Es ist vollbracht: Ottakring hat neue Vorsteherin

Frauen-Power: Steffi Lamp ist nach Vor-Vorgängerin Erni Grassberger erst die zweite Bezirksvorsteherin Ottakrings. Bei elf männlichen Vorstehern (Bild: BV16).

Am 31. Jänner um 18.05 Uhr war es soweit: Die Nachfolgerin von Franz Prokop wurde offiziell von der Bezirksvertretung gewählt. Stefanie Lamp erhielt die Stimmen aller Parteien: „Ich danke für das Vertrauen. Ich freue mich sehr darauf, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen.“

Damit übernimmt die erst zweite Bezirksvorsteherin in der Geschichte Ottakring das Amt. Als Vor-Vorgängerin brachte Erni Grassberger die erste weibliche Note auf den Richard-Wagner-Platz, ehe Franz ­Prokop zwei Jahrzehnte lang dem Bezirk seinen Stempel ­aufdrückte. „Ich bedanke mich bei Franz für die langjährige Zusammenarbeit und für das große Vertrauen“, so die neue Vor­steherin anlässlich der Kür zur Nummer eins. „Ich konnte viel von ihm lernen und werde ­seinen Weg fortsetzen.“

Frischer Wind im Bezirk

Ein Weg der Modernisierung, der Kultur und der Mitmenschlichkeit. Großprojekte wie der Umbau der Thaliastraße gehen ungehindert weiter, auch Kultur­-Initiativen wie der Kunstpreis werden beibehalten und erweitert.  Zumal die 34-jährige, zweifache Mutter als Kommissionsvorsitzende den Kulturbereich seit Jahren mitgeprägt hat. „Das bleibt ein zentrales Anliegen, die Kulturszene kann mit unserer Unterstützung rechnen.“

Starke Worte zum Abschied

In seiner Abschiedsrede in der letzten Bezirksvertretungssitzung seiner Amtszeit betonte der scheidende Franz Prokop: „Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Wir können schon stolz auf unser Ottakring sein, vieles haben wir geschafft. Uns war das Miteinander im Bezirk immer wichtig – und so wird es auch in Zukunft bleiben.“ Er hat volles Vertrauen in seine Nachfolgerin Steffi Lamp. Am Ende seiner Abschiedsrede wurde er doch ein wenig wehmütig: „Ja, Bezirksvorsteher zu sein ist der wunderbarste Job der Welt – der direkte Kontakt zur Bevölkerung zwischen Gürtel und Wienerwald ist schon etwas Besonderes. Daher sage ich: Danke für alles, danke allen Kollegen, danke meinen Mitarbeitern, meinem Büro, im Speziellen meinem Büroleiter und meiner Familie.“ Um kurz innezuhalten: „Servus Ottakring!“

Respekt aller Parteien

Sehr respektvolle und lobende Worte kamen danach von Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann („Danke für 20 Jahre an deiner Seite, eine Ära geht zu Ende“), von der grünen Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Barbara Obermaier, die meinte: „Unser größter Respekt für deine besonnene und respektvolle Art.“ Es müsse ein gutes Zeichen sein, dass auch die anderen Parteien so gut von ihm reden würden. „Du wirst uns sehr fehlen, lieber Franz“, so Obermaier. Selbst ÖVP-Klubobmann Stefan Trittner meinte: „Persönlich alles Gute für die Zukunft.“

Das ist Steffi Lamp

Apropos Zukunft. Wer die neue Vorsteherin noch nicht so gut kennt, hier eine Kurzvorstellung: Nach dem Abschluss ihres Studiums der internationalen Entwicklung begann sie in der Bezirksvorstehung und war von 2016 bis 2022 Bezirksgeschäftsführerin der SPÖ 16. 2018 zog sie in die Bezirksvertretung ein und sammelte mit Projekten wie „Grätzlinitiative Ottakring“, „Klimateam“ und dem von ihr ins Leben gerufenen Kunstpreis kommunalpolitische Erfahrung. Seit Sommer 2023 war sie Stellvertreterin von Prokop, ehe nun der nächste ­logische Schritt erfolgte: „Dann gehen wir’s an“, sagt Lamp in ihrer bekannt erfrischenden und dynamischen Art. „Ich habe große Hochachtung vor der Aufgabe und bin sehr gespannt auf die bevorstehende, auf­regende Zeit.“

Die neue alte Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Weißmann, Ottakrings Rekord-Vorsteher Franz Prokop mit seiner jetzt bestellten Nachfolgerin Stefanie Lamp (v.l., Bild: BV Ottakring).

Hans Steiner
Chefredakteur