Wien-Donaustadt. Wenn man an filmreife Verfolgungsjagden, Straßenblockaden und handfeste Massenschlägereien mitten in Wien denkt, vermutet man dahinter meist funkelnde Juwelen, dicke Geldsäcke oder die brutale Drogenmafia. Doch was sich am Sonntagnachmittag, dem 21. Juni 2026, in der Donaustadtstraße abspielte, spottet jeder Beschreibung – und ist an Absurdität kaum zu überbieten. Der gesamte Auslöser für ein riesiges Straßen-Drama: eine einzige, banale Dose Energydrink!
Es ist genau 16:10 Uhr, als ein 19-jähriger österreichischer Staatsbürger eine Tankstelle betritt. Sein Ziel ist kein Coup des Jahrhunderts, sondern schlicht ein Koffeinkick. Er lässt die Dose mitgehen, ohne zu bezahlen. Doch der Teenager hat die Rechnung ohne die Aufmerksamkeit der Tankstellen-Mitarbeitern gemacht. Diese haben den Vorfall nicht nur genau beobachtet, sondern wollen den jungen Mann sogar von früheren Diebstählen wiedererkannt haben. Wegen einer Dose im Wert von gut zwei Euro fackeln die Tankstellen-Mitarbeiter nicht lange: Sie nehmen sofort die Verfolgung auf!
Eine Dose Koffein – und die Situation eskaliert völlig
Im Bereich der Donaustadtstraße gelingt es den Verfolgern tatsächlich, den flüchtenden Teenager einzuholen und vorerst anzuhalten. Doch anstatt die Beute beschämt zurückzugeben, brennen dem 19-Jährigen die Sicherungen durch. Um doch noch zu entkommen, schlägt er wild auf den Tankstellenbetreiber ein. Sekundenschnell eskaliert die Szenerie auf offener Straße: Es kommt zu einer wilden, körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem mutmaßlichen Dieb und mehreren Personen.
Und dann wird es richtig kurios – fast wie in einer Hollywood-Komödie: Eine vorbeifahrende Autofahrerin sieht das Handgemenge. Da sie absolut nichts von dem vorangegangenen Energydrink-Klau weiß, vermutet sie ein unschuldiges Opfer in Not. In bester Absicht hält sie an und lässt den völlig verschwitzten 19-Jährigen in ihr Auto einsteigen, um ihm zur Flucht zu verhelfen.
Die Straßen-Blockade
Doch die Flucht im vermeintlichen Rettungswagen währt nur Sekunden. Ein weiterer aufmerksamer Fahrzeuglenker, der das gesamte Drama von der Tankstelle an mit angesehen hat, reagiert blitzschnell. Er zieht sein Auto mitten auf der Straße quer, rammt sich virtuell als Blockade vor den Wagen der Retterin und hindert sie rabiat an der Weiterfahrt!
Binnen Augenblicken bildet sich ein wütender Mob: Mehrere Passanten und Zeugen umringen das blockierte Auto, schlagen dagegen und fordern den Energydrink-Räuber lautstark auf, endlich auszusteigen.
Das hochexplosive Chaos ist perfekt – und das alles wegen ein paar Schlucken Zuckerwasser. Zum Glück nähert sich in diesem Moment eine Zivilstreife der Polizei, die zufällig vorbeikommt. Zusammen mit rasch nachalarmierten Unterstützungskräften gelingt es den Beamten, die erhitzten Gemüter zu beruhigen und die skurrile Situation unter Kontrolle zu bringen.
Der 19-jährige Räuber wurde vorläufig festgenommen und in den Arrestbereich abgeführt. Bei der Einvernahme zeigte er sich angesichts des ausgelösten Riesen-Wirbels umfassend geständig. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wien wurde er schlussendlich auf freiem Fuß angezeigt. Ob ihm der geklaute Energydrink diesen gewaltigen Ärger wert war, bleibt wohl sein Geheimnis. Die Ermittlungen laufen.

