Film-Premiere: Favoriten in bewegenden Bildern

Die Gäste waren von dem FIlm sichtlich begeistert © john kücükcay/volkshilfe wien

Gestern fanden sich rund 100 Besucher im ehemaligen Kepler-Kino in Favoriten ein, um die Premiere des Kurzfilms „Käfig, Grafitti & Jugendkultur“ zu bestaunen.

Der Film entstand auf Initiative des Community Leaders Ali Gedik, der sich als ehemaliger Jugendarbeiter zusammen mit dem Filmemacher Oskar Nöbauer durch hunderte Stunden VHS-Material wühlte und darauf einen 22minütigen Rückblick auf die 90er Jahre in Innerfavoriten warf – dort, wo die mobile Jugendarbeit ihren Ursprung nahm.

mobile Jugendarbeit ist in Zeiten von multiplen Krisen wichtiger denn je

(Manuela Smertnik)

Im Film kommen sowohl Streetworker, Jugendliche von damals, Polizisten, als auch charmant grantige Wiener vor, die von den Jugendlichen vor der Kamera zu Themen wie Graffitis und Fußballspielen im Käfig konfrontiert wurden. Der Film weckt beim Zusehen nostalgische Gefühle, kommt aber mit den angesprochenen Konflikten und Herausforderungen erstaunlich aktuell daher.

Jugendarbeit ist mobil

Die mobile Jugendarbeit ist in Zeiten von „multiplen Krisen, Corona und globalen Kriegen wichtiger denn je“, betonte Geschäftsführerin der Wiener Jugendzentren Manuela Smertnik bei der anschließenden Talk-Runde, die vom Rapper Enes (Ein Teil des Rap-Duos „EsRap“), Volkshilfe-Präsidenten und ehemaligen Bürgermeister Michael Häupl und Mendim Deari (AK-Bildungsreferent) komplettiert wurde.

Tanja Wehsely und Michael Häupl (v.l.) im rgen Austausch mit den Gästen © john kücükcay/volkshilfe wien

Michael Häupl, unter dessen Regentschaft die mobile Jugendarbeit zu einer Institution heranreifte, gab Einblicke in seine Jugendzeit und freute sich über den kleinen Recherche-Faux-Pas des Diskussionsleiters Bernhard Fellinger (Ö1), der ihn fälschlicherweise als gebürtigen Ottakringer vorstellte. Der Abend, der sich wie eine Art Klassentreffen für Jugendarbeits-Koryphäen, damalige und jetzige Jugendliche anfühlte, fand am köstlichen Buffet des Restaurants „Günay“ sein Ende. Der gezeigte Film ist auf der Homepage von Volkshilfe Wien Community Work und dem Verein Wiener Jugendzentren kostenlos zu streamen.