Seele zurückgeholt – Das Grosse Interview mit Christian Hursky

privat

Herr Gemeinderat und ­Ex-Präsident, Sie wollten nach 13 Jahren in hohen Funktionen als Präsident des Österreichischen Schachbundes nicht mehr weitermachen. Warum?

Ich habe in diesen Sport gut und gerne 20 Stunden in der Woche ehrenamtlich investiert – damit hab ich ihm sozusagen meine Seele geliehen, die ich mir jetzt wieder zurückgeholt habe.

Gab’s sonst noch Gründe?

Wir haben in dieser Zeit viel erreicht – aber alles geht eben leider nicht: Ich wollte zum Beispiel einen professionellen Sportdirektor installieren, da stieß ich auf Widerstand. Im Grunde habe ich als guter Hobbyspieler den Sport­ausschuss geleitet …

Ist das nicht irgendwie symbolisch für den österreichischen Sport?

Sagen wir so: Mein ursprünglicher Plan war, zehn Jahre lang den Verband zu leiten, dann habe ich mit sechs gerechnet, jetzt sind es halt vier in ­dieser Position geworden. Die kürzere Spanne ist gar nicht so schlecht, denn man kommt, auch aufgrund des Arbeitspensums, zu leicht ins Verwalten.

Die Erfolge in Ihrer Ära können sich ja in jedem Fall sehen lassen!

Zum Beispiel 28 Medaillen bei internationalen Nachwuchsbewerben mit dem WM-Titel im ­Unter-16-Blitzturnier als Höhepunkt, die zwei EM-Team-Medaillen im klassischen Schach und vieles mehr!

Ihr Nachfolger steht fest?

Ja, Christof Tschohl, er ist ein hochintelligenter Top-­Jurist aus der IT-Branche.