Dreister Telefonbetrug mit Folgen: Ein bislang unbekannter Täter gab sich als Polizist aus und brachte einen 88-Jährigen dazu, Schmuck und Goldmünzen herauszugeben. Der Schaden geht in die sechsstellige Höhe.
Der Anruf kam völlig unerwartet: Ein Unbekannter meldete sich telefonisch bei dem 88-Jährigen und behauptete, Polizeibeamter zu sein. Er habe angeblich neue Erkenntnisse zu einer Anzeige, die der Mann bereits vor längerer Zeit erstattet hatte.
Eine Tätergruppe sei festgenommen worden, so der Anrufer. Bei einem der Festgenommenen seien die Kontaktdaten des 88-Jährigen gefunden worden. Nun bestehe offenbar die Gefahr eines geplanten Überfalls.
So eine gemeine Masche
Dann folgte die perfide Masche: Die Polizei müsse die Wertgegenstände des Mannes vorübergehend sicherstellen und registrieren, um sie vor den mutmaßlichen Tätern zu schützen. Nur 30 Minuten später stand der falsche Polizist vor der Tür – er gab sich mittels Polizeiausweis als Exekutivbeamter aus.
Der 88-Jährige vertraute dem Mann offenbar und übergab ihm zahlreiche Wertgegenstände. Der Unbekannte packte Schmuckstücke und Goldmünzen ein und verließ anschließend die Wohnung.
Zurück blieb ein enormer finanzieller Schaden: Die Beute hat einen Wert von mehreren hunderttausend Euro.
Warnung vor falschen Polizisten
Die Betrugsmasche ist seit Jahren bekannt: Besonders ältere Menschen werden am Telefon unter einem Vorwand verunsichert. Die Täter behaupten etwa, Einbrecher hätten es auf das Opfer abgesehen und die Polizei müsse deshalb Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände vorübergehend in Sicherheit bringen.
Die Polizei stellt klar:
Die Polizei verlangt keine Wertgegenstände zur Verwahrung.
Bei einem verdächtigen Anruf sollte man das Gespräch sofort beenden.
Anschließend sollte man selbst die Polizei unter 133 verständigen.
Fremde Personen sollten nicht in die Wohnung gelassen werden.

