Sommerbote: Mauersegler sind zurück

(C) Ferdinand Schmeller/Stadt Wien Umweltschutz: Für die nächsten Wochen werden wir seine Rufe wieder über den Dächern und in den Straßenschluchten unserer Stadt hören, bevor sich die ersten Ende Juli wieder auf den Weg übers Meer machen.
(C) Ferdinand Schmeller/Stadt Wien Umweltschutz: Für die nächsten Wochen werden wir seine Rufe wieder über den Dächern und in den Straßenschluchten unserer Stadt hören, bevor sich die ersten Ende Juli wieder auf den Weg übers Meer machen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, lautet ein bekanntes Sprichwort. Denn auch Mauersegler, die oft und gerne mit den sprichwörtlichen Sommerboten verwechselt werden, sind ein Anzeichen für den Jahreszeitenwechsel. Die ersten Mauersegler sind schon von ihrem Winterstandort aus Nordafrika zurück in Wien.

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Verwechslungsgefahr

Ihre Rufe schallen bis Ende Juli über Wiens Dächern. Dann ziehen die Vögel wieder zurück in ihr Winterquartier. Mauersegler werden oft mit Schwalben verwechselt. Doch im Gegensatz zur Schwalbe ist der Bauch des Mauerseglers komplett dunkel und nicht weiß gefärbt. Der einzige weiße Fleck am Mauersegler befindet sich an seiner Kehle.

Weitere markante Kennzeichen des Mauerseglers sind sein gegabelter Schwanz und seinen sichelförmigen schmalen Flügel, die deutlich länger als der Körper sind und den Vogel zu einem fast ganzjährigem Leben in der Luft befähigen.

Leben in der Luft

Es gibt kaum Vögel, die besser an das Leben in der Luft angepasst sind als der Mauersegler. Er verbringt den Großteil seines Lebens im Flug. Essen, schlafen und auch lieben erledigt der Mauersegler im Flug. Seine Nahrung besteht aus sogenanntem Luftplankton, im warmen Luftstrom treibende Insekten und Spinnen, die er in der Luft erbeutet.

Als ursprünglicher Höhlenbrüter schafft der Mauersegler es, sich in kleinste Spalten und Ritzen unter Dächern und Balustraden zu zwängen, um dort die einzige Zeit seines Lebens festen Boden unter den Füßen zu haben, nämlich dann, wenn die Eier ausgebrütet werden. 

Gefährdet

„Wien besticht durch seine Artenvielfalt, auf die wir sehr stolz sind. Unsere Tier- und Pflanzenwelt verdient unseren Schutz. Der Mauersegler ist als Gebäudebrüter auf die Strukturen unserer Stadt angewiesen. Verschwinden seine Nistmöglichkeiten, verschwindet auch der Mausersegler.“, so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Mauersegler sind in ihrem Bestand gefährdet. Dachbodenausbauten oder Haussanierungen stellen den ursprünglichen Höhlenbrüter vor große Herausforderungen. Denn seine Nistlöcher verschwinden oder Baugerüste versperren den Zugang zu den Brutplätzen. Für den brutplatztreuen Vogel stellt dies eine absolute Katastrophe dar. Daher sollten Bauarbeiten an Dächern und Dachböden ausschließlich in der Zeit von September bis April stattfinden.

Brutplatz melden

Weiters können durch zeitgerechte Planung von Baumaßnahmen und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wien – Umweltschutz Brutplätze erhalten und Ersatzbrutplätze geschaffen werden. Und darum gehen seit 2017 jedes Jahr zur Brutzeit Menschen ehrenamtlich auf die Suche nach Brutplätzen der Mauersegler. Im Zuge dieses Citizen-Science-Projekts konnten bisher gut 3000 Brutplätze in Wien verortet werden.