Unlängst im schönen Land Tirol, wo der Wiener traditionell mehr gelitten als geliebt wird. War bisher meine subjektive Wahrnehmung, kann natürlich auch anders sein.
Jedenfalls drängte mich der Hunger in die beliebte Fleischerei des Bergortes, der nicht nur von der Münchner Hautevolee jährlich zum Schi-Saisonstart auch zum Nabel der Welt gekürt wird.
„Grüß Gott, ich hätte gern ein Semmerl mit Salami und Gurkerl bitte!“
„Griaß di! A Wurschtsemmele kriagst, moch ma glei, derf’s a bissl mehr sei?“
Aber sicher doch. Wir entscheiden uns gemeinsam für die appetitlich zur Schau gestellte Wildsalami, noch während die Verkäuferin zur Kassa geht, beiße ich herzhaft zu. Das Leben besteht ohnehin aus einer Aneinanderreihung größerer und kleiner Disziplinen, da darf man schon einmal ungehemmt zubeißen.
„Schmäckt’s?“, fragt die Dame freundlich. „Härrlisch!“, nuschle ich mit voller „Gosch’n“ (= umgangssprachlich durchaus liebevolle Bezeichnung für „Mund“. Hört sich übrigens auf Tirolerisch sympathischer als auf Wienerisch an).
„Vier Euro sächzick, bittschön.“ Ich fuchtle mit meinem Smartphone vor der Theke, bereit, die darauf gespeicherte Karte zu zücken.
„Bittschön, wir nehmen nur baar!“ Uijeggerl. Nicht einen Euro eingesteckt. „Gibt’s in der Nähe einen Bankomaten?“, frage ich. „Woi, aber der funktioniert net. Hascht net baar?“ Kramkram, peinlich jetzt, nein. „Wascht wos, bringscht’es nächstes Mol, los das schmäck’n!“ Dankke! Pfiat eng! Tirol isch lei oans!


