Viele Wienerinnen und Wiener kennen die imposante Stahlkonstruktion im Dritten vor allem als Veranstaltungshalle. Egal ob Kabarett-, Musik- und Theaterveranstaltungen, die Marx Halle gehört zu den Top Wiener Locations. Doch welche Geschichte versteckt sich hinter der Halle?

Gegründet und errichtet wurde die heutige Marx Halle als Rinderverkaufshalle am Wiener Zentralviehmarkt. Der Zentralviehmarkt war der größte Viehmarkt der Hauptstadt und der einzige Markt, der den Verkauf zur von Schlachtung bestimmten Rindern, Schafen und Schweinen erlaubte.

Die „Rinderhalle St. Marx“ – so die damalige Bezeichnung – wurde 1881 eröffnet. Die markante Halle wurde aus Schmiedeeisen gefertigt. Dahinter versteckt sich eine wahre technische Meisterleistung, denn die Leichtbauweise der Halle forderte einiges an Wiener Ingenieurskunst!

Zur Eröffnung der rund 4000 Rinderfassenden Verkaufshalle gesellte sich sogar Kaiser Franz Joseph I. Im Zuge von baulichen Erweiterungen um das Jahr 1898 konnten hier schließlich bis zu 6000 Rinder feilgeboten werden. Ursprünglich war die Marx Halle 224 Meter lang, wurde aber im Rahmen des Ausbaus der Südosttangente auf 175 Meter gekürzt.

Von der Rinderhalle zur Eventlocation

In den 1960ern und 1970ern sank die Bedeutung der Rinderhalle und des Zentralviehmarkts stetig. Denn private Schlachthöfe und Verkaufsmöglichkeiten führten zu einer immer geringer werdenden Auslastung.

Die Nutzung als zentrale Vieh- und Markthalle wurde schließlich 1997 eingestellt und die letzte Auktion fand am 31. Dezember 1997 statt. In diesem Jahr wurde auch die Markthalle unter Denkmalschutz gestellt, denn sie ist mittlerweile die letzte erhaltene Wiener Schmiedeeisenkonstruktion.

Mit der Schließung wurde auch über eine neue Nutzung als Eventlocation nachgedacht. Mit der Generalsanierung der einstigen Viehhalle 2014 fiel auch der Startschuss für eine neue Ära der nunmehrigen Marx Halle – ein moderner Veranstaltungsort, in dem auch das von Michael Niavarani und Georg Hoanzl gegründete Globe Wien Platz gefunden hat.

Wiens neueste Event-Arena

Wien Holding (c) Architekten Kronaus_Mitterer_Gallister

Doch die Verwandlung des ehemaligen Viehmarkts in St. Marx zum Event-Hotspot geht auch im neuem Jahrzehnt weiter. Bis 2026 soll hier Wiens neueste Event-Arena entstehen. Die neue Arena soll für rund 20.000 Menschen Platz bieten. Die Pläne für die WH-Arena stammen übrigens von einem Wiener Architektenbüro. Aus 48 eingereichten Projekten hat eine 11-köpfige Fachjury den Entwurf der Wiener Teilnehmergemeinschaft Architekt Christian Kronaus, Architekt Peter Mitterer und Architekt Reinhardt Gallister zum Siegerprojekt gekürt.

Wir gratulieren und freuen uns jetzt schon auf Konzerte, Shows, Entertainment und Sportereignisse in Wiens neuestem Hotspot.