Männergesundheit auch im Jahr 2021 noch stark ausbaufähig

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Der November ist jährlich jener Monat, in dem das Thema Männergesundheit besonders in den Fokus rückt. Auch 2021 muss das Bewusstsein für Gesundheitsthemen bei Männern noch stark ausgebaut werden, denn ihre Lebenserwartung liegt beinahe fünf Jahre unter jener von Frauen. Doch dieser eklatante Unterschied ist nicht naturgegeben – durch gesündere Ernährung, mehr Vorsorge und ein höheres Problembewusstsein ließe sich für Männer vieles zum Positiven bewegen. Darauf weist das Gesundheitsportal DocFinder aus gegebenem Anlass hin.

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2003 startete die weltweit agierende Bewegung „Movember“ mit dem Ziel, durch Forschung, Vernetzung von Experten und Kampagnen mehr Bewusstsein für Männergesundheit zu schaffen und diese nachhaltig positiv zu beeinflussen. Der November dient dabei jährlich als Aktionsmonat – und die Schnurrbärte, die sich viele Männer wachsen lassen, als Symbol der Identifikation mit den Anliegen. Auch im Jahr 2021 muss die Awareness von Männern bei Gesundheitsthemen noch dringend gesteigert werden, wie Gerald Timmel, Geschäftsführer des österreichischen Gesundheitsportals DocFinder, weiß: „Männer leben oft ungesünder, beschäftigen sich weniger mit Gesundheitsfragen, gehen später und auch etwas seltener zum Arzt als Frauen und haben letztlich um eine fast fünf Jahre geringere Lebenserwartung. Daher ist es ganz wichtig, Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nichts an Gesundheitsvorsorge unmännlich ist.“ So zeigt auch die aktuelle Gesundheitsbefragung der Statistik Austria eine Konstante: Männer konsultieren sowohl praktische Ärzte als auch Fachärzte seltener als Frauen.[1]

Von Depression bis Hodenkrebs
Die Erkrankungen, die von mangelndem Gesundheitsbewusstsein hervorgerufen oder begünstigt werden können, sind vielfältig – etwa Bluthochdruck, Lungenkrebs oder Diabetes. Typische männerspezifische Erkrankungen sind in jedem Fall Hoden- und Prostatakrebs. „Was wohl viele nicht wissen: Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern, meist sind 20- bis 45-Jährige betroffen. Bei frühzeitiger Diagnose bestehen jedoch gute Heilungschancen“, informiert Timmel. Prostatakrebs ist generell die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das Risiko daran zu erkranken steigt ab dem 50. Lebensjahr, ungesunde Ernährung und familiäre Vorbelastung zählen ebenso zu den Risikofaktoren. Doch auch Darmkrebs ist ein überwiegend männliches Phänomen. Bei Depressionen ist wiederum das Thema, dass viele Männer die Alarmsignale nicht hören (wollen) und sich erst verhältnismäßig spät Hilfe beim Experten holen.

Kostenloser Gesundheitscheck wichtiger Hebel
Ein erster Schritt in Richtung (Früh-)Erkennung gesundheitlicher Probleme ist die kostenlose Vorsorgeuntersuchung, auf die man seitens der ÖGK einmal pro Jahr Anspruch hat. 2019 wurden 1,1 Millionen Untersuchungen durchgeführt, wobei Frauen davon etwas häufiger Gebrauch machten als Männer.[2] Blutabnahme, Blutdruckmessung und EKG stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die Kontrolle von Harn und Stuhl und die Abklärung allfälliger körperlicher Schwachstellen. „Sich anbahnende gesundheitliche Risiken können durch die Vorsorgeuntersuchung oft frühzeitig erkannt und abgefangen werden, bevor sie zum Problem werden“, rät Timmel dazu, Termine für den Gesundheits-Check jährlich wahrzunehmen. Ab 45 sollte generell jeder Mann seine Prostata regelmäßig untersuchen lassen. Ab 50 gibt es zudem alle zehn Jahre die Möglichkeit einer Koloskopie zur Darmkrebs-Vorsorge.

Kein Platz für Ausreden
Doch woran liegt es eigentlich, dass Männer seltener zum Arzt gehen? Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Aspekt ist für Timmel das historische Rollenbild des „harten“ Mannes, der keinen Schmerz kennt oder zulassen darf. „Dieses Klischee ist mit Sicherheit überkommen, scheint sich aber bei vielen Männern bis heute noch hartnäckig zu halten“ gibt er zu bedenken. Während Frauen Gesundheit oft mit Wohlbefinden assoziieren, gehen Männer oftmals erst dann zum Arzt, wenn ein gesundheitliches Problem so groß geworden ist, dass es nicht mehr aufgeschoben werden kann. Die Angst vor einer schlechten Diagnose ist ein weiterer Grund für männliche Zurückhaltung bei Arztbesuchen. Und schließlich wird auch noch Zeitmangel als Argument genannt, warum Mann einen wichtigen Arzttermin, etwa eine Vorsorgeuntersuchung, vermeintlich nicht einrichten kann.    

Digitale Angebote nutzen
Die Einschätzung, dass sich Frauen Gesundheitsthemen intensiver widmen als Männer, teilt auch das Portal DocFinder, was sich nicht zuletzt in der NutzerInnenstatistik zeigt, wo Frauen deutlich voran liegen. Die Tatsache, dass es mittlerweile hochqualitative digitale Angebote gibt, könnte langsam aber sicher die oft technologieaffinen Männer verstärkt für Gesundheitsangelegenheiten erwärmen. „Auf unserem Portal DocFinder findet man nicht nur rasch geeignete Mediziner für sein gesundheitliches Anliegen, in vielen Fällen können auch Termine einfach und bequem per Mausklick reserviert werden. Zudem bieten wir wissenswerten Content rund um verschiedene Gesundheitsthemen“, appelliert Timmel an Männer, sich ihrer eigenen Gesundheit künftig noch intensiver anzunehmen und möchte mit DocFinder weiterhin die Voraussetzungen dafür schaffen und damit einen Beitrag zu besserer Männergesundheit leisten.


[1] https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitsversorgung/ambulante_versorgung/index.html

[2] https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitsversorgung/gesundheitsvorsorge/index.html