Wer suchet, der findet …

Wer Kreisky schon einmal live erlebt hat, der weiß, dass ein Konzert der Wiener Band anstrengend und beglückend zugleich ist. Denn da wird mit Worten herumjongliert wie in einem Ernst-Jandl-Gedicht und wütend gerockt und ­angeprangert, bis die Fetzen fliegen. Genau deswegen lieben wir Kreisky auch sehr. Auf ihrem sechsten Studio­album „Atlantis“ geht es ein bisschen versöhnlicher zu, denn die Musiker reflektieren und analysieren ihre Vergangenheit und die der Gesellschaft und gehen dem (oft problematischen) Miteinander der Menschen auf sensible und intelligente Weise auf die Spur.

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Musikalischer Mix
Und auch musikalisch ist das Album vielseitiger, als man es bisher von Kreisky gewohnt ist. Der Rock ist zwar noch da, aber dazu gesellen sich Synthesizer, Orgelklänge und auch andere, experimentelle Sounds. „Atlantis“ endet mit „Wenn einer sagt“, das in den letzten Zeilen dann auch das musikalische Selbstverständnis dieser Band ausdrückt: „Wenn einer sagt, mach es wie wir, so machen es die meisten – sag: Nein, das kann und das will ich mir nicht leisten!” Einzigartig eben.