Video & Interview

Marcus Franz: E-Scooter dringend einbremsen!

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Die Zahl der Verletzten bei E-Scooter Unfällen, die im Spital landen, ist seit 2019 um das nahezu neunfache angestiegen. Auch in der Bezirksvorstehung Favoriten gehen immer mehr Beschwerden über das problematische Fahrverhalten von Jugendlichen ein. Jetzt fordert Bezirksvorsteher Marcus Franz eine ehrliche Diskussion.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl der E-Scooter-Unfälle in Österreich steigt besorgniserregend an. Seit 2019 hat sich die Zahl der im Spital behandelten Verletzten auf über 10.000 im Jahr 2025 fast verneunfacht, zudem gab es im Vorjahr sechs und im laufenden Jahr 2026 bereits mindestens fünf Todesopfer.

Angesichts dieser Entwicklung fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) strengere gesetzliche Maßnahmen, darunter die Senkung der erlaubten Bauartgeschwindigkeit von 25 auf 20 km/h, die Verpflichtung zu zwei unabhängigen Bremsen, eine Anhebung des Mindestwerts für das Lenken der Fahrzeuge sowie den Ausbau einer sichereren Radinfrastruktur.

Bezirksvorsteher Marcus Franz reagiert

Auch auf lokaler Ebene in Wien verschärft sich die Situation spürbar. In der Bezirksvorstehung des 10. Bezirks gehen immer mehr Beschwerden über das problematische Fahrverhalten von Jugendlichen ein. Angesichts des Anstiegs der Spitalspatienten seit 2019 fordert Bezirksvorsteher Marcus Franz nun eine ehrliche Diskussion über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Kontrollen im urbanen Raum.

Um auf die Missstände und Gefahren direkt vor Ort aufmerksam zu machen, hat er im 10. Bezirk ein eigenes Video zu dieser Thematik gedreht. Welche konkreten Lösungsansätze er für Favoriten sieht, erfahren Sie im folgenden Interview.

Das Video

Bezirksvorsteher Marcus Franz im Interview

Warum haben Sie dieses Video gemacht, was ist die Intention?

Marcus Franz: Wir erhalten viele Beschwerden zu E-Scootern, die sich nicht an die Vorschriften halten. Vor allem wenn sie in Gruppen unterwegs sind, oder am Gehsteig fahren. Die Leute sagen mir, so geht das nicht weiter. Jetzt wollte ich im Video wissen, was die Leute dazu sagen. Wie sie das Problem angehen würden.

Bei den Antworten unter dem Video war die Frage der Sicherheit zentral. Ist das auch für Sie ein Anliegen?

Marcus Franz: Natürlich. Ein E-Scooter ist kein Spielzeug – vor allem wenn er illegal aufgemotzt ist. Eltern würden ihre Kinder ja auch nicht einfach mit einem Moped fahren lassen. Aber da fehlt noch das Bewusstsein. Wir müssen sie besser informieren und stärker in die Verantwortung nehmen. Wer die auffrisierten E-Roller seiner Kinder unterstützt, macht sich strafbar – und die Stadt unsicher. 2025 hatten wir bereits 6 Tote bei Unfällen. Und nur jeder zehnte fährt mit Helm.

Was kann man dagegen machen?

Marcus Franz: Viele, vor allem aus der Gruppe der zwölf bis 16-Jährigen, sind zwar motorisiert, aber noch nie mit Verkehrsregeln in Berührung gekommen. Die fahren am Gehsteig, in der Fußgängezone, mit Kopfhörern oder zickzack auf der Fahrbahn. Das ist ein Risiko für die Oma, die zu Fuß geht, aber genauso für den LKW-Fahrer, der abbiegt.

Braucht es für diese Gruppe der Jüngsten einen Führerschein?

Marcus Franz: Da bin ich schon der Meinung. Und es braucht auch eine Versicherungspflicht. Das ist immerhin eine Frage der Haftung. Und hilft auch bei der Bewusstmachung für die Eltern.

Wie hilft diese Bewusstseinsbildung genau?

Marcus Franz: Indem die Eltern sehen, dass es Risiken gibt, die verpflichtend zu versichern sind. Und dass ein E-Scooter eben kein cooles Spielzeug ist, sondern ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Die 10.200 Unfall-Opfer, die 2025 im Spital gelandet sind, sprechen eine deutliche Sprache.

Die Roller fahren 50 Km/h und schneller, wie stoppt man das?

Marcus Franz: Bei einem ÖAMTC Test waren 100 Prozent der getesteten E-Scooter über der gesetzlichen Höchstleistung von 600 Watt. Auch Händler müssen also mehr in die Verantwortung gezogen werden. Denn Verkehrssicherheit beginnt nicht erst auf der Straße, sondern schon beim Verkauf.

Zeigt die Helmpflicht für unter 16-Jährige E-Scooter Fahrer Wirkung, oder braucht es eine Helmpflicht für alle?

Marcus Franz: Verkehrsminister Peter Hanke hat positive Verschärfungen vor allem für E-Mopeds eingebracht. Darunter die Verbannung von E-Mopeds von Radwegen samt einer Kennzeichen-, Zulassungs-, Haft-, Helm- und Führerscheinpflicht. Ich sage nicht, dass wir das einfach auf E-Scooter übertragen sollen. Wo ich mich aber einbringen will, ist, eine ehrliche Diskussion anzustarren. Auch für E-Scooter und vor allem für die Gruppe der Jüngsten, weil diese besonders schnell, ungeschützt und gefährlich unterwegs sind.

Danke für das Gespräch

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