Badeunfälle: Diese Tipps können Leben retten

Ertrinken ist eine der häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern, deshalb nie ohne Aufsicht ins Wasser. ©Pixabay

Allein die Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung mussten seit 1. April rund 50 Einsätze aufgrund schwerer Badeunfälle fliegen. Einige simple Verhaltensregeln und Vorkehrungen können jedoch das Risiko eines Badeunfalls drastisch senken.

Die rasche Hilfe in den ersten Minuten ist besonders wichtig und kann letztlich über Leben oder Tod entscheiden. „Maximal drei bis fünf Minuten kommt das Hirn ohne Sauerstoff aus, danach kann eine dauerhafte Schädigung nicht mehr ausgeschlossen werden“,  erklärt Markus Amon, leitender Flugretter bei der Christophorus-Flotte. „Noch während der Rettung aus dem Wasser sollte bereits mittels Notruf über 144 professionelle Hilfe angefordert werden“, appelliert Amon. Die Mitarbeiter der Leitstellen unterstützen dann telefonisch bei den Wiederbelebungsmaßnahmen.

Trotz großer Hitze nur abgekühlt ins Wasser 

Auch bei sommerlichen Extremtemperaturen sollte man beim Schwimmen lebenswichtige Regeln nicht vernachlässigen. Die einfachste und wichtigste ist, dass man sich vor dem Schwimmen abkühlt. Denn selbst ein junger, kräftiger Kreislauf kann durch raschen Temperaturwechsel überfordert werden. „Diese Belastung kann im schlimmsten Fall Herzversagen auslösen“,  so Amon. Besonders nach einem langen Sonnenbad sollte man vorsichtig sein. „Wenn man den ganzen Tag im Bad oder am Strand verbringt, ist es am besten, wenn man nur kleine und fettarme Mahlzeiten zu sich nimmt und Alkohol meidet“, erklärt der leitende ÖAMTC-Flugretter.

Kein ‚Köpfler‘ ins Unbekannte

Unterkühlung und Krämpfe können ebenfalls zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Daher empfiehlt Amon, das Wasser zu verlassen, sobald einem kalt wird. Weitere lebenswichtige Grundregeln sind: Bei Anzeichen von Gewittern sofort aus dem Wasser gehen und nie kopfüber in unbekanntes Gewässer springen. „Jedes Jahr führen solche ‚Köpfler‘ zu schwersten Verletzungen und enden für einige Patienten mit bleibender Lähmung“, berichtet .

Gartenpool gefährlicher als Freibad

Die meisten Notfälle ereignen sich nicht etwa in öffentlichen Bädern, sondern in unmittelbarer Nähe des eigenen Zuhauses. Offene Wasserflächen im Garten werden als potenzielle Gefahrenquelle leider oft unterschätzt. Auch bei harmlos scheinenden, seichten Gewässern ist Vorsicht geboten, denn schon eine Tiefe von wenigen Zentimetern kann für Kinder lebensbedrohlich sein.

Becken einzäunen und abdecken

„Ertrinken ist eine der häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern“, hält Amon fest. Daher sollten sich Kinder niemals unbeobachtet oder allein in der Nähe von Wasser aufhalten. Auch ältere Geschwister eignen sich nur bedingt als Aufsichtspersonen. Für Kinder, die noch nicht oder nur schlecht schwimmen können, sind Schwimmflügel oder Schwimmscheiben zudem ein unerlässliches Hilfsmittel. „Wer im eigenen Garten einen Badeteich oder ein Becken hat, sollte diesen Bereich unbedingt einzäunen“, empfiehlt Amon. Schwimmbadabdeckungen erhöhen zusätzlich die Sicherheit.