Altbautenschutz nun in sieben Bezirken aktiv

Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál mit Walter Hillerer (Leiter Gruppe Sofortmaßnahmen) bei einer Einsatzbesprechung mit der Baupolizei und dem Gesundheitsamt. ©Stadt Wien/Martin Votava

Die „Offensive Altbautenschutz“ zieht nach einem Jahr Bilanz und präsentiert zwei neue Zielgebiete in Grätzln in Meidling und der Brigittenau. Das derzeitige Team aus Baupolizei und Gruppe Sofortmaßnahmen wird ab sofort vom Gesundheitsamt unterstützt.

Vor exakt einem Jahr wurde die Offensive Altbautenschutz gestartet. Damit hat die Stadt der mutwilligen Vernachlässigung von Gründerzeithäusern den Kampf angesagt. Neben einer permanenten Servicehotline (01/4000-4001), bei der Meldungen abgegeben werden können, werden Schwerpunktaktionen in Grätzln durchgeführt. Systematisch werden dabei durch verschränkte Teams der Baupolizei und der Gruppe Sofortmaßnahmen Wohngebiete durchkämmt und Missstände angezeigt.

2.800 Gebäude überprüft

Bei diesen Schwerpunktaktionen wurden insgesamt exakt 2.806 Gebäude überprüft. Davon wurden 443 (rund 16%) beanstandet und bei rund 544 Einzelmängel festgestellt. Erfreulicherweise wurde kein Altbau als abbruchgefährdet bzw. abbruchreif eingestuft. „Wir setzen uns mit vollem Engagement für den Schutz und die Erhaltung unserer historischen Gebäude ein, denn sie sind ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes und prägen maßgeblich das Stadtbild Wiens”, so Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen und des Stadtservice Wien, über seine Arbeit.

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„Spiel auf Zeit ist sinnlos“

Nach den Schwerpunktaktionen beginnt die tatsächliche Arbeit für die Baupolizei. Denn alle Anzeigen müssen nachverfolgt werden. Hier gibt es einen klaren rechtsstaatlichen Instanzenweg mit Fristen und Abläufen. „Wenn jemand diesen Instanzenweg ausnutzt, um so lediglich Zeit zu gewinnen, wird es im Endeffekt oftmals umso teurer, da die Bausubstanz weiter angegriffen wird. Nicht zuletzt die neue Bauordnung machen ein Spiel auf Zeit sinnlos“, erklärt der Leiter der Baupolizei Gerhard Cech. „Es geht darum, die unmittelbaren Lebensbedingungen der Bewohner von Gründerzeithäusern zu verbessern und gleichzeitig das Stadtbild abzusichern. Hier sind die Eigentümer in der Verantwortung, denn mit dem Besitz von Zinshäusern gehen auch Verpflichtungen einher“, betont Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Neu im Team: Gesundheitsamt

Bisher fanden Schwerpunktaktionen in den Bezirken Innere Stadt, Landstraße, Alsergrund, Favoriten und Rudolfsheim-Fünfhaus statt. Der Hauptteil der Beanstandungen betraf bauliche Mängel, gefolgt von feuerpolizeilichen Mängeln und zu einem geringeren Teil sanitäre Missstände. In den neuen Zielgebieten rund um den Wallensteinplatz  in der Brigittenau und in zwei Grätzln in Meidling werden die aktuellen Teams bei ihren Kontrollen durch das Gesundheitsamt verstärkt.