Das St. Josef Krankenhaus Wien im 13. Bezirk verfügt als erstes Haus des Landes über das hochmoderne Operationssystem “da Vinci 5”. Künftig werden in Hietzing ausgewählte chirurgische sowie gynäkologische Eingriffe roboter-assistiert durchgeführt.
Das St. Josef Krankenhaus Wien setzt ab der zweiten Novemberhälfte auf eine zukunftsweisende Technologie im Operationssaal. Als erstes Spital in Österreich wurde das im 13. Bezirk gelegene Ordensspital mit der fünften und damit neuesten Generation des da Vinci Operationssystems ausgestattet. Die Einführung des roboter-assistierten Systems soll Patientinnen und Patienten durch besonders präzise und schonende Eingriffe weniger Schmerzen, eine raschere Erholung und kürzere Aufenthalte ermöglichen.
„Wir haben uns sehr bewusst für das neueste Modell des roboter-assistierten Operationssystems mit einigen sehr interessanten Zusatzfeatures entschieden. Das unterstreicht unseren Anspruch, unseren Patientinnen und Patienten Zugang zu modernster Medizintechnologie und höchster Behandlungsqualität zu bieten“, beschreibt der Ärztliche Direktor des St. Josef Krankenhauses Wien, Dr. Ulrich Schmidbauer.
Einsatz in der Chirurgie und Gynäkologie
Das medizinische Konzept sieht rund 400 roboter-assistierte Eingriffe pro Jahr vor, wobei drei Viertel auf die Chirurgie und etwa ein Viertel auf die Gynäkologie entfallen. In beiden Fachbereichen erfolgt die Einführung stufenweise. In der Chirurgie stehen zu Beginn einfache laparoskopische Eingriffe wie Gallenblasen- oder Leistenbruch-Operationen auf dem Plan, bevor komplexere Eingriffe im Verdauungstrakt bei Speiseröhren- und Darmkrebs sowie aufwendige Bauchwandbrüche folgen. Im gynäkologischen Bereich soll das System nach einer strukturierten Einführungsphase primär bei bestimmten Krebserkrankungen, komplexen Endometriose- und Myomoperationen sowie urogynäkologischen Beckenbodeneingriffen genutzt werden.
Für den Einsatz des neuen Systems gelten strenge Qualitätsstandards. Nur Ärztinnen und Ärzte, die eine mehrwöchige Einarbeitungszeit inklusive Simulationstrainings und einer abschließenden Prüfung absolviert haben, dürfen mit dem da Vinci 5 arbeiten. Auch das OP-Pflegepersonal durchläuft entsprechende Schulungen.
Maximale Patientensicherheit
Die fünfte Generation des Operationssystems verfügt über wesentliche technische Neuerungen gegenüber älteren Modellen. Neben einem verbesserten 3D-Visionssystem mit höherer Farbgebung und Auflösung bietet das Gerät eine ergonomische Arztkonsole, die sich individuell an die Körpermaße der Operateure anpasst. Eine integrierte Force Feedback Technologie übermittelt den spürbaren Gewebedruck direkt an die Handsteuerung an der Konsole. Laut dem Leiter der Chirurgie, Primarius Univ.-Prof. Dr. Johannes Zacherl, erlaubt dies ein noch gewebeschonenderes Arbeiten, wodurch ungewollte Gewebebeanspruchungen vermieden werden können. Die gesteigerte Rechenleistung ermöglicht zudem Echtzeit-Fallbeobachtungen, die Live-Zuschaltung externer Experten und KI-gestützte Analysen.
Das technologische Grundprinzip basiert auf der direkten Übersetzung menschlicher Motorik. Die Ärzte steuern von einer Konsole aus vier Roboterarme, deren Instrumente über minimale Schnitte in den Körper eingebracht werden. Die Instrumentenspitzen lassen sich im Gegensatz zur klassischen Laparoskopie in alle Richtungen bewegen, während eine Kamera das Operationsgebiet stark vergrößert darstellt. Dr. Ulrich Schmidbauer betont in diesem Zusammenhang, dass die Operation weiterhin vollständig von einem Menschen gesteuert und durchgeführt wird – mit Unterstützung eines OP-Roboters für mehr Präzision.
Auf einen Blick
- Institution: St. Josef Krankenhaus Wien (Gemeinnütziges Ordensspital)
- Standort: Auhofstraße 189, 1130 Wien (13. Bezirk)
- Technologie: da Vinci 5 Operationssystem (Erstes System der 5. Generation in Österreich)
- Kapazität: Rund 400 geplante Eingriffe pro Jahr (Chirurgie und Gynäkologie)
- Starttermin: Erste Operationen ab der zweiten Novemberhälfte geplant
- Infos unter: www.sjk-wien.at

