Da Vinci einmal anders: Homosexuell, Vegetarier … und kriminell?

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Die achtteilige Erfolgsserie „Leonardo“ kommt ab 16. Mai auf CANAL+ und CANAL+ FIRST exklusiv nach Österreich. Warum Historien-Themen dieser Art in Österreich kaum noch produziert werden, erzählt Starproduzent

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CANAL+ in Österreich als „Lichtblick“ für die heimische Filmszene.
Leonardo da Vinci, das größte Genie aus dem 15. Jahrhundert, war nicht nur ein italienischer Maler und Bildhauer, sondern er war auch Architekt, Anatom, Naturphilosoph, Ingenieur – und er gilt bis heute als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten. Sein Werk stellte vor 500 Jahren die bestehende Ordnung auf den Kopf, seine rastlose Neugierde bewegte sich zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik, angetrieben von einem tiefgreifenden Wissensdrang und der Entschlossenheit, die Geheimnisse der Welt um ihn herum zu entschlüsseln. Das ist der Leonardo da Vinci, wie ihn wohl alle aus der Schule oder dem Studium kennen.

Zeitgemäß und vielschichtig: Die persönlichen Kämpfe des Genies
Einen ganz anderen Blick auf seine Person ermöglicht nun aber die achtteilige Serie „Leonardo“ (gespielt von Aiden Turner), die ab 16. Mai in der CANAL+ App und auf dem TV-Sender CANAL+ FIRST exklusiv nach Österreich kommt: Sie erforscht die Geheimnisse und das Drama hinter dem Genie – sein Leben, sein Werk und seine persönlichen Kämpfe – alles vor dem Hintergrund der italienischen Renaissance. Hier wird das Genie da Vinci aber nicht als solches dargestellt, sondern vielmehr als gesellschaftlicher Außenseiter zu der Zeit: Leonardo – homosexuell, Linkshänder und Vegetarier. Und das in der Handlung einer Kriminalgeschichte.

Hat Leonardo da Vinci seine eigene Muse vergiftet?
So beginnt die Handlung der Serie nicht am Anfang von Leonardos Karriere, sondern irgendwo am Ende: Leonardo wird vorgeworfen, dass er seine eigene Muse Caterina da Cremona vergiftet haben soll. Aus dieser Perspektive wird Leonardos Leben aufgerollt.

Als junges Genie ist Leonardo besessen davon, in den Dingen die Wahrheit zu finden und zu zeichnen – keine leichte Aufgabe für einen jungen Mann, der im Auftrag seines Mentors Angelegenheiten möglichst schnell und ohne Aufhebens erledigen soll. Unterstützung erhält er, als er Caterina kennenlernt. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden, durch die Caterina hofft, vom Genie Leonardos zu profitieren.  

Kreiert wurde die Serie von Frank Spotnitz (X-Files, Medici, The Man in the High Castle). Leonardo wird gespielt von Aiden Turner (Poldark, The Hobbit, Being Human), Caterina de Cremona von Matilda De Angelis. Am Anfang und Ende jeder Episode sieht man die von „Ermittler“ Stefano Giraldi (Freddie Highmore: The Good Doctor; auch einer der Executive Producers von Leonardo) durchgeführten Verhöre quasi als Bookends der Folge. Es ist also Historiendrama und Murder Mystery in einem – wobei die Handlung der Rückblick dorthin ist, wo Leonardo das spätere Mordopfer kennen- und lieben gelernt? Die Serie ist daher absichtlich historisch nicht korrekt gehalten.

Historienfilme zu drehen ist sehr aufwändig
Wie schwierig es ist, Historienfilme wie „Leonardo“ zu produzieren, auch wenn sie zur Fiktion neigen, weiß der österreichische Filmproduzent Veit Heiduschka. „Als ich Co-Produzent bei „Heinrich IV“ war, mussten wir von den Waffen beginnend bis zu den Kostümen alles heranschaffen, was zu dieser Zeit verwendet wurde – und die Hauptfrage war: Können wir uns das leisten? Selbst bei dem Haneke-Film „Das weiße Band“, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg spielt, war es so, dass wir eigens Statisten in Rumänien und Polen casten und mit Bussen zu den Drehorten führen mussten, weil die deutschen Komparsen alle zu dick waren, um halb verhungerte Bauern zu spielen“, erzählt der österreichische Filmemacher.

Und dann kommen noch Details dazu, an die man zuerst gar nicht denkt – wie etwa das Mähen von Weizen, lange vor der Zeit der Erntemaschinen, in der man noch per Hand mit Sense gearbeitet hat. „Da ist der Weizen noch viel höher gewachsen als heute, das waren Sorten, die heute kaum noch aufzutreiben sind. Da haben wir in ganz Europa in allen Sorteninstituten nachgeforscht, um alte Getreidesorten zu besorgen und damit ein Feld zu bestellen, das dann für die Kamera sozusagen originalgetreu gemäht wurde.

Und das kostet natürlich alles viel Geld. „Das ist auch der Grund dafür, dass in Österreich kaum noch historische Filme gedreht werden. Da ist es natürlich ein Lichtblick für die heimische Filmszene, wenn ein so großer internationaler Player mit europäischem Fokus wie CANAL+ jetzt in Österreich gestartet ist. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass Österreich der französischen Filmkultur weitaus näher ist als der deutschen. Und CANAL+ kommt ja aus Frankreich“, meint Heiduschka. So hat der Produzent eigenen Angaben zufolge 12 Jahr lange gebraucht, um „Die Klavierspielerin“ drehen zu können, weil alle deutschen Produktionsfirmen abgelehnt hatten. Erst in Frankreich habe man dann endlich einen Partner für das Projekt gefunden.

Film ist per se Betrug“
Aber man darf das mit der Genauigkeit auch nicht zu ernst nehmen. „Zu 100 Prozent bekommst du die Originalsachen sowieso nicht. Die Stoffe für Kleider waren zu Zeiten Leonardos zum Beispiel ganz anders gewebt als heute. Abgesehen davon ist Film per se Betrug: Wir führen die Zuseherinnen und Zuseher in eine Welt, von der sie glauben, dass es sie gibt. So lange ein Film nicht langweilig wird, ist alles erlaubt. Dann ist es egal, ob die Knöpfe echt sind oder aus Plastik, ob Wolle verwendet wird oder synthetischer Stoff. Wenn die Geschichte von den Zusehern angenommen wird, dann haben die Produzenten immer recht – auch wenn aus Leonardo da Vinci ein Kriminalfall gemacht wird“, so Heiduschka.

„Leonardo“ (exklusiv in Österreich)
Ab 16. Mai exklusiv in Österreich auf CANAL+ und ab 16. Mai immer montags jeweils um 20.15 Uhr auf dem TV-Sender CANAL+ FIRST zu sehen.

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