Als du vor zwölf Jahren in unsere Familie geschneit bist, im Doppelpack mit deinem Bruder, war Chaos pur. Und Fragen über Fragen.
Sollen wir euch beide behalten, ohne die geringste Vorahnung, ob ihr euch aus schwarzen Wollknäueln jemals zu etwas Ähnlichem wie Hunden entwickeln würdet? JA. Sollen wir euch auch dann lieb haben, wenn ihr alle in der Gegend rumstehenden Schuhe zerbeißt? Wahrscheinlich schon. Soll ich ausziehen, nachdem ihr die Absätze meiner sehr exklusiven, neuen High Heels bis zum Ansatz abgeknabbert habt und ich von der männlichen Fraktion der Familie ein „Jetzt stell dich nicht so an, sind doch nur Schuhe!“ erntete? Diese Frage blieb unbeantwortet.
Geblieben sind wir jedenfalls alle, ihr und ich. Und zusammen gewachsen auch. Du, Mia, warst immer „Leader of the Gang“. Die Buben in der Familie rollten die Augen, wenn ich mit Max, deinem Bruder, schimpfte und du angeblich die Anstifterin warst. Ich habe dich oft in Schutz genommen, wir beide gegen den Rest der Welt. Da hilft oft nur ein kleines bisschen List und eine winzige Prise Tücke.
Letzte Woche mussten wir dich gehen lassen. Schwer. Vor allem für uns. Du bist eingeschlafen, nachdem du ein paar Stunden vorher noch ein besonders feines Leckerli verschmaust hast. Ich glaube, für dich war es ein guter Abschied. Vermutlich, weil du wusstest, dass du im Hundehimmel alle Rechte hast.
Und wenn du jetzt von einer Wolke in die nächste springst, denn so stelle ich mir das vor, vergiss uns nicht! Wenn wir uns wiedersehen, Mia, hab ich bestimmt ein Leckerli dabei.


