5 nach 12: Österreichs Gesundheitspersonal reicht’s

(C) Pixabay

Kaum eine andere Berufsgruppe ist seit der Pandemie so gefordert wie sie: das Gesundheitspersonal Österreichs. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie sind sie für die Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten rund um die Uhr im Einsatz. Doch nach fast zwei Jahren Dauerbelastung kommen selbst die aufopferndsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des österreichischen Gesundheitssystem an ihre Grenzen. Mit der ersten österreichweiten Protest-Aktion „5 nach 12 – Geh Raus und zeig’ dein Gesicht“ möchte das Gesundheitspersonal auf sich aufmerksam machen.

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Gemeinsames Walk-Out

Der Protest geht von der Initiative „Offensive Gesundheit“ aus, eine Vereinigung der Arbeiterkammer Wien, der Gesundheits-Gewerkschaften und Ärztekammer. Die Aktion „5 nach 12 – Geh Raus und zeig’ dein Gesicht“ soll am 10. November stattfinden. Das Personal möchte damit auf ihre Kernforderungen aufmerksam machen: Mehr Personal für das österreichische Gesundheitswesen, um mehr Zeit für Patientinnen und Patienten zu haben.

Dazu ruft die Offensive Gesundheit das Personal um 12:05 Uhr zum gemeinsamen „Walk-Out“ auf. Gemeinsam treffen sich die Beschäftigten vor der jeweiligen Gesundheitseinrichtung und verlesen österreichweit ihre Forderungen. Das gesamte Personal wird dabei die Gebäude nicht verlassen, Kolleginnen und Kollegen sichern auch während des kurz Protests nuten die Patientenvorsorge.

„Nicht nur salbungsvolle Worte, sondern Taten sind gefordert,“ so Edgar Martin, Vorsitzender der Hauptgruppe II der Gewerkschaft younion. „Wir wollen gemeinsam von Vorarlberg bis nach Wien ein gemeinsames Zeichen setzen, das Gesundheit und Pflege in Österreich gleich viel wert sein müssen.“

Entlastung gefordert

Körperlicher und mentaler Streß – das ist momentan der Alltag des Personals in Krankenhäusern und anderer Gesundheitseinrichtungen. Eine Umfrage der Offensive Gesundheit ergab, dass das Gesundheitspersonal eine deutliche Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit erleben. Grund dafür ist die immer weiter anwachsende Belastung durch die Krise. Viele denken bereits an einen Berufswechsel. Damit verschärft sich die ohnehin bereits sehr angespannte Situation und Personalnot in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen des Landes.

Die Forderungen der Protestaktion richten sich an den Gesundheitsminister Mückstein. Neben der Einhaltung der versprochenen Pflegereformen, fordert die Iniative eine bundesweite Reform der Ausbildungsmöglichkeiten: In allen Bereichen der Pflege fehle es derzeit an genügend Personal, um eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung zu garantieren u.a. im Form eines einheitlichen Personalschlüssels. Auch fordert man eine adäquate Bezahlung für Pflichtpraktika.