Leopoldstadt: Ruth-Maier-Park eingeweiht

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Jetzt ist es so weit: Die Leopoldstadt verbeugt sich auch offiziell vor einer ihrer großen Töchter, die der Nazi-Barbarei zum Opfer gefallen ist. „Es ist mir eine Ehre, den neu ­benannten Ruth-Maier-Park einzuweihen“, meinte Bezirksvorsteher Alex Nikolai sichtlich bewegt bei der Gedenkfeier am Donaukanal. Dabei konnte er unter anderen die norwegische Botschafterin Kjersti E. Andersen begrüßen.

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Auschwitz

Maier hatte in das skandinavische Land flüchten können, wurde aber von dort nach dem Überfall der Wehrmacht nach Auschwitz deportiert und ermordet. Sie gilt aufgrund ihrer berührenden Tagebücher auch als die „Anne Frank Norwegens“. Diese Bücher hat übrigens Jan Erik Vold entdeckt – er ­erschien ­genauso zu der Zeremonie wie Ruths Brünner Großneffe Vilém Reinöhl, der in Mähren eine eigene Aus­stellung über die Familie ­initiiert hat.

„SORG DICH NICHT!“

Im letzten Brief an ihre enge Freundin Gunvor Hofmo schrieb die Leopoldstädterin 1942: „Warum sollten wir nicht leiden, wenn so viel Leid ist? Sorg dich nicht um mich!“ Eine neue Ausgabe ihrer Tagebücher ist beim Mandelbaum Verlag ­erhältlich.