Glück braucht ein reines Herz

©Stefan Wascher

Hubert von Goisern präsentiert seinen ersten Roman. Eine Geschichte über Liebe, Sehnsucht und die Reise zu sich selbst. Zudem folgt demnächst sein neues Album „Zeiten & Zeichen“.

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Wenn er etwas anpackt, dann ordentlich. Daher hat sich Hubert Achleitner – so sein bürgerlicher Name – für seinen ersten Roman „flüchtig“ auch Zeit gelassen. Die Idee hatte der Musiker, Sänger und Weltenbummler schon vor langem, aber erst jetzt war es so weit, die Geschichte zu Papier zu bringen. Keine leichte Aufgabe, wie der 67-Jährige gesteht. „Ja, es gab Phasen, da hab ich mich nicht mehr rausge­sehen.“ Aber dann hat sich der gebürtige Oberösterreicher, dem Versagensängste wohlbekannt sind, gedacht: „Da muss ich jetzt durch.“ Zum Glück, denn der Roman ist herzerfrischend, spannend und philosophisch: Maria ist verschwunden. Seit Monaten hat ihr Gatte Herwig nichts von ihr gehört. Sie hat ihren Job gekündigt und sein Auto mitgenommen – ein Hoffnungsschimmer, dass sie noch lebt. Doch was ist passiert mit ihrer Ehe, Liebe und ihrem Leben?
Hubert von Goisern legt demnächst (spätestens Anfang September) auch sein neues Album „Zeiten & Zeichen“ mit sehr unterschiedlichen Songs vor.

Ihr Roman ist in einer schönen, zärtlichen ­Sprache geschrieben. Fast so, als wäre er von einer Frau.
Hubert von Goisern: Ich wollte von vornherein aus einer weiblichen Sicht schreiben. Daher freue ich mich sehr, dass Sie es so empfunden haben. Ich mag die weibliche Seite in mir, sie ist vielleicht die wirkliche Künstlerin (schmunzelt). Ich pflege sie und lebe gut mit ihr.

Die Geschichte handelt von Liebe, Glück und auch der Reise zu seinem Inneren. Kann man je zu sich selbst finden?
Ja, natürlich, aber man verliert sich dann auch wieder (lacht). Ich habe mich schon oft gefunden und gespürt – jetzt bin
ich in meiner Mitte – und habe mich mit dem ganzen Universum verbunden gefühlt. Aber bevor man bis zehn gezählt hat, ist dieses Gefühl wieder weg. Für diese Zustände der Erleuchtung – wenn man sie so nennen möchte – kann man etwas tun. Aber es ist kein Zustand, in dem man ewig verharrt.

Wer hat Ihr Buch als ­Erster gelesen?
Meine Frau (Hildegard, Pädagogin, mit der er seit mehr als 30 Jahren verheiratet ist; Anm.). Am ersten Tag hat sie nichts gesagt und am zweiten Tag meinte sie: „Mei, ich bin so froh, dass es mir gefällt!“ (Lacht.) Sie hat nämlich etwas Kompliziertes erwartet und hatte Angst, dass es sehr verschwurbelt ist.

In „flüchtig“ sind viele ­Lebensweisheiten wie „Glück braucht ein reines Herz“ zu finden …
Ja, das ist meine Erfahrung. Ich kann mit einem dunklen Herzen nicht glücklich sein.