalent Julian Walder (mit Massenets „Meditation from Thais“), die Pianistin Donka Angatschewa sowie die Cellistin Teodora Miteva und Klarinettist Szymon Laskiewicz. Durch das Programm führte Heilwig Pfanzelter.

Im prominent besetzten Publikum sah man Musicalstar Maya Hakvoort, Beat4Feet Produzentenduo Werner Stranka und Martin Gellner, Animal Care Austria Gründerin und Gesangscoach Carol Byers  und Maurizio Giambra, der die glamourösen Abendroben der Sängerinnen zu Verfügung stellte. Im Anschluss lud das Hotel Le Meridien zu einem Cocktailempfang.

© Wolfgang Pairitsch

Schule gewinnt bei „Gemeinsam.Sicher“

Die Schüler der Kooperativen Mittelschule Anton-Sattler-Gasse haben – so wie im vorigen Jahr – den Bewerb „Gemeinsam.Sicher mit deiner Schule“ gewonnen. Mehr als 60 Schüler haben zusammen mit ihren Lehrern ein Foto-Comic-Heft zu Themen wie „Falsche Freunde“, „Erste Liebe“, „Gewalt in der Schule“, „Mobbing“ und „Zivilcourage“ ­gestaltet.

Mobbing

Noch in diesem Jahr werden die Schüler zudem mit Unterstützung von Lehrern und professionellen Theaterleuten ein eigenes ­Theaterstück zum Thema „Mobbing“ erarbeiten.
 2017 hatten die Schüler der Anton-Sattler-Gasse ein Video zu den Themen „Zivilcourage“, „Aufmerksamkeit in der Schule“ und „Sicherheit im Straßenverkehr“ ­gedreht.

Gasse nach Rosa Tree benannt

Am 8. Mai wurde die Quergasse zwischen Breitenfurter Straße und Fröhlichgasse offiziell in Rosa-Tree-Gasse umbenannt. Die Gasse im 23. Bezirk ist Rosa Tree gewidmet, einer im Jahr 1861 geborenen Liesingerin, die im Alter von 45 Jahren einen Kohlenhandel eröffnete und diesen durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg führte. Seit 111 Jahren bietet die Familie Tree weit über die Bezirksgrenzen hinaus Dienstleistungen an. Die Rosa-Tree-Gasse erinnert an eine Frau, die zeit ihres Lebens eine erfolgreiche Unternehmerin in Liesing war.

Niemals vergessen

Tafel für Opfer: Am 15. Mai wurde im Zuge der Eröffnung des Liesinger Schlossparks eine Gedenktafel enthüllt, die an die Opfer der 
NS-Euthanasie erinnert. Sie trägt die Namen von 140 psychisch kranken oder behinderten Menschen mit Bezug zum heutigen 23. Bezirk, 
die zwischen 1940 und 1941 ­ermordet wurden. Viele dieser ­psychisch kranken bzw. ­behinderten Menschen lebten zuvor im Versorgungshaus, einer Pflegeanstalt im Liesinger Schloss, und in anderen sozialen Einrichtungen. Die Tafel erinnert auch an Personen, die in Liesing wohnten und in anderen Tötungsanstalten ermordet wurden.

Floridsdorf: SCN sammelt für krebskranke Kinder

Spendenbox bei Gratis-Aktionen: Seit mittlerweile sieben Jahren unterstützt das Shopping Center Nord mit unterschiedlichen Aktionen die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe. So lädt das SCN etwa Kinder zu Ballonfahrten ein. Diese sind kostenlos, allerdings kann hier für die Kinder-Krebs-Hilfe gespendet werden.

8.700 Euro

Zu Weihnachten wiederum bietet das Shopping ­Center Nord einen Gratis-Einpack­service an, auch hier steht eine Spendenbox, deren Inhalt krebskranken Kindern zugutekommt. 
In Summe hat das SCN auf diese Weise seit 2012 bereits mehr als 8.700 Euro gesammelt und für die Projekte der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe gespendet. Für die jüngste Spendenübergabe im April dieses Jahres kamen wieder 1.000 Euro für den guten Zweck zusammen.