Banksy-Style: Pensionisten sprayen gegen Demenz

Wiens älteste Sprayer gaben auf der Donaulände ihr Bestes @ zvg: Grasser

Schon zum 3. Mal in Folge sprühten Mitglieder der Pensionistenklubs für die Stadt Wien und Bewohner der Häuser zum Leben anlässlich des Welt-Alzheimertags bunte Graffitis an eine Wand auf der Donaulände.

Da staunten die Passanten, Jogger und Radler am Wiener Donaukanal bei der U-Bahnstation Roßauer Lände nicht schlecht: Denn Sprayer im Alter zwischen 65 und 92 Jahren sieht man dort eher selten! Es handelte sich um Mitglieder der Pensionistenklubs für die Stadt Wien und Bewohner der Häuser zum Leben. Einige von ihnen haben eine Demenz-Diagnose, andere nicht. Gemeinsam mit professioneller Unterstützung sprühten sie bunte Graffitis an eine Wand.

Neben dem Slogan „Mein Herz wird nie dement“, widmeten sich die rüstigen Street-Artists dem heurigen Hauptmotiv: In Anlehnung an Banksys Ballon-Mädchen sprühten sie die Silhouette einer betagten Dame mit Luftballons. „Die Message ist klar: Damit setzen die Häuser zum Leben und die Klubs als Mitglieder der Plattform „Demenzfreundliches Wien“ ein sichtbares Zeichen für das Thema Demenz. Denn die Steigerung der Lebensqualität von demenziell-erkrankten Menschen gehört in den öffentlichen Raum und in den breiten Diskurs“, meint Peter Hacker, Wiens Stadtrat für Gesundheit und Soziales.

In Anlehnung an Banksys Ballon-Mädchen sprühten sie die Silhouette einer betagten Dame mit Luftballons. © zvg:Grasser

Bereits zum dritten Mal machen die Häuser zum Leben und die Pensionistenklubs am Welt-Alzheimertag so auf das Thema Demenz aufmerksam. Herr Heinz, ein Bewohner aus dem Haus Föhrenhof und Teilnehmer an der Spray-Aktion, meint: „Ich finde die Aktion gut, denn auch Menschen mit einer Demenz-Diagnose haben viele Fähigkeiten und können noch so einiges machen – wie man heute sieht, besonders im kreativen Bereich. Und wann komme ich als 82-Jähriger sonst schon dazu, ein Graffiti zu sprayen? Das ist super!“

Die Angebote der Häuser zum Leben

In Österreich sind rund 140.000 Menschen von Demenz betroffen. Die bekannteste Form der Demenz ist Alzheimer. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für demenzielle Erkrankungen. Demenz kann man zwar nicht heilen, vielen Formen der Demenz kann man aber vorbeugen. Und man kann Menschen mit Demenz Teilhabe ermöglichen. In allen 30 Häusern zum Leben gibt es etwa „Tag.Familien“, in denen Menschen mit einer Demenz-Diagnose ein begleiteter, strukturierter Tagesablauf mit gemeinsamen Aktivierungen geboten wird. Im Haus Rosenbergund im Haus Döbling gibt es zudem Schwerpunktstationen für Menschen mit demenziellen Erkrankungen, die intensive, individuelle Betreuung und Pflege benötigen.