Wie Wiener U-Bahnen als Kraftwerke funktionieren

(C) Manfred Helmer / Bildstrecke: Seit Anfang April ist die vierte Brake-Energy-Anlage in der Station Vorgartenstraße in Betrieb.
(C) Manfred Helmer / Bildstrecke: Seit Anfang April ist die vierte Brake-Energy-Anlage in der Station Vorgartenstraße in Betrieb.

Wer bremst, verliert Energie. Denn beim Bremsvorgang wird Bremsenergie in Form von Wärme frei. Damit diese Energie nicht ungenutzt verpufft, starteten die Wiener Linien 2018 ein Pilotprojekt, um die Bremsenergie der U-Bahnen zu recyceln. Mittlerweile wurde die vierte Brake-Energy-Anlage eröffnet. Damit bringen bremsende U-Bahnen so ganze Stationen zum Leuchten. Bis zu 4 Gigawattstunden können die Wiener Linien an Strom im Jahr einsparen.

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Rückspeisung

Seit Anfang April ist die vierte Brake-Energy-Anlage in der Station Vorgartenstraße in Betrieb. Eine weitere Anlage in der Aderklaaerstraße ist für Ende 2022 in Planung. Immer, wenn eine U-Bahn in einer Station stehen bleibt, wird Bremsenergie frei. Ein Großteil der gewonnenen Energie wird rückgespeist und treibt andere anfahrende Züge an. Ist dieser Energiefluss nicht möglich, kommt die Bremsenergie-Anlage zum Einsatz. Die überschüssige Bremsenergie wird in das 20kV-Wechselstromnetz der Wiener Linien eingespeist. So werden Rolltreppen, Aufzüge und Beleuchtung in Stationen mit recyceltem Strom versorgt.

„Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft sind die Öffis unabdingbar. Das hervorragende Verkehrsangebot in Wien trägt maßgeblich dazu bei, den CO2-Fußabdruck unserer Klimamusterstadt zu reduzieren. Außerdem machen die Wiener Linien ihrer Rolle als umweltfreundliche Innovationspionierin schon seit Jahren alle Ehre. Die Bremsenergie-Anlagen sind zum internationalen Vorzeigeprojekt geworden und zeigen, wie energieeffizient die Öffis sind“, betont Stadtrat Peter Hanke.

600 Tonnen CO2

Eingespart werden mit den bisherigen Anlagen bis zu 4 Gigawattstunden im Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch von durchschnittlich 800 Haushalten und spart rund 600 Tonnen CO2. Denn je mehr Energie recycelt werden kann, desto weniger Energie muss neu erzeugt werden.

„Die Wiener Linien arbeiten konsequent daran noch klimafreundlicher und nachhaltiger zu werden. Mit den bisherigen Anlagen im Netz – in den U-Bahn-Stationen Hardeggasse, Altes Landgut und Ober St. Veit – sparen die Wiener Linien täglich 9 – 11 Megawattstunden ein. Das ist in etwa so viel, wie zwei 4-Personen-Haushalte in einem ganzen Jahr benötigen“, erklärt Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.