Tiergarten Schönbrunn

Flamingos: Graue Küken erwartet eine rosa Zukunft

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Im Tiergarten Schönbrunn herrscht großer Trubel in der Flamingo-Kolonie. Gleich sechzehn Küken sind in den letzten Wochen geschlüpft – Wer allerdings nach dem typischen, leuchtenden Rosa sucht, sucht (noch) vergebens.

Wer derzeit an der Flamingo-Anlage im Tiergarten Schönbrunn vorbei spaziert, reibt sich verwundert die Augen. Statt einer rosafarbenen Schar wimmelt es auf der Anlage von grauen Wollknäueln – von strahlendem Rosa fehlt bei den sechzehn Flamingo-Küken noch jede Spur.

Doch diese unscheinbare Optik hat einen lebenswichtigen Grund. „Das unscheinbare Daunenkleid bietet ihnen in den lehmigen Bruthügeln eine ideale Tarnung und schützt sie damit optimalerweise vor Feinden“, erklärt Kurator Dr. Folko Balfanz.

Der weite Weg zum rosa Federkleid

Es braucht Geduld, bis aus den grauen Küken stolze, farbenprächtige Vögel werden. Erst im Alter von etwa drei Jahren erstrahlt ihr Federkleid in prächtigem Rosa. Dr. Folko Balfanz führt weiter aus: „Die charakteristische Färbung der Rosa Flamingos stammt von ihrer Nahrung. Kleine Krebse und Algen, die sie mit ihrem Schnabel aus dem Wasser filtern, enthalten Farbstoffe aus der Gruppe der Carotinoide.“

Bis der Nachwuchs selbst auf Nahrungssuche geht, vergeht jedoch noch Zeit. In den ersten Lebenswochen werden die Küken von ihren Eltern mit Kropfmilch ernährt – einer nährstoffreichen Absonderung aus Drüsen in der Speiseröhre. Der Rosa Flamingo ist übrigens die größte aller weltweit sechs Flamingo-Arten und kann bis zu 1,40 Meter groß werden. Zudem ist er die einzige Art, die auch in Europa wild vorkommt, etwa in der französischen Camargue oder in Andalusien.

Trubel im Flamingo-Kindergarten

In Schönbrunn läuft die Aufzucht derweil auf Hochtouren, da die Tiere zeitversetzt zur Welt kamen. „Bei uns gibt es derzeit Küken in allen Größen. Die ersten sind Ende August geschlüpft. Sie haben ihre Nester bereits verlassen und sich zu einer Art Kindergarten zusammengeschlossen“, so Tierpfleger Dominik Eigenbauer.

Diese Kükengruppe wird stets von einzelnen erwachsenen Vögeln begleitet, die gut auf die Kleinen aufpassen. Die echten Eltern kommen weiterhin regelmäßig vorbei, um ihre Jungtiere mit Kropfmilch zu versorgen. Das eigene Küken in der großen Gruppe wiederzufinden, ist für sie übrigens kein Problem: Sie erkennen es treffsicher an seinem individuellen Ruf.

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