Peter Rapp über… drei Antworten auf drei Fragen, die ihn beschäftigen. Spannt man den Bogen, dann tanzt ein Sandler-Baron eine sexy Rumba.

Erstens: War ich auch einmal ein „Dancing Star“? Zweitens: Wer war „Baron Karl“, der am 13. Oktober 1948 starb und dem viele tausende Menschen das letzte Geleit gaben? Und drittens: Warum ist für die Moderation die „Ziehung der Lottozahlen“ so eine ­Herausforderung?

Ich hab’s getan

Also: Ja! Ich habe mitgetanzt in der ersten Staffel 2005. ­Damals gelang es mir – trotz aller Bemühungen –, erst in der vierten Runde auszu­scheiden. Meine Partnerin Julia Polai aus Tirol hatte mit mir die A….karte gezogen. In der ersten Staffel gab es noch echte „Prominente“ und wenig Ehrgeiz. Wie hoch kann das tänzerische Niveau gewesen sein, wenn in der Finalsendung Toni Polster und ­Marika Lichter standen?

Mein WBB-Kollege Dieter Chmelar war in der sechsten Staffel (2011) und gestand, dass seine Arztkosten sein Honorar überstiegen. Er kam bis zur sechsten Runde. Das nenne ich Ehrgeiz! In der Finalrunde trug Frau Lichter ein ABBA-­Kostüm, was Michael Jeannée in der „Krone“ zu dem Vergleich „hüpfender Germknödel“ verleitete. Ich befürchte, die beiden sind keine Freunde ­geworden. Marika Lichter scheint bis heute nicht zu verstehen, wieso der Sieg nicht der Beginn einer TV-Karriere geworden ist.

Das war auch bei meiner Tochter Roxanne (die 2014 die neunte Staffel gewann) der Fall, nämlich dass sie keine weiteren ORF-­Angebote bekam. Aber das störte meine „Roxy“ nicht, weil sie eh schon auf dem Sprung nach London war.

Er hat’s gekauft

Zur zweiten Frage (Karl Baron – vulgo „Baron Karl“). Der Mann war ein ungeheuer populärer „Sandler“ aus Favoriten, zu dessen Begräbnis zehntausend Wiener auf den Zentralfriedhof kamen. Angeblich doppelt so viele, als Falco die letzte Ehre gaben. „Baron Karl“ war in Parks stets von Kindern umringt. Er erzählte Geschichten und spielte gekonnt auf seiner Geige. Dann sammelte er mit seinem Hut bei den Erwachsenen Geld, mit dem er den ärmsten Kindern Essen oder Naschereien kaufte. Am 13. 10. 1948 wurde der Baron von einem russischen Lastwagen über­fahren und getötet.

Das Leben dieses Mannes schien Peter Steinbach, Gründer und Frontman der Band „Wiener Blue(s)“, ein Grund, ihm ein musikalisches Denkmal zu setzen. Nino Holm (ehemals Gründungsmitglied der EAV) schrieb Musik und Textbuch für die „1. Wiener Sandler-Operette“. Ein gefälliges Werk, in dem Erwin Leder als Baron das Ensemble mit Eik Breit, Doris P. Kofler, Heinz Jiras und Florian Widhalm anführt. Robert Persché führte Regie.

Sie haben’s drauf

Jetzt noch zur Ziehung der „Lottozahlen“, deren Bonusrunde ich ausnahmsweise am 8. Oktober moderierte. Das sind zwar nur acht Minuten, aber die haben es in sich und verzeihen keine Fehler. Die Moderation ist ein Mosaik aus in Stein gehämmerte Worte und Zahlen, Kamerablicken und Bewegungen. Die Zuständigen in den Büros der Lotterien wachen über den Ablauf erbarmungsloser als die Sittenwächter der Taliban. Ich kann nicht anders, als das Moderatorenduo Evelyn Visher und Thomas May, die sich das seit vielen Jahren antun, zu bewundern.

Lesen Sie im nächsten WBB ­lustige ­„Seitenhiebe“ von Dieter Chmelar.