Eine Träne war sichtbar, als Brigitte Brey vom nahen Ende ihres Kaffeehauses in der Taborstraße 80 erzählte: „Wir haben ja schon einen Käufer. Aber sofort weg­gehen, das hätte ich nicht übers Herz gebracht. Jetzt will ich hier noch die Sommer­monate genießen, und am Ende des Jahres ist dann endgültig Schluss.“ Nach 50 gemein­samen Jahren, die sie sieben Tage lang in der Woche mit ihrem Ehemann Peter im ­legendären Café verbracht hatte, wartet nun der Ruhestand auf das betagte Paar.

„Es ist sinnlos“

Alles hatten die beiden überstanden: den gesetzlichen Stop der Glücksspielauto­maten in Wiener Lokalen und das Rauchverbot, wegen dem schon zahlreiche Stammgäste abhanden gekommen waren. Aber Corona zwang die weit über 70-Jährigen letztlich in die Knie. „Es ist sinnlos geworden“, erzählt Peter Brey. „Wir haben im Schnitt nur noch einen täglichen Umsatz von deutlich unter 100 Euro. Das macht keinen Spaß mehr.“ Dabei wäre eigentlich der Rekord von Josefine Hawelka, die 70 Jahre lang in ihrem Kaffehaus gearbeitet hatte, das Ziel gewesen …