JMW: Jüdische Geschichte der Salzburger Festspiele

(C) ASF Photo Ellinger: Salzburger Festspiele 1927

Das Jüdische Museum Wien (JMW) lockt mit einer neuen Ausstellung über die Salzburger Festspiele. In „Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele“ beleuchtet das JMW – ein Museum der Wien Holding – von 14. Juli bis 21. November die 100-jährige Geschichte der Salzburger Festspiele und der jüdischen Teilhabe an dem weltweit bekannten und geschätzten Festival.

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„Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele“ entstand in einer Kooperation des JMW mit den Salzburger Festspielen. Eine weitere Kooperation besteht mit dem Salzburg Museum, auf dessen Einladung hin das Jüdische Museum Wien einen Raum in der Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ gestaltet hat.

Bis zur Machtübernahme des NS-Regimes 1938 waren viele jüdische Künstlerinnen und Künstler am Erfolg der Festspiele entscheidend beteiligt. Die Ausstellung möchte gerade diese Teilhabe vor den Vorhang holen. Es werden noch nie gezeigte Objekte aus dem Nachlass von Reinhardt, Lebenswege verschiedener Personen, deren Karriere und Fluchtwege behandelt.

Jüdische Wurzeln

(C) ASF PhotoEllinger: Max Reinhardt der Initiator der Festspiele 1935 im Schloss Leopoldskron

Max Reinhardt, Theaterproduzent und Visionär jüdischer Herkunft, entwickelte gemeinsam mit Hugo von Hofmannsthal die Salzburger Festspiele. Ziel war es die Stadt zur Bühne zu machen und Kunst und Kultur mit dem öffentlichen Raum zu verbinden. Durch ihr Engagement ein innovatives Theater, avantgardistischen Tanz und Musik in die Stadt zu holen, wurde Salzburg zur weltweit anerkannten Bühne.

Das Jüdische Museum Wien behandelt die reichhaltige jüdische Geschichte der Festspiele. Von den Anfängen, ersten Skandalen und der Blütezeit in der Ersten Republik über den Niedergang der Festspiele in der NS-Zeit.

Nachkriegsfestspiele

Zeitgeschichtlich wird im Zuge der Ausstellung „Jedermanns Juden. 100 Jahre Salzburger Festspiele“ die Wiederbelegbung der Spiele durch die amerikanische Besatzungsmacht thematisiert. Hier steht der Umgang Österreichs mit NS-belasteten Künstlern – wie Herbert von Karajan oder Attila Hörbiger, beide waren Mitglieder der NSDAP – im Mittelpunkt.

Zu den wenigen jüdischen Protagonisten in der Nachkriegszeit gehörten der Schauspieler Ernst Deutsch, der in den folgenden 15 Jahre den Tod im Jedermann spielte. Der Geiger Yehudi Menuhin kam zu zwei Gastspielen, um der vom NS-Regime verwüsteten Kulturlandschaft beizustehen. Der Opernregisseur Herbert Graf feierte einige gelungene Inszenierungen und war an den Entwürfen Clemens Holzmeisters für das Große Festspielhaus beteiligt.