Wer ein künstliches Knie oder eine neue Hüfte bekommt, denkt meist zuerst an die Operation. Für den Wiener Orthopäden Prof. DDr. Martin Faschingbauer beginnt der eigentliche Erfolg jedoch erst danach: Dann nämlich, wenn Patientinnen und Patienten wieder schmerzfrei gehen, Sport treiben oder ihren Alltag ohne Einschränkungen genießen können.
Bewegung steht im Mittelpunkt
„Eine Operation ist nie das eigentliche Ziel. Das Ziel ist, dass Menschen wieder das tun können, was ihnen wichtig ist.“
…sagt Faschingbauer. Dieser Gedanke zieht sich durch seine gesamte Arbeit. Statt sich ausschließlich auf Implantate oder Operationsmethoden zu konzentrieren, stellt er die Beweglichkeit der Menschen in den Mittelpunkt.
Schon als Nachwuchsfußballer bei Austria Wien faszinierte ihn die Frage, wie der menschliche Körper funktioniert. Nach einem Architekturstudium führte ihn schließlich die Begeisterung für Biomechanik in die Orthopädie – ein Fachgebiet, in dem Präzision und Bewegung eng miteinander verbunden sind.
Internationale Erfahrung nach Wien gebracht
Seine Ausbildung führte den Mediziner an renommierte Universitätskliniken in Deutschland und später an das Hospital for Special Surgery in New York, eines der weltweit führenden Zentren für Gelenkchirurgie. Dort absolvierte er das angesehene Insall-Fellowship und arbeitete mit internationalen Experten zusammen. Bereits mit 38 Jahren wurde er zum Professor berufen und veröffentlichte mehr als 100 wissenschaftliche Arbeiten.
Heute operiert Prof. DDr. Martin Faschingbauer an der Wiener Privatklinik sowie im Evangelischen Krankenhaus in Wien.
Präzision für ein möglichst natürliches Gelenk
Mehr als 4.000 Gelenkersatzoperationen – rund 2.000 Knie- und 2.000 Hüftprothesen – hat der Spezialist bereits durchgeführt. Dabei setzt er auf moderne Technologien wie robotergestützte Operationssysteme und, wenn sinnvoll, individuell angefertigte Knieprothesen, die exakt an die Anatomie der Patientinnen und Patienten angepasst werden.
Für Faschingbauer ist Technik jedoch kein Selbstzweck. Entscheidend sei, dass sich das neue Gelenk möglichst natürlich anfühlt. In der Fachwelt spricht man dabei vom sogenannten „Forgotten Joint“ – einem Gelenk, an das Betroffene im Alltag gar nicht mehr denken.
„Das schönste Feedback ist, wenn jemand nach einigen Monaten sagt: Ich denke gar nicht mehr an mein Knie oder meine Hüfte.“
Rapid Recovery: Schnell wieder auf den Beinen
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist das sogenannte Rapid Recovery-Konzept. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten nach einem Gelenkersatz möglichst rasch wieder mobil zu machen. Die ersten Schritte erfolgen bereits kurz nach der Operation, auf Drainagen wird verzichtet und die Rehabilitation wird schon vor dem Eingriff geplant.
Gemeinsam mit spezialisierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten organisiert sein Team individuelle Therapieprogramme, Hausbesuche und digitale Unterstützung. So soll der Übergang vom Krankenhaus zurück in den Alltag möglichst reibungslos gelingen.
„Wir wissen heute, dass Bewegung Teil der Therapie ist. Je früher Patienten wieder sicher auf den Beinen sind, desto besser.“
Blick in die Zukunft
International entwickeln sich Behandlungen nach Gelenkersatz zunehmend in Richtung kurzer Krankenhausaufenthalte. In einigen Ländern können geeignete Patientinnen und Patienten bereits am Tag der Operation wieder nach Hause gehen.
Auch in Österreich sieht Prof. DDr. Martin Faschingbauer großes Potenzial für diese Entwicklung. Entscheidend sei nicht die Dauer des Spitalsaufenthalts, sondern eine gute Vorbereitung und eine engmaschige Betreuung vor und nach dem Eingriff.
Sein Ziel bleibt dabei klar: Menschen sollen ihre Mobilität möglichst rasch zurückgewinnen – damit das neue Knie oder die neue Hüfte nicht das Ende einer Behandlung, sondern der Anfang eines aktiven und schmerzfreien Lebens ist.

