100.000 Geburten: Jubiläum im St. Josef Krankenhaus

Das Jubiläumsbaby ist ein Mädchen. ©Alex Kakka

Alles begann im Jahr 1936: Am Sonntag, dem 19. Jänner 1936 kam um 12.10 Uhr das erste Baby – ein Mädchen – im St. Josef Krankenhaus Wien zur Welt. Seit damals wurden im Ordensspital im 13. Bezirk 100.000 Geburten betreut.

Das St. Josef Krankenhaus wurde 1930 von den Schwestern Salvatorianerinnen in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Sanatoriums gegründet, zunächst mit Abteilungen für Innere Medizin und Chirurgie. 1936 folgte die Eröffnung einer geburtshilflichen Abteilung – für ein Ordensspital zu jener Zeit eine absolute Rarität, war doch Ordensschwestern die Ausübung des Hebammenberufes kirchenrechtlich nicht erlaubt. Doch auch hier erkämpften sich die Salvatorianerinnen eine Neuerung, und so waren ab 1953 die ersten Ordensschwestern – auch von anderen Ordensgemeinschaften – als Hebammen im Einsatz. „Aktuell ist noch eine Ordensfrau als Hebamme bei uns tätig“, weiß Primarius Brandstetter. Während des Weltkrieges diente das Krankenhaus als Lazarett, und auch von 1951 bis 1953 blieb die geburtshilfliche Abteilung geschlossen.

Ab den 2000er Jahren begannen die Geburtszahlen im St. Josef Krankenhaus Wien dann beständig zu steigen: 2002 wurde mit 1.121 Geburten erstmals seit Jahrzehnten wieder die Marke von 1.000 Babys pro Jahr übersprungen, 2014 mit 2.142 Geburten die Marke von 2.000 Babys pro Jahr. Mit der Übersiedelung der geburtshilflichen Abteilung vom Göttlicher Heiland Krankenhaus Wien ins St. Josef Krankenhaus Wien zum Jahreswechsel 2018/2019 wurde das Ordensspital schließlich zur größten Geburtsklinik Wiens und nachfolgend Österreichs. 2022 wurden – so wie auch im Jahr davor – mehr als 4.000 Geburten betreut. Das Spital verfügt über 11 Kreißzimmer, einen eigenen OP für Kaiserschnitte, zwei Wochenbettstationen und verschiedenste Ambulanzräume für die Geburtshilfe.

Die 100.000ste Geburt fand am 4. Juli 2023 um 14.21 Uhr statt. „Unsere Jubiläumsgeburt war eine Spontanentbindung. Der Mutter und ihrem Kind – es ist ein Mädchen – geht es gut“, berichtet Primarius Dr. Andreas Brandstetter, Leiter der Geburtshilfe im St. Josef Krankenhaus Wien.

Ausrichtung auf natürliche Geburt

Eines ist den Verantwortlichen jedenfalls wichtig: „Trotz der hohen Geburtenzahlen versuchen wir ein familiäres Umfeld zu schaffen, in dem sich die Frauen und ihre Babys wohlfühlen. Dass dies möglich ist, verdanken wir unserem tollen, engagierten Team aus Ärzten, Hebammen und Pflegekräften“, so Brandstetter. Bekannt und beliebt ist das St. Josef Krankenhaus Wien vor allem für seinen Schwerpunkt auf eine natürliche Geburt. Ein wesentliches Element dafür ist die hebammengeleitete Geburt: „Solange alles unauffällig verläuft und die medizinischen Parameter normal sind, werden die Frauen ausschließlich von uns Hebammen betreut“, erklärt die leitende Hebamme Irene Richter BSc, MSc.

Keinesfalls fehlen darf dabei jedoch das Sicherheitsnetz der modernen Medizin: So ist die Geburtshilfe im St. Josef Krankenhaus Wien seit 2019 Teil des Eltern-Kind-Zentrums, zu dem auch eine neu errichtete Kinderabteilung mit Neonatologie gehört. „Dank der Neonatologie können wir nun auch Risikogeburten, Zwillings- oder sogar Drillingsgeburten sowie Frühgeburten betreuen“, betont Gynäkologe Brandstetter. Derzeit werden Frauen ab der 28. Schwangerschaft entbunden. Im Wochenbett setzt man auf das Konzept des Rooming-in und eine Förderung des intensiven Kontakts zwischen Eltern und Kind („Bonding“). Bei Fragen, Sorgen und Ängsten werden die Eltern jederzeit vom Team der Geburtshilfestationen unterstützt.

Mehr Informationen unter https://www.sjk-wien.at