Mit der frühen Dunkelheit beginnt auch die Saison der Einbruchsdiebstähle. Statistisch schlagen Einbrecher von Oktober bis Jänner öfter zu als in anderen Monaten. Täter sind speziell in der Dämmerungszeit zwischen 16 und 21 Uhr aktiv.
Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit setzt früher ein – und damit rückt auch das Thema Dämmerungseinbrüche stärker in den Fokus. Für Einbrecher ist dabei vor allem eines entscheidend: Sie wollen möglichst unbemerkt bleiben und suchen bevorzugt Objekte auf, bei denen sie davon ausgehen, dass niemand anwesend ist.
Das Bundeskriminalamt weist darauf hin, dass Gelegenheitstäter den Weg des geringsten Widerstands suchen und einen Einbruch häufig abbrechen, wenn sie auf ausreichend Widerstand stoßen.
Mehrstufiges Sicherheitssystem
Genau hier hat sich der Einbruchschutz in den vergangenen Jahren stark verändert: Aus Schloss und Schlüssel ist ein mehrstufiges Sicherheitssystem geworden. Mechanische Sicherungen bilden weiterhin die Basis, dazu kommen elektronische Zutrittskontrolle, Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachung, intelligente Videoanalyse und zunehmend KI-basierte Anwendungen.

Einschätzung des Experten
„Ein moderner Einbruchschutz beginnt nach wie vor bei einer guten mechanischen Absicherung. Heute können wir aber wesentlich mehr: Zugänge individuell steuern, Einbruchsversuche frühzeitig erkennen und Ereignisse intelligent analysieren. Entscheidend ist, dass die einzelnen Komponenten professionell geplant und auf das jeweilige Gebäude abgestimmt werden“, sagt Christian Adamovic, Landesinnungsmeister der Wiener Metalltechniker.
Sieben Tipps für mehr Sicherheit
Erst analysieren, dann investieren
Nicht jedes Gebäude braucht dieselbe Lösung. Ein professioneller Sicherheitscheck zeigt, wo die Schwachstellen liegen – von Eingangstüren und Fenstern bis zu Keller-, Lieferanten- oder Nebenzugängen. Für Betriebe gehört auch die Frage dazu, welche Bereiche besonders geschützt werden müssen.
Mechanik bleibt die Basis
Einbruchhemmende Türen, Fenster, Beschläge und Schließsysteme erhöhen den Widerstand und erschweren den Zugang. Auch heute gilt: Je länger ein Täter braucht, um Widerstände zu überwinden, desto größer die Chance, dass er von seinem Vorhaben ablässt. Geprüfte und fachgerecht montierte Sicherheitstechnik ist daher die erste Schutzebene.
Schlüssel werden zu Zutrittsberechtigungen
Elektronische Zutrittssysteme machen aus dem klassischen Schlüssel ein individuell steuerbares Berechtigungssystem. Für Unternehmen lassen sich etwa unterschiedliche Zutrittsrechte, Zeitfenster oder sensible Bereiche definieren. Verlorene oder nicht mehr benötigte Berechtigungen können unmittelbar deaktiviert werden.
Alarmanlagen erkennen den Einbruchsversuch
Eine Alarmanlage ergänzt den mechanischen Schutz und kann bereits bei einem Einbruchsversuch reagieren. Die aktuelle OVE-Richtlinie R 2 + A1:2025 definiert dafür Mindestanforderungen an Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen.
Kameras werden zu intelligenten Sensoren
Moderne Videosicherheit kann weit mehr als Bilder aufzeichnen: Intelligente Systeme können definierte Ereignisse erkennen und relevante Situationen hervorheben. Für Unternehmen kann das beispielsweise bei Eingängen, Außenbereichen, Lagerhallen oder sensiblen Zonen einen zusätzlichen Sicherheitsbaustein bilden.
KI unterstützt bei der Ereigniserkennung
Künstliche Intelligenz verändert die Videoüberwachung: Statt dass Menschen permanent Kamerabilder beobachten müssen, können Systeme bestimmte Muster und Ereignisse automatisch erkennen. KI ersetzt dabei nicht die Fachplanung, sondern erweitert die Möglichkeiten der Sicherheitstechnik.
Digitale Sicherheit gehört heute zum Einbruchschutz
Je stärker Alarmanlagen, Kameras und Zutrittssysteme vernetzt sind, desto wichtiger werden sichere Zugänge, aktuelle Software, geschützte Netzwerke und regelmäßige Wartung. Ein modernes Sicherheitssystem muss daher physische und digitale Sicherheit gemeinsam denken.
Sicherheitstechnik als Gesamtsystem
„Wer heute sein Haus oder seinen Betrieb absichern möchte, sollte nicht bei einem einzelnen Produkt beginnen. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Systeme. Genau hier liegt die Stärke unserer Fachbetriebe: Sie analysieren das Objekt, planen die passende Lösung und sorgen auch für fachgerechte Installation und Wartung“, so Adamovic: „Das klassische Schloss bleibt wichtig – gleichzeitig entstehen durch Digitalisierung, Vernetzung und KI völlig neue Möglichkeiten.“

