Thaliastraße: Ein Boulevard zum Flanieren

Die Thaliastraße wurde zum Klimaboulevard.

Genau 178 Tage oder fünf Monate und 25 Tage hat es seit dem ersten Spatenstich auf der Thaliastraße gedauert. Seit 25. November ist der erste Klimaboulevard der Stadt tatsächlich Wirklichkeit. Ein Meilenstein.

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Klimaboulevard Thaliastraße

So laut der Start des Mega-Umbaus auch war, so leise war die Eröffnung. Lockdown­bedingt mussten Stadträtin Ulli Sima und ­Bezirksvorsteher Franz Prokop das geplante Halligalli zwischen ­Gürtel und Feßtgasse ab­sagen. Trotzdem ­ließen sie es sich nicht nehmen, das Licht auf Grün zu stellen – der erste Vorstadtboulevard Wiens ist damit auf Schiene. „Wir können richtig stolz darauf sein, zumal der Umbau in einer ­Rekordzeit umgesetzt wurde“, betont der lang­jährige Bezirkschef.

Viele Vorteile

In der Tat sind die Zahlen der neuen Thaliastraße rekordverdächtig. Auf der Habenseite stehen die bemühte Bürgerbe­tei­ligung mit 3.000 Frage­bögen, 139 Sitzplätze, ­97 Bäume, 21 Nebel­säulen, drei Wasserspiele, zwölf Trinkbrunnen und der neue, grau-karierte Boden­belag mit bis zu sechs Metern Breite bis zu den Bim-Schienen. Perfekt zum Flanieren, perfekt, um einkaufen zu gehen und – in der wärmeren Jahreszeit – ein gemütliches Pauserl zu machen. Dazu kommen die frisch gepflanzten ­japanischen Schnurbäume. „Der nächste heiße Sommer kommt bestimmt – und dann werden all die Bäume und Maßnahmen für eine Kühlung des Grätzels sorgen“, ist Franz Prokop überzeugt.

Einiges probiert

Bis dahin müssen die süßen Bäumchen wachsen, derzeit schauen sie noch recht spärlich-dünn aus. Ebenso arm sind auch die Geschäftsleute, die sich auf die Eröffnung im Advent und mehr Weihnachts­geschäft gefreut haben. Ob das noch möglich ist, steht in den Sternen der weih­nachtlichen Straßen­beleuchtung. Jedenfalls hat sich neben dem Bezirk auch die Ottakringer Wirtschaftskammer mit Obfrau Verena Wiesinger an der Spitze sehr bemüht, die Kaufleute zu unterstützen. Da gab es das Gewinnspiel, bei dem 15 kleine Bagger in den Auslagen zu finden waren. Und Aktionen, bei der die Schaufenster von Betrieben extra geputzt wurden. „Als ­Zeichen des Respekts und auch zur ­Unterstützung in schwierigen ­Zeiten“, betont Wiesinger.

Mühsame Durchfahrt

Aber es gibt natürlich auch die Schattenseiten des großen Umbaus, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Ab jetzt gilt von Feßtgasse bis zum Gürtel durchgehend Tempo 30, womit sich einige Ottakringer fragen, wo sie noch durch den Bezirk Richtung Innenstadt fahren sollen. Denn nicht alle können aufs Gefährt verzichten! Zweiter Kritikpunkt: Es wurden an die hundert Parkplätze auf der Thaliastraße gestrichen. „Das ist leider nicht anders gegangen“, betont Prokop. „Zumal sich die klare Mehrheit der Befragten für eine Verkehrs­beruhigung ­ausgesprochen hat.“ Jetzt ist aber einmal Weihnachtsfriede und Baupause.

Drei Jahre noch

Dann wird bis 2025 abschnittsweise bis zur U3 und dann bis zur Johann-Staud-Straße weitergebaut. Zudem, so wurde dem WIENER ­BEZIRKSBLATT exklusiv berichtet, gibt es am Gelände der Brauerei bei der Feßtgasse spannende Pläne, eine umfassende Genussmeile und ein neues Wohnprojekt zu ­errichten.