Messermacher Richard Kappeller vereint Leidenschaft mit Tradition. Eine Handwerkskunst, die nicht mehr oft zu finden ist. Scharf, schnittig, auf höchstem Niveau.
Was mit improvisierten Experimenten in der Schulzeit begann, ist heute Beruf, Berufung und Ausdruck höchster Handwerkskunst. „Ich habe mich schon als Kind für Messer interessiert. Wir hatten einen Garten, in dem meine Großeltern Gemüse und Obstbäume anbauten – und da gab es immer etwas zu schnitzen, abzusägen und abzuhacken. Wenn die Werkzeuge scharf waren, war jeder Arbeitsschritt viel einfacher. Das hat mich fasziniert.“ Richard Kappeller ist seit 2002 hauptberuflicher Messermacher. Seine Ausbildung absolvierte er zwar am Holztechnikum Kuchl, doch bald wechselte er vom Werkstoff Holz zum Stahl – ein Übergang, der ihn bis heute prägt.
Kunstvolles Handwerk
Wer die lichtdurchflutete Werkstatt in den historischen Räumen in Salzburg betritt, trifft auf eine andere Welt. Das Messer-Atelier lädt zum Staunen und Mitmachen ein. In der Schauwerkstatt können Besuch er beim Schleifen, Gravieren oder Punzieren zusehen, im zweiten Raum moderne Techniken wie CAD und 3DDruck entdecken. In der Schatzkammer schließlich funkeln außergewöhnliche Einzelstücke mit Edelsteinbesatz und vergoldeten Details.
City-Showroom ist sehenswert
Auch der elegante Showroom in der Rauhensteingasse 5 im 1. Bezirk lädt ein, die exquisite Vielfalt der Messer persönlich zu betrachten und zu erleben. In Kappellers Werkstatt entstehen nicht nur funktionale Klingen, sondern auch individuelle Unikate – präzise, edel und mit künstlerischem Anspruch.
Grandiose Kollektion
Besonders spürbar wird das in der Kollektion „Artis“: 16 identische Grundmodelle, doch jedes mit einzigartiger Gravur, inspiriert von japanischer Schwertkunst. Die Zusammenarbeit mit Graveur Daniel Karagiannis hebt die Serie auf ein neues Niveau. „Wir wollten die Eleganz der alten Vorbilder bewahren und doch etwas völlig Eigenes schaffen“, erklärt Kappeller. Die Motive ziehen sich über Handschutz, Klingenangel und Griffabschluss – feinste Gravurtechnik auf hochwertigem Stahl.
Viel Arbeit mit Holz
„In meinem Beruf vereinen sich viele Verschiedene zu einem Einzigen. Man arbeitet viel mit Holz, auch exotischen und stabilisierten Hölzern, mit tierischen Materialien wie Hirsch oder Reh, exotischen Materialien wie Mammut-Elfenbein, Giraffenknochen oder Walross-Zähnen.“
Individuelle Unikate
Ein Highlight ist der Messerkonfigurator: Hier gestaltet man in fünf Schritten das eigene Traummesser – angepasst an Handgröße, Stil und Verwendungszweck. Ob rostfreier Stahl für Jagd und Outdoor oder ein besonders scharfes Kochmesser aus nicht rostfreiem Stahl – jedes Detail wird durchdacht. Griffe aus fossilem Mammut, Perlmutt oder stabilisiertem Holz runden die persönliche Note ab. Auch die passende Lederscheide kann individuell gewählt werden.
Ganz spezielles Messer
Zum 20-jährigen Firmenjubiläum fertigte er ein ganz besonderes Messer (Griff aus Mammutknochen, Diamanten inklusive) für rund € 55.000. Auch für die EXPO 2025 in Osaka ging Kappeller neue Wege: Drei Messer und drei dazu passende Ringe wurden dort als Einheit gezeigt – jedes Paar ein gemeinsames Kunstwerk, verbunden durch Thema und Gestaltung. Ob Workshops, Werksführungen oder individuelle Anfertigungen – bei Richard Kappeller verschmelzen alte Traditionen mit modernem Anspruch zu etwas Einzigartigem: Messer, die Geschichten erzählen.
Der City-Showroom
Richard Kappellers Räume spiegeln seine Leidenschaft und handwerkliche Perfektion wider. Er ist auch Goldschmiedemeister und fertigt die Edelsteinfassungen selbst. Öffnungszeiten Mo-Do: 14–18 Uhr Fr-Sa: 10.30–13.30, 14–18 Uhr Rauhensteingasse 5, 1010 Wien, Messermacher

Jedes der 16 Artis-Messer ist ein Einzelstück (Bild: Kappeller).

Die Vitrinen und der Tisch im Flagshipstore wurden vom Team selbst gefertigt (Bild: Messermacher Kappeller).

In Wien und Salzburg kann man in zweitägigen Kursen sein Messer auch selber herstellen (Bild: Burghart).
Autorin: Ursula Scheidl