Wahlkampf der Tiere

©Schubert Theater

Spaziergang für die Figur: Das Outdoors-Stationen-Theater der Figuren des Schubert Theaters

Ab dem 4. Juni bläst das Schubert Theater mit der bereits zweiten Ausgabe von dem Spaziergang für die Figur zum tierischen Wahlkampf. In den Ring schickt das Figurentheater zwei Maden aus der Antike, eine Ratte aus dem Untergrund, einen Eber und ehemaligen General sowie ein mysteriöses Kaninchen. Gewinnen wollen sie alle – doch nur einer kann Präsident der Tiere werden. Wie die Wahl ausgeht, bestimmt letztlich das Publikum. Der Spaziergang für die Figur startet im Hof vor dem Schubert Theater und führt in den Arne-Karlsson-Park, wo das Publikum auf die Kandidaten trifft. Begleitet und kommentiert wird der Wahlkampf von Affe Sunni und der Grinsekatze.

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Mit dem Wahlkampf der Tiere untersucht das Schubert Theater, wie viel Demokratieverständnis in den tierischen Figuren steckt. Und wie weit sich animalisches Politik-Verhalten von dem menschlichen unterscheidet. Oder auch nicht.

In Trump we trust
Bekannt könnten alle Kandidat:innen sein: Stammen sie doch alle aus dem Repertoire des Schubert Theaters. Die zwei fetten, gierigen Maden verlassen für die Aussicht auf ein präsidiales Amt ihr Wolkenkuckkucksheim XX und sind zu allem bereit, um die Schlacht zu gewinnen. In ihrer Denke als auch Rhetorik ähneln sie erstaunlich stark dem ehemaligen amerikanischen Präsident.

Wie viel Che steckt in dir?
Aus dem ebenso hoch politischen Stück Oachkatzlschwoaf, in dem die im Untergrund lebenden Ratten den Aufstand gegen die privilegierten Eichkätzchen wagen, wird die Revoluzzer-Ratte Rot in die Wahlkampf-Arena entsandt, um sich für Gerechtigkeit und Gleichheit aller Tiere auszusprechen.

Vom General zum Bajuwaren
Eine auf den ersten Blick vielleicht seltsame Wandlung durchmacht der Eber: einst General des Chinesischen Kaisers, erscheint er für die Wahl als bayrischer Erzkonservativer. Da er aber aus dem Stück Go West! entstammt, ist diese Veränderung dann vielleicht doch nicht so wunderlich. Zumindest die geografische Richtung ist nachvollziehbar: aus dem Reich der Mitte ins bajuwarische Epizentrum.

Follow the Rabbit
Und dann stellt sich noch dieses mysteriöse Kaninchen zur Wahl. Es dürfte wohl aus dem Stück ALICE entschwunden sein. Jedenfalls bekommt man nicht so recht Antworten auf die gestellten Fragen. Diese Technik wird ja auch nicht selten von Politiker:innen aus der Menschenwelt praktiziert. Mal sehen, ob es für das Kaninchen reicht, so die Wahl zu gewinnen.

Spaziert wird jedes Wochenende im Juni, samstags 14:30 Uhr und 17:30 Uhr, sonntags 11:00 Uhr und 15:00 Uhr.
Startpunkt ist immer das Schubert Theater.Dauer: ca. 100 Min
Premiere: 4. Juni 2022
Tickets unter: schuberttheater.at/spielplan

Mit:
Soffi Povo
Angelo Konzett
Markus-Peter Gössler

Regie:
Simon Meusburger

Konzept und Leitung:
Lisa Zingerle

Puppen:
Annemarie Arzberger
Rodrigo Martinez
Claudia Six

Grafik:
Lisa Zingerle und Ilkhan Erdogan