Heiligenstädter Brücke: Vom Bypass zum Radweg

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Die Sanierung der Heiligenstädter Brücke läuft bereits in Hochtouren – das WIENER BEZIRKSBLATT berichtete. Die Verbindung zwischen den beiden Bezirken Döbling und Brigittenau über den Donaukanal, ist eine stark befahrene Straße. Eine Generalsanierung soll die Brücke für die nächsten Jahrzehnte fit machen und das Wiener Radnetz weiter vorrantreiben.

Vom Bypass zum Radweg

Derzeit wird der Verkehr über ein eigens errichtetes Tragwerk umgeleitet. Dieses Tragwerk soll in Folge als neue Brücke für den Radfahrer und Fußgänger erhalten bleiben. Zusätzliche Abfahrtsrampen sollen die barrierefreie und radfahrtaugliche Anbindung an den Donaukanal vervollständigen.

“Damit gehört das Schieben über die schmalen und steilen Radschienen bald der Vergangenheit an. Auch für Personen mit Kinderwagen ist die barrierefreie Rampe eine massive Erleichterung”, so Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.

Die Fertigstellung ist mit Ende nächsten Jahres geplant. Die Trennung des Fuß- und Radwegverkehrs der beiden neuen „Bypässe“ vom PKW-Verkehr soll auch die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. Über das baldige Angebot zeigt sich auch der Brigittenauer Bezirksvorsteher Erich Valentin erfreut: “Für die Brigittenau ist diese Anbindung eine tolle Bereicherung des Radwegenetzes und das Einlösen eines Versprechens an die RadfahrerInnen.”

Geschichte der Heiligenstädter Brücke

Die heutige Brücke verbindet seit 1961 die beiden Bezirke. 1889 errichtete die Stadt Wien erstmalig die Heiligenstädter Brücke. Die Stadt Wien beschloß eine Brücke über den Donaukanal zu Ehren des Kaisers Franz Josef I zu errichten. Die Brücke, zum 40 Jährigen Regierungsjubiläums des Habsburgers, erhielt Anfangs den recht sperrigen Namen „Kaiser-Franz-Joseph-Regierungs-Jubiläums-Brücke“. Recht schnell wurde die Brücke von den Wienerinnen und Wienern Heiligenstädter Brücke genannt. Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Brücke diesen Namen offiziell.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde die Brücke von deutschen Truppen gesprengt. Die Brücke wurde provisorisch nach dem Krieg instand gesetzt. Ab 1959 begannen die Errichtung der „neuen“ Heiligenstädter Brücke. Der damalige Wiener Bürgermeister Franz Jonas eröffnete die Heiligenstädter Brücke am 16. Dezember 1961.