Deutlich wie nie hat der 15. Bezirk die heikle Situation bestätigt: Im Süden des Bezirks nahe der U6-Station und der Drogenberatungsstelle Jedmayer steigt die Kriminalität massiv an. Seit rund einem Jahr.
Spritzen in Grünflächen, Drogenabhängige lungern auf der Straße oder in Hauseingängen herum, Dealer erledigen offen ihre “Geschäfte”: Die Situation im Bereich der Sechshauser Straße, Herklotzgasse, Friesgasse ist längst ein “Horror” für Anrainer.
Immer schlimmer
Das bestätigen auch Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht und Gemeinderätin Claudia Laschan, die sogar in der Sechshauser Straße wohnt: “Der ganze südliche Bezirksbereich ist mittlerweile ein Problem. Das Drogen-Problem ist zuletzt wie eine Walze auf uns zugerollt.”
“Ich bin viel vorort unterwegs, rede mit den Anrainern. Sie sagen alle das gleiche: Die Situation hat sich verschlechtert, es gibt mehr Drogensüchtige, Spritzen liegen herum”, so Baurecht. Ob das am Jedmayer liege: “Wir wollen keine Absiedelung, aber mehr Polizei, um die Drogen-Kriminalität rundherum in den Griff zu bekommen.”

Mehr Polizei verlangt
Denn für den Bezirk ist klar: Es können mehr Sozialarbeiter hingeschickt werden, es kann mehr Reinigung der Grünflächen wie im Sechshauser Park organisiert werden – trotzdem: “Ohne Polizei wird sich die Situation nicht verbessern. Ich hab mehrere Briefe an den Innenminister geschrieben und bin immer vertröstet worden. Wir verlangen ultimativ mehr Polizisten für den Bezirk.”
Bürgerversammlung kommt
Der Vorsteher unterstützt mit seiner SPÖ auch die Bürgerversammlung zum Drogen-Hotspot U6, die von der ÖVP in der Bezirksvertretungssitzung beantragt wurde. “Neben der Bürgerversammlung verlangen wir eine Videoüberwachung und mehr Reinigung bei der U6-Station”, so Bezirksrat Felix Ofner.
“Die Bürgerversammlung wird fix kommen, einen Termin suchen wir gerade”, so Baurecht im Wiener-Bezirksblatt-Gespräch. “Wir hatten im November ohnehin Vorort-Bürgergespräche geplant.” Also sollte die Versammlung noch heuer stattfinden.

Uneinig bei der Absiedelung
Uneinigkeit herrscht bei der Frage einer Absiedelung der Drogenberatungsstelle “Jedmayer” am Gürtel auf der Seite des 6. Bezirks. “Wir sind nicht dafür, weil es in den letzten Jahren ja auch funktioniert hat. Es geht um die Drogenkriminalität rundherum – und dafür ist die Polizei zuständig”, so der Vorsteher.
Das sieht Ofner anders: “Leider gibt es durch die Beratungsstelle Jedmayer eine Konzentration der Drogenszene. Dort werden mehr als 82 % der Spritzentauschkontakte Wiens abgewickelt. Für uns ist klar: Ein einziges Grätzl kann nicht die Drogenprobleme einer Millionenstadt tragen. Es braucht endlich eine Aufteilung der Suchthilfe auf ganz Wien.”

