Nach acht gemeinsamen Jahren darf eine Wienerin ihren geliebten Dackel Zeko nicht mehr sehen. Weil nach der Trennung von ihrem Partner ein Kaufvertrag schwerer wiegt als die gewachsene Bindung, droht nun ein Rechtsstreit.
Es gibt Geschichten, die nur das Leben schreibt. Leider hat nicht jede davon auch ein Happy End. So wie jene der Liesingerin Biajna Akobian. Elf Jahre lang waren Biajna und ihr ehemaliger Lebensgefährte ein Paar. Als glückliches Paar holten sie 2018 den Dackel Zeko von einer Züchterin aus Tschechien ab. Da damals ausschließlich ihr Partner den Kaufvertrag unterschrieb, ahnte die Liesingerin nicht, welche rechtlichen Konsequenzen diese Formalität acht Jahre später nach der Trennung für sie haben würde. Doch dazu gleich mehr.
Zeko wurde zum gemeinsamen Familienhund, dessen Alltag und Betreuung sich beide teilten. Auch nach dem Beziehungsaus im Mai 2025 blieb der Kontakt bestehen, sodass der Hund über ein Jahr lang regelmäßig Zeit bei ihr verbrachte. Seit dem 2. Juli 2026 finden diese Übergaben jedoch nicht mehr statt, weshalb Biajna nun anwaltliche Unterstützung in Anspruch nimmt.

„Vor Zeko war mir nie bewusst, dass ein Mensch eine so starke Bindung zu einem Tier aufbauen kann. Er hat mir Dinge beigebracht, die ich aus Büchern allein nie hätte verstehen und verinnerlichen können, und mir eine Form der Liebe gezeigt, die an keine Bedingungen geknüpft ist. Mir wurde nicht nur mein bester Freund entrissen, sondern auch mein Lehrer und vor allem mein über alles geliebtes Kind.“, so Biajna gegenüber dem Wiener Bezirksblatt.
Kinderbuch soll Trennungschmerz lindern
Der Fall beleuchtet eine Besonderheit der österreichischen Rechtslage. Laut Paragraph 285a des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches sind Tiere zwar keine Sachen, allerdings sind auf sie grundsätzlich die für Sachen geltenden Vorschriften anzuwenden. Bei unverheirateten Paaren entscheidet nach einer Trennung daher primär die formale Zuordnung des Eigentums und nicht die jahrelange gewachsene Bindung.

„Für mich fühlt es sich absurd an, dass acht Jahre gemeinsames Leben mit einem Hund am Ende auf eine Eigentumsfrage hinauslaufen können. Zeko war für uns kein Gegenstand. Er war Teil unserer Familie.“ so Biajna, die erklärt, warum sie an die Öffentlichkeit geht. „Ich möchte mit Zekos Geschichte Aufmerksamkeit für ein Problem schaffen, über das sich wahrscheinlich viele Paare erst Gedanken machen, wenn es bereits zu spät ist. Wir leben im Jahr 2026. Hunde und andere Haustiere sind für viele Menschen längst Familienmitglieder. Ich möchte deshalb die Frage stellen, ob unser Recht diese Lebensrealität ausreichend abbildet.“
Um die belastende Situation wenigstens ansatzweise zu verarbeiten, arbeitet Biajna derzeit an einem Kinderbuch, dessen Hauptfigur von Zeko inspiriert ist. „Zeko hat mich nicht nur acht Jahre lang begleitet, sondern auch meine Sicht auf Tiere und die Beziehung zwischen Mensch und Tier verändert. Dass er nun auch in einer Geschichte weiterlebt, ist für mich eine ganz persönliche Hommage an ihn.“
Ihr einziges und konkretes Anliegen wäre, „eine Benützungsregelung zu erreichen, die es mir ermöglicht, Zeko wieder regelmäßig zeitweise bei mir zu haben“. Doch das ist noch nicht das letzte Kapitel der leidigen Geschichte.. Inzwischen liegt in der Causa eine ablehnende Rückmeldung ihres ehemaligen Lebensgefährten auf das Anwaltsschreiben vor, sodass nun auch eine gerichtliche Klärung im Raum steht.

