Von Eidechsen und Schlangen in Wien

(C) Jürgen Rienesl/Stadt Wien Umweltschutz: Vier Arten von Schlangen leben in Wien. Darunter die Äskulapnatter (Bild).
(C) Jürgen Rienesl/Stadt Wien Umweltschutz: Vier Arten von Schlangen leben in Wien. Darunter die Äskulapnatter (Bild).

Wien ist eine schöne Stadt, in Wien da lässt sichs leben! Nicht nur für die fast 1,9 Millionen Wienerinnen und Wiener ist die Stadt ein Paradies, sondern auch für allerlei Getier. Denn in der österreichischen Hauptstadt gibt es jede Menge Grünflächen, Bäume und Parks, in denen sich Reptilien wohlfühlen.

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Streng geschützt

Nicht nur wir Menschen freuen uns über das Frühlingserwachen und warme Sonnenstrahlen. Gerade jetzt im Frühjahr entdecken viele Menschen vermehrt Schlangen in Gartenhütten, Garagen und im Keller. Üblicherweise finden die Tiere auf demselben Weg wieder hinaus, über den sie in die Gebäude gelangt sind. Gefahr für Mensch und Haustier besteht nicht!

„Wiens Reptilien sind ungefährlich und erfüllen wichtige Aufgaben in unserem Ökosystem. Da sie allesamt gefährdet sind, stehen alle Reptilien in Wien unter strengem Naturschutz! Das bedeutet, sie dürfen weder gefangen noch aus ihrem Lebensraum entfernt und schon gar nicht getötet werden!“, weiß Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Schlangenarten in Wien

Neun Reptilienarten sind im Wiener Großstadtdschungel heimisch. Darunter vier Schlangenarten. Zu den vier Wiener Schlangenarten zählen die Äskulapnatter, die Würfelnatter, die Schlingnatter und die Ringelnatter.

Jeder der Wiener Schlangen weist eine Besonderheit auf. Die Äskulapnatter kann eine Länge von bis zu 1,80 m erreichen. Damit ist sie die längste Schlangenart Österreichs. Den Rücken der Würfelnatter zeichnet ein markantes Würfelmuster. Sie zählt zu den am stärksten gefährdeten Reptilien Österreichs.

Die Schlingnatter wird oft mit ihrer in Wien nicht vorkommenden Verwandten, der Kreuzotter, verwechselt. Ihre Beute packt sie blitzschnell und umschlingt sie. Die Ringelnatter gehört mit ihren gelben Flecken am Hinterkopf zu den auffälligsten Schlangen. Fühlt sie sich bedrängt, scheidet sie ein stinkendes Sekret aus.

Bunte Eidechse

Auch vier Eidechsenarten tummeln sich in Wien. Die Mauereidechse ist unauffällig braun gefärbt mit hellen Seitenstreifen am Körper. Allerdings kann ihr Schwanz doppelt so lange wie ihr Körper sein, was ihr zu einer Gesamtlänge von bis zu 20 cm verhilft.

Zu den buntesten europäischen Tieren zählt die Smaragdeidechse: Die Männchen sind smaragdgrün und zeigen in der Paarungszeit eine leuchtendblaue Kehle. Mit einer Länge von bis zu 40 cm zählt sie auch zu den längsten Eidechsen Österreichs.

Die Zauneidechse hat weniger Ansprüche an ihren Lebensraum und fühlt sich in Steinbrüchen und Kiesgruben ebenso wohl wie in Gärten oder Parks. Fühlt sie sich bedroht, wirft sie ihren Feinden einen Teil ihres Schwanzes zum Fraß vor.

Oft fälschlicher Weise als Schlange tituliert, zählt die Blindschleiche tatsächlich zu den Echsen. Gut erkennbar ist sie daran, dass ihr Kopf ansatzlos in den Körper übergeht. Ein weiteres Merkmal, dass sie von Schlangen unterscheidet ist, dass sie bewegliche Augenlider hat und ihr Maul zum Züngeln öffnen muss.

Einzigartig

Die europäische Sumpfschildkröte ist Österreichs einzige natürlich vorkommende Schildkrötenart und seltener zu sehen, als die häufig ausgesetzten Schmuckschildkröten. Erkennbar ist sie an ihren charakteristischen gelben Punkten und dem flachen dunklen Panzer. Als Lebensraum bevorzugt die europäische Sumpfschildkröte langsam fließende Gewässer sowie Teiche und Tümpel. Sind die Lebensbedingungen gut, kann sie bis zu 60 Jahre alt werden. Optimale Lebensbedingungen findet sie zum Beispiel in der Lobau im Nationalpark Donauauen.